Schönebeck Jugendamt
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Juni 20th, 2009 um 12:36
NEWSFLASH ZUM JUGENDAMT ASCHERSLEBEN – 20.06.2009 – Auf dem Weg in die Selbstständigkeit
Der Internationale Bund unterstützt junge Mütter und Väter rund um die Uhr
“In den meisten Einrichtungen, ob Jugend- oder Wohngruppen, ist ein Mutter-Kind-Platz integriert”, weiß Holger Klawe vom Internationalen Bund (IB). Doch das kann es nicht sein. “Das Baby wird Kind der Gruppe, jeder guckt mal. Außerdem ist der Tagesablauf junger Mütter ein ganz anderer”, so der Bereichsleiter des Kinder- und Jugendzentrums Harz, “das ist nicht unser Anspruch, wir wollen Qualität liefern.” “Als damals ein Mädchen aus unserer Wohngruppe schwanger geworden ist, war für uns klar, dass ihr Kind besser nicht dort aufwachsen sollte”, schildert er den Fall, der Ausgangspunkt war, eine separate Unterbringungsmöglichkeit zu schaffen, eine Mutter / Vater-Kind-Wohngruppe zu gründen. Das ist mittlerweile gut anderthalb Jahre her. Zwar sei die junge Frau, deren Situation ausschlaggebend für die Idee war, anderweitig untergekommen, an dem Projekt haben er und seine Kollegen dennoch festgehalten, beim Jugendamt vorgesprochen und die Genehmigung für die “Hilfeform unter einem anderen Dach” erhalten. Am vergangenen Mittwoch, ein knappes Jahr nach dem Einzug, haben die Bewohner – derzeit sind es drei Mütter mit ihren Kindern – und der Internationale Bund in ihr Domizil eingeladen. Das befindet sich in der Ascherslebener Schmidtstraße.
“Die Familien haben uns in der Vorbereitung und Durchführung tatkräftig unterstützt”, spricht Klawe von einem gelungenen Tag. Der Einladung zum Sommerbrunch, der natürlich auch mit einer Führung durch den Wohnbereich verbunden war, folgten Oberbürgermeister Andreas Michelmann, Vertreter des örtlichen Jugendamtes, der Vermieter, die Alt & Kelber Immobilienverwaltung GmbH, Sponsoren und Helfer wie die Elektromarkt-Kette MediMax und Max Schumann-Möbel und Nachbarn.
Drei der vier Wohneinheiten in dem großen, ruhiggelegenen Haus am Stadtrand Ascherslebens hat der IB gemietet. Vier junge Mütter und Väter finden hier Platz, um in Ruhe und Sorgfalt ihr Kind zu erziehen. Ihnen steht je ein eigenes Zimmer zur Verfügung. Zwei Parteien teilen sich ein Bad. Darüber hinaus gibt es kindgerechte und bedürfnisorientierte Gemeinschaftsräume – die Küche, das Ess- und Wohnzimmer sowie eine als Spiel- oder Gruppenraum, Gästezimmer oder Rückzugsmöglichkeit flexibel nutzbare Räumlichkeit im Dachgeschoss. “Was die Ausstattung betrifft, ist der Träger mit 10 000 Euro in Vorleistung gegangen”, erklärt Klawe.
Die Wohngruppe wäre aber keine Wohngruppe ohne qualifizierte Betreuung. Vier pädagogische Fachkräfte und eine Hauswirtschafterin stehen den Bewohnern rund um die Uhr zur Seite, um die Beziehung untereinander und die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Eltern zu fördern. “Der Tagesablauf ist straff organisiert”, sagt der Bereichsleiter, “um einen geregelten Rhythmus zu verinnerlichen”. Die Mütter stehen früh auf, bringen den Nachwuchs in die Krippe, gehen zur Schule oder ihrer Ausbildung nach, holen die Kleinen wieder ab, kommen nach Hause und haben ihre Pflichten – Kinderbetreuung, Hausaufgaben, Einkaufen.
Das Angebot des IB richtet sich an junge, teils noch minderjährige Mütter, Väter beziehungsweise Schwangere, die aufgrund ihrer Persönlichkeitsentwicklung eine intensive Betreuung für sich und (ihr zu erwartendes) Kind bedürfen. Ob und inwieweit Hilfe nötig ist, entscheidet das Jugendamt, das die Miete trägt. “Bei Minderjährigen stellen die Erziehungsberechtigten den Antrag, oftmals signalisieren auch Hebammen, wo Not am Mann ist”, weiß Klawe, “das Kind darf aber nicht älter als sechs Jahre sein.” Aktuell ist noch ein Betreuungsplatz frei. “Unser Ziel ist es jetzt erst mal, die Wohngruppe bei den Jugendämtern im Umkreis bekanntzumachen”, sagt er. “Vielleicht können wir irgendwann auch die vierte Wohneinheit mieten”, blickt Klawe in die Zukunft. Diese soll, unabhängig von der großen Wohngemeinschaft, Familien zur Verfügung gestellt werden, die in Sachen Selbstständigkeit schon einen Schritt weiter sind, jedoch die Option der Hilfe einer Fachkraft in Anspruch nehmen können.
Der IB ist mit seinem eingetragenen Verein, seinen Gesellschaften und Beteiligungen einer der großen Dienstleister in den Bereichen Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit in Deutschland. “Wir waren eine kleine Einrichtung, sind stetig gewachsen und großgeworden”, sagt Klawe. Um die 50 Mitarbeiter und zahlreiche Helfer sind zur Zeit im Kinder- und Jugendhilfezentrum Harz beschäftigt.
Quelle: mz-web.de – 19.06.09 – VON SUSANNE THON
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