Die Umgangsregelung
Kinder haben die Trennung und Scheidung ihrer Eltern meistens nicht gewollt. Aber sie sind davon betroffen. Sie brauchen ihre Eltern und wollen weiterhin von ihnen geliebt und versorgt werden. Die mit der Trennung verbundenen Veränderungen im Alltag können verunsichern. Und gerade jetzt, wo das Kind auf Nähe und Zuwendung besonders angewiesen ist, beschäftigen sich die Erwachsenen häufig mit sich selbst. Das macht die Situation für das Kind nicht leicht. Eltern sollten daher erkennen, was bei der Gestaltung des Umgangs aus Sicht des Kindes wichtig ist.

Ziele des Umgangs aus Sicht des Kindes
Aus Sicht des Kindes ist es am besten, wenn sich durch die Umgangsregelung im Alltag so wenig wie möglich verändert. Dies gilt besonders für kleine Kinder. Die Rituale bei Tisch oder beim Zubettgehen, die Spielsachen, der Kontakt zu Freunden, Tagesmutter, Kindertageseinrichtung oder Schule, Sportverein oder Musikunterricht, die Besuche bei den Großeltern oder anderen für das Kind bedeutsamen Personen – je mehr Kontinuität dem Kind erhalten bleibt, desto weniger eingreifend wird es die Trennung der Eltern und die Umgangsregelung für sich erleben.

Zu regeln sind:
-Der Umgang des Kindes an den Wochenenden bzw. an einzelnen Wochentagen.
-Die Orte der Umgangskontakte, besonders für Säuglinge und Kleinkinder.
-Der Umgang mit anderen Bezugspersonen (Wer und Wann).
-Die Umgangsregelungen zu besonderen Ereignissen und Festtagen. Hier sollten auch folgende Fragen geklärt werden: Wer holt und bringt das Kind? Wie werden die Kosten für Einschulung, Kommunion, Geburtstage u.a. aufgeteilt?
-Die Ferienregelungen (Weihnachts-, Winter-, Fastnachts-, Oster-, Pfingst-, Sommer- und Herbstferien).
Besondere Aktivitäten und Hobbys des Kindes sollten immer dann bedacht werden, wenn sie Einfluss auf den Umgang haben können, z.B. Wettkampfsport.
-Gemeinsame Erziehungsziele, z.B. TV- und PC-Konsum.
-Abhol- und Bringe- Dienste. Sind die Wege zwischen den Wohnorten der Eltern sehr lang und wird es daher notwendig, dass beide Elternteile sich am Abholen und Bringen des Kindes beteiligen, sollten diese Fragen geklärt werden.
-Das Vorgehen im Konfliktfall, z.B. das Gespräch mit einer Mediatorin bzw. einem Mediator. Der Rhythmus, in dem sich die Eltern über das Funktionieren der Regelungen und mögliche Anpassungen informieren.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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