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Wichtig! Beispiel für einen Umgangsantrag


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    Moderator
    Redaktion

    #1 Beispiel für einen Umgangsantrag in Rechtliches, Beihilfen, etc. 02.04.2012 14:21
    von Fiete2

    Ich habe mal eben etwas gegoogelt und ein Beispiel für ein Muster eines Umgangsantrags gefunden.
    Ein recht ordentliches, wie ich meine.
    War noch nach der alten Gesetzeslage verfasst, weshalb ich die entsprechenden Stellen etwas angepasst habe ( beides zusammen etwa eine gute halbe Stunde Arbeit, mehr nicht ).
    So oder ähnlich könnte ein Umgangsantrag im Elternstreit aussehen.
    Ist die Gegenseite eine Institution, wie z.B. ein JA, sonstiger Vormund/PSR oder eine Pflegestelle, muß natürlich an entsprechenden Stellen geändert werden.
    Die meisten Anwälte werden nicht bereit sein, derartiges so zu formulieren, aus dem einfachen Grunde, daß das Umgangsverfahren nach positivem Beschluss mit hoher Wahrscheinlichkeit praktisch abgeschlossen ist, sie also keine weiteren Gebühren abrechnen können.
    Ein weiterer Grund, weshalb in Umgangs- u. Sorgesachen oftmals ohne RA besser als mit ist.

    Hier das Beispiel:
    „Muster eines Umgangsrechtsantrags bzw. einer
    Umgangsvereinbarung

    Amtsgericht XY
    Adresse

    Betreff:
    Umgangsantrag

    für das Kind ……… ( Name des Kindes, ggf. Aktenzeichen, wenn schon ein Verfahren dazu anliegt )

    Die Ausübung des Umgangsrechts des gemeinsamen minderjährigen Kindes … (Name des Kindes), geboren am …(Datum), mit … (Parteibezeichnung), wird wie folgt geregelt:

    – 1. … (Name des Kindes) hält sich an geraden/ungeraden Wochenenden in der Zeit von … (Wochentag,Uhrzeit) bis … (Wochentag, Uhrzeit), beginnend mit dem Wochenende vom … (Datum, Uhrzeit) bis …(Datum, Uhrzeit), bei … (Parteibezeichnung) auf.

    – 2. … (Name des Kindes) verbringt … (die erste/ zweite Hälfte, das erste/ zweite/dritte Drittel der Sommerferien) sowie im jährlichen Wechsel die gesamten Oster- bzw. Herbstferien bei …(Parteibezeichnung). Diese Ferienregelung bezüglich der Oster-/Herbstferien beginnt mit den … (Oster- bzw. Herbstferien) des Jahres … (Jahreszahl), so dass … (Name des Kindes) im Folgejahr die … (Oster-
    bzw. Herbstferien) bei … (Parteibezeichnung) verbringt und jeweils jährlich wechselnd so fort. Die Ausübung des Ferienumgangs beginnt mit dem Abend des jeweiligen Vortages, …. (Uhrzeit) und endet mit ….(Uhrzeit) des jeweiligen letzten Urlaubsumgangstags.

    – 3. An den gesetzlichen Feiertagen Ostern, Pfingsten und Weihnachten, jeweils am (ersten/zweiten) Feiertag in der Zeit von ….. Uhr bis ….. Uhr, hält sich … (Name des Kindes) bei …(Parteibezeichnung) auf.

    – 4. … (Parteibezeichnung) ist verpflichtet, … (Name des Kindes) in angemessener Weise auf den Umgang vorzubereiten. … (Parteibezeichnung) ist verpflichtet, … (Name des Kindes) pünktlich zu den jeweils vorgenannten Terminen – witterungsgerecht gekleidet – für Urlaubszeiten mit ausreichender, witterungsgerechter Kleidung, Kosmetikartikeln, Lieblingsspielsachen in geringem Umfang etc. – zur Wohnung des/der … (Parteibezeichnung) zu bringen.
    … (Parteibezeichnung) ist verpflichtet, … (Name des Kindes) pünktlich zu … (Parteibezeichnung) zurückzubringen.

    – 5. Die Kosten für Hin- und Rücktransport des Kindes trägt der jeweilige Elternteil selbst.

    – 6. Die Eltern sind verpflichtet, alles zu unterlassen, was das Verhältnis von … (Name des Kindes) zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigen könnte.

    – 7. Jede Partei ist verpflichtet, den anderen Elternteil unverzüglich zu informieren, wenn die vereinbarten Umgangstermine aus wichtigem Grund ( wobei z.B. eine leichte Erkältung, oder ein Unwohlsein kein wichtiger Grund ist ) nicht eingehalten werden können ( z.B. durch Übersendung eines ärztlichen Attests ); gleichzeitig sind Ersatztermine zu benennen ( i.d.R. der gleiche Zeitraum in der darauffolgenden Woche, außer bei Ferienregelungen, welche eine flexible Absprache der Eltern erfordern, die ggf. entsprechend schriftlich festzuhalten ist ).

    – 8. Bei Zuwiderhandlungen der jeweiligen Partei ist ein Ordnungmittel mit dynamischer Steigerung ( bis 25000€, alternativ bei fortgesetzten Zuwiderhandlungen auch Rechteentzug, evtl. Übertragung derselben auf einen Ergänzungspfleger ) angedroht und wird ggf. auch verhängt.

    – 9. Alternativ bei Vereinbarungen:
    Die Vereinbarung der Parteien zur Regelung des Umgangs mit des Kindes … (Name des Kindes) mit …..(Parteibezeichnung) vom … (Datum) – s. Anlage zum Protokoll der Anhörung/ Beschluss des AG , Aktenzeichen – wird familiengerichtlich bestätigt
    und tritt somit an die Stelle einer gerichtlichen Umgangsentscheidung.

    Ort, Datum, Unterschrift“

    Sollten wem noch Verbesserungen dazu einfallen, immer her damit

    Gruß………Fiete
    Respekt immer!
    Angst nie!

    zuletzt bearbeitet 02.04.2012 14:22

    #2 Beispiel für Rechte usw! in Rechtliches, Beihilfen, etc. 14.05.2012 13:57
    von Sonja

    Die Pflegeeltern/Mutter haben sich während der Besuchszeit zurückzuhalten.
    Und nicht ständig das Kind wegnehmen und abzulenken.

    Die Pflegeeltern/Mutter sollten auch die Wahrheit über die ernährung des Pfegekindes beibehalten.
    Und nicht nur sagen das Kind trinke nur Wasser!

    Die Pfegeeltern/Mutter haben sich bei den Leiblichen Eltern zu melden,wenn das Kind stark erkrankt (im Krankenhaus) ist!

    Bei den Besuchsterminen reicht es aus wenn nur eine Pflegeperson dabei ist!

    #3 RE: Beispiel für Rechte usw! in Rechtliches, Beihilfen, etc. 14.05.2012 19:00
    von Fiete2

    Hallo Sonja,
    Dein Beitrag scheint mir hier an der falschen Stelle zu stehen.
    Er bezieht sich weder auf das Thema des Threads ( Umgangsantrag ), noch enthält er rechtliche Hinweise o.ä.
    V.dh. hoffe ich, daß es in Deinem Interesse ist, wenn ich ihn gelegentlich an eine geeignetere Stelle verschiebe ( ist das erste mal, das ich hier etwas verschieben muß, muß ich also selbst erstmal ausprobieren ).

    Grundsätzlich kann man sagen:
    Besuchszeiten, Besuchsrecht o.ä. gibt es in D. glücklicherweise schon lange nicht mehr. Eltern und Kinder haben das Recht auf Umgang miteinander. Eltern sogar die Pflicht dazu.
    Dabei hat grundsätzlich niemand dabei zu sein oder sich gar einzumischen, außer es ist von Eltern u./o. Kind so gewünscht.
    Ausnahme wäre, wenn das Gericht begleiteten Umgang angeordnet hat. Dann hat der eingesetzte Umgangsbegleiter anwesend zu sein und sonst niemand.
    Wie Eltern und Kind den Umgang gestalten, ist ihnen grundsätzlich vollkommen selbst überlassen.
    Pflegepersonal ist i.d.R. keine geeignete Umgangsbegleitung.
    Eine Mutter nur, soweit der umgangsverpflichtete Vater das wünscht.
    Das gilt natürlich auch umgekehrt, also beim Umgang der Mutter hat der Vater nur auf deren Wunsch anwesend zu sein.
    Etwas anderes wäre es, wenn beide Eltern gleichzeitig Umgang haben, z.B. wenn das Kind in Pflege ist.

    Das Auskunftsrecht gilt unabhängig vom Umgangsrecht ( obwohl es, streng genommen ein Teil davon ist ). Selbstverständlich haben die das Kind unterhaltenden Personen den Eltern Auskunft über Belange und Verhältnisse des Kindes zu erteilen.
    Die Auskunft kann durch den betreuenden Elternteil, Pflegepersonal oder Vormund erfolgen.

    „Wegnehmen und Ablenken“ des Kindes verstößt gegen §1684 (2) BGB.
    „(2) Die Eltern haben alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert. Entsprechendes gilt, wenn sich das Kind in der Obhut einer anderen Person befindet.“
    Siehe hier:
    http://dejure.org/gesetze/BGB/1684.html

    Möglicherweise ein Tipp für Dich:
    Falls die unberechtigt Anwesenden ihre Anwesenheit oder die unrechtmäßig vorgenommenen Handlungen bestreiten, müßtest Du die natürlich nachweisen, noch dazu schriftlich. Dazu wäre es am besten einen bevollmächtigten Beistand hinzuzuziehen und ein Protokoll anzufertigen, daß dann per eidesstattlicher Versicherung beglaubigt werden sollte.
    Infos dazu findest Du hier:
    Beistand, Zeugen, Bevollmächtigte u.ä.
    und hier:
    Eidestattliche Versicherungen

    Gruß………..Fiete
    Respekt immer!
    Angst nie!

    #4 RE: Beispiel für Rechte usw! in Rechtliches, Beihilfen, etc. 22.04.2013 18:56
    von Marianne

    hier noch ein etwas anders gestalteter Umgangsregelungs- Entwurf.

    Wichtig bei der Gestaltung einer Umgangsregelung ist es stets,die Einzigartigkeit und Individualität der jeweiligen Familie auf dem Schirm zu haben. Das heißt, dass „kein Fall wie der andere ist“ !

    Bei diesem Entwurf musste berücksichtigt werden, dass das Kind bereits von einem Elternteil auf dem Weg in die „Entfremdung “ ist. Um dem möglichst entgegenzusteuern muss eine Umgangsregelung quasi so gestaltet werden (am individuellen Fall), damit einer weiteren Entfremdung entgegen gewirkt werden kann.

    Zitat
    Absender:…………………………………………………………………………………………………………………..

    Amtsgericht XXX
    – Familiengericht –
    Musterstr. 5
    65892 Musterhausen

    Betreff:
    Umgangsantrag

    für das Kind A. geb. …….in …………., wohnhaft in der ……………………. ( ggf. Aktenzeichen, wenn schon ein Verfahren dazu anliegt )

    Die Ausübung des Umgangsrechts des gemeinsamen minderjährigen Kindes A. geboren am ……….. mit dem Vater B……….., .wohnhaft in:………….wird ab dem…….. wie folgt geregelt:

    Beide Eltern vereinbaren einvernehmlich, dass sie die Rahmenbedingungen dafür bereitstellen werden, die für eine umfassende, qualitativ gute Ausgestaltung und Weiterentwicklung der Beziehungen von A. zu beiden Elternteilen erforderlich sind.

    1.A. hält sich an geraden Wochenenden in der Zeit von Freitags… Uhrzeit) bis … Montags, Uhrzeit), beginnend mit dem Wochenende vom … (Datum, Uhrzeit) bis …(Datum, Uhrzeit), bei dem Vater auf.

    2.zusätzlich während der Schulzeit jeden Mittwoch nach regulärem Unterrichtsende (Stundenplan) bis zum Schulbeginn am Donnerstag.( oder Mittwoch 18:00h), sowie Donnerstags nach regulärem Unterrichtsende (Stundenplan)bis 18:00h.

    3.A. verbringt die erste Hälfte der Sommerferien, beginnend am XX .XX. XX sowie im jährlichen Wechsel die gesamten Oster- bzw. Herbstferien beim Vater. Diese Ferienregelung bezüglich der Oster-/Herbstferien beginnt mit den Herbstferien des Jahres 20XX, so dass A. im Folgejahr 20YY die Osterferien beim Vater verbringt und jeweils jährlich wechselnd so fort. Die Ausübung des Ferienumgangs beginnt mit dem Abend des jeweiligen Vortages, …. (Uhrzeit) und endet mit ….(Uhrzeit) des jeweiligen letzten Urlaubsumgangstags.

    4.A. verbringt den Geburtstag eines Elternteils mit diesem gemeinsam.

    5.Die Mutter ist verpflichtet, A. in angemessener Weise auf den Umgang vorzubereiten. Die Mutter ist verpflichtet, A. pünktlich zu den jeweils vorgenannten Terminen – witterungsgerecht gekleidet – für Urlaubszeiten mit ausreichender, witterungsgerechter Kleidung, Kosmetikartikeln, Lieblingsspielsachen in geringem Umfang, Krankenversichertenkarte, Impfausweis, gelbes Vorsorgeheft, evt. Medikamente, Kinderausweis – zur Wohnung des Vaters zu bringen.
    Der Vater ist verpflichtet, A. pünktlich zur Mutter zurückzubringen.

    6.Die Kosten für Hin- und Rücktransport des Kindes trägt der jeweilige Elternteil selbst.

    7.Jede Partei ist verpflichtet, den anderen Elternteil unverzüglich zu informieren, wenn die vereinbarten Umgangstermine aus wichtigem Grund ( wobei z.B. eine leichte Erkältung, oder ein Unwohlsein kein wichtiger Grund ist ) nicht eingehalten werden können ( z.B. durch Übersendung eines ärztlichen Attests ); gleichzeitig sind Ersatztermine zu benennen ( i.d.R. der gleiche Zeitraum in der darauffolgenden Woche, außer bei Ferienregelungen, welche eine flexible Absprache der Eltern erfordern, die ggf. entsprechend schriftlich festzuhalten ist ).

    8.Ist ein Elternteil nicht selbst zur Betreuung von A. verfügbar, wird bevorzugt der andere Elternteil in Anspruch genommen, bevor weitere Betreuungspersonen damit beauftragt werden.

    9.Beide Eltern verpflichten sich hinsichtlich anstehender Besuche bzw. einleitender Therapien bei Ärzten sowie Kinder,- u. Jugendlichenpsychotherapeuten welche als Belange von erheblicher Bedeutung der elterlichen Sorge gelten, den jeweils anderen Elternteil zu informieren und gegebenenfalls mit einzubeziehen. Die selbe Informationspflicht besteht bei schulischen Belangen, die ein Mitwirken beider Elternteile zur Wahrung der „kindlichen Interessen“ , von Bedeutung sind. (z.B. Absprachen bzgl. möglicherweise auftretende Schulprobleme, Förderbedarf, Austausch mit dem Lehrpersonal im Sinne gemeinsamer elterlicher Pflicht und Verantwortung)

    10. Beide Eltern verpflichten sich, vor der Einleitung neuer Aktivitäten von A.(Reitkurs o.ä.) welche die Kontaktzeiten des anderen Elternteils betreffen, dessen Einverständnis einzuholen.

    11.Beide Eltern vereinbaren, dass sie spontanen Wünschen von A. nach Kontakt zum jeweils anderen Elternteil nach Möglichkeit entsprechen.

    12. A. wird der unbeschränkte telefonische Kontakt zum jeweils abwesenden Elternteil gestattet.

    13.Die Eltern sind verpflichtet, alles zu unterlassen, was das Verhältnis von A. zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigen könnte.

    Beziehungen zu verwandtschaftlichen und sozialen Netzen

    1.Beide Elternteile erkennen an, dass die Beziehung von A. zu ihrer übrigen Familie im Rahmen der für jeden Elternteil zur Verfügung stehenden Zeiträume gepflegt und gefördert werden soll.

    2.Spontane Wünsche von A…….nach Pflege und Erhalt ihm wichtiger Kontakte sind zu berücksichtigen.
    Beide Eltern erkennen an, dass der Erhalt weiterer für A. relevanter Beziehungen zu respektieren ist.

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