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Teenager braucht Hilfe


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    #1 Teenager braucht Hilfe in Entwicklung, Gesundheit, Erziehung der Kinder 15.11.2014 17:41
    von Mütterliche Freundin

    Hallo zusammen,

    so ganz genau weiß ich nicht, wie ich das Thema nennen soll:
    Ein knapp 15 jähriger junger Mann hat große Probleme mit seinem Vater. Die gewählten Erziehungsmethoden sind zum Teil so, dass sich alle in meinem Bekanntenkreis fragen, ob der Vater evtl. psychologische Hilfe benötigen würde. Es ist keine körperliche Gewalt aber meines Erachtens sehr stark psychische.

    Ich war vor ein paar Jahren für einige Zeit mit dem Vater zusammen und in dieser Zeit kam sein damals 9 jähriger Sohn zu ihm, als die Mutter ihn am Ende der Ferien nicht mehr abholen wollte. (Er war vernachlässigt, ging nur unregelmäßig zur Schule, konnte nicht lesen, ein Bruder war in einer Pflegefamilie, er hatte seinen Vater in den letzten Jahren nicht gesehen, der Kontakt war erst ein knappes halbes Jahr vorher von der Mutter aufgenommen worden, vorher ist sie quer durch Bayern umgezogen, um sich vor den Ämtern zu verstecken )

    Damals habe ich begonnen mich um ihn zu kümmern und auch nach dem Ende meiner Beziehung mit seinem Vater konnte ich als mütterliche Freundin weiter für ihn da sein.

    Mittlerweile hat mir der Vater ein Sprechverbot erteilt, seinem Sohn jedoch den Kontakt mit mir nicht verboten. Daher weiß ich auch von den seltsamen Erziehungsmaßnahmen. Auch andere Menschen, zum Beispiel die Eltern seines besten Freundes hat er um Rat gebeten. Aus Angst vor der Reaktion seines Vaters hat er uns alle jedoch gebeten, nicht direkt mit dem Vater zu sprechen.

    Jetzt meine Frage: Gibt es beim Jugendamt eine Stelle, bei der sich der junge Mann einfach mal aussprechen kann? Wo ihm vielleicht vorsichtig nahe gelegt wird, wie er und sein Vater Hilfe bekommen könnten und was er für Möglichkeiten hätte?

    (ja, es gibt eine Oma väterlicherseits, die ist jedoch nicht die richtige Ansprechpartnerin für ihn, da sie wie auch die beiden Tanten die Methoden des Vaters nicht in Frage stellen wird – die leibliche Mutter und deren Familie sind komplett ungeeignet, aber das führt hier zu weit)

    Da ich selber keinerlei Erfahrung mit dem JA habe und ich nur das Eine oder Andere höre, möchte ich mich auf diesem Weg erkundigen, ob mein junger Freund dort Hilfe bekommen könnte. Gerne begleite ich ihn auch.

    Es wäre schön, wenn mir jemand Tipps und oder Ratschläge geben könnte, denn ich möchte nicht mehr zusehen, wie der arme Kerl psychisch „verhungert“.

    Vielen Dank

    #2 RE: Teenager braucht Hilfe in Entwicklung, Gesundheit, Erziehung der Kinder 16.11.2014 17:52
    von Tigress

    Hallo Du Freundin,

    schön dass Du hierher gefunden hast! Die einfachste Möglichkeit wäre wenn der Junge zum ASD marschieren und sagen würde: Ich habe arge Schwierigkeiten zuhause, nun nehmt mich in Obhut. Dem sollte der ASD nachkommen. Wie diverse Jugendämter tatsächlich auf solche Anliegen reagieren, kannst Du in verschiedenen Threads hier nachlesen.

    Diese Vorgehensweise erfordert einigen Mut seitens des Jungen. Wenn er den nicht gleich aufbringt, kann er seine Sorgen z. B. auch mit dem Vertrauenslehrer seiner Schule besprechen. Natürlich kannst Du auch von außen eine Kindswohlgefährdungsmeldung an das Amt geben. Leider lässt sich psychische Gewalt meist sehr schlecht beweisen, so dass dieser Weg leicht in eine Sackgasse münden kann.

    Den Vater durch Druck von außen zur Raison zu bringen oder gar zeitweise aus dem Verkehr zu ziehen, halte ich für kaum möglich. Psychische Probleme hin oder her, erst wenn eine massive Eigen- oder Fremdgefährdung besteht kann ein erwachsener Mensch gegen seinen Willen psychiatrisiert werden. Allen Berichten über Gustl Mollath und ähnlichen Fällen zum Trotz muss normalerweise sehr viel passieren ehe dieser Schritt auch nur in Erwägung gezogen wird.

    lg

    Tigress
    Verstanden werden ist schön, so es denn gelingen sollte.
    (Hans-Werner Henze)

    zuletzt bearbeitet 16.11.2014 17:52

    #3 RE: Teenager braucht Hilfe in Entwicklung, Gesundheit, Erziehung der Kinder 17.11.2014 12:29
    von daydreamer

    Da du hier nicht näher auf die nach deiner Meinung psychische Gewalt eingehst, kann ich dies auch schlecht beurteilen.
    Grundsätzlich würde ich bei Schwierigkeiten zwischen Eltern und Kind immer versuchen, einen Vermittler einzuschalten, zum Beispiel eine Erziehungsberatungsstelle. Da kann das Kind sich auch alleine hinwenden.

    Es ist halt immer die Frage, was man will.

    Will das Kind ausziehen, dann gibt es andere Mittel. Zum Beispiel zum Jugendamt zu gehen.
    Oder vielleicht kann das Kind eine Ausbildung machen in einer Wohngruppe.
    Oder hat über das Jugendamt die Möglichkeit, betreutes Wohnen zu machen.
    Oder ein Auslandsjahr.

    Wie ist denn die psychische Gewalt?
    Welche Reaktion wird denn vom Vater erwartet, wenn dieser davon erfährt?

    #4 RE: Teenager braucht Hilfe in Entwicklung, Gesundheit, Erziehung der Kinder 19.11.2014 10:15
    von Mütterliche Freundin

    Hallo und vielen Dank für Eure Tipps.
    Jetzt weiß ich schon ein bisschen mehr über die verschiedenen Möglichkeiten und werde mit ihm sprechen. Gemeinsam finden wir sicher den für ihn passenden Weg. Die „harte“ Variante des Auszugs kommt (noch) nicht in Frage.

    Die von mir als psychische Gewalt empfundenen Aktionen des Vaters sind, wie so oft in solchen Fällen, ohne den Zusammenhang und das Wissen um die jeweilige Situation nicht so einfach zu erklären. Ein Beispiel: Der Teenager hatte von seinem Vater 3 Aufgaben im Haushalt bekommen. Eine davon wurde nicht erledigt. Als am Abend die Frage nach dem Grund des Vergessens erst auf die zweite Nachfrage mit dem Spielen am IPod beantwortet wurde, hat der Vater den Jungen gezwungen das Gerät mechanisch zu zerstören. Einige Wochen später, als die Sprache wieder darauf kam, meinte der Vater, der Junge hätte nach der Aufforderung ja mit ihm diskutieren können, dann hätte er es vielleicht nicht kaputt machen müssen. Aber ohne zu wissen, wie der Vater diskutiert und ohne die Sprachgewandtheit des Jungen zu kennen ist auch das nicht so einfach zu verstehen.

    Zusätzlich versuchte der Junge bisher alles zu tun, um seinen Vater zufrieden zu stellen, schon aus der Angst heraus, erneut abgeschoben zu werden (er war während der Zeit bei seiner Mutter auch schon einmal im Heim und ist in seinen ersten 9 Lebensjahren so oft umgezogen, dass er zu Pfingsten der 3 Klasse die 6 Schule besuchen durfte) Zumindest ist der Vater eine Konstante in seinem Leben.

    Vielen Dank
    Die Freundin

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