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Nachbarhilfe für vier Kinder – ja oder nein?


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    #1 Nachbarhilfe für vier Kinder – ja oder nein? in Entwicklung, Gesundheit, Erziehung der Kinder 18.11.2015 17:35
    von Mim22

    Seit einigen Jahren leben wir neben einer Familie mit 4 Kinder (Drillinge 8 und ein Nachzügler 6). Unsere Terrasse und Wohnraum grenzt direkt an den Eingang zu dem kleinen Haus und wir bekommen alles mit u. a. auch durch unsere Lüftungsanlage. Nun zu der Geschichte: angefangen hat es, dass die Mutter die Drillinge mit nicht einmal vier Jahre auf die Straße geschickt hat (Neubaugebiet/30-er Zone) und sie ist wieder in das Haus gegangen. Die Kinder waren ohne Beaufsichtigung auf der Straße. Die Kinder waren mit dieser Situation völlig überfordert und haben natürlich lautstark nach der Mutter gerufen und auch geweint, die Kinder haben dann an die Haustür geschlagen und erst nach langen Minuten hat eine völlig entnervte Mutter geöffnet und die Kinder sehr ruppig gefragt, was den jetzt schon wieder sei. Als ich dann mal zu der Familie rüberging, habe ich bemerkt, dass die Klingel ausgeschalten war – da wusste ich warum die Kinder an die Tür hämmern. Die Eltern wollten nicht von ihren eigenen Kindern gestört werden. Heute weiß ich, da hätte ich entschieden eingreifen müssen. Drei der Kinder gingen in eine Förderschule bevor sie in die Grundschule wechseln konnten, weil man merkt, was für ein Riesendefizit sie sowohl motorisch als auch sprachlich hatten. Für mich ein Indiz, dass man sich nicht mit den Kindern abgibt. Die Kinder weinen unglaublich viel, oftmals so laut – vor allem wenn sie dann in die kleine Toilette (Fenster zu unserer Terrasse) wohl reingeschickt werden. Man geht mit den Kindern nicht normal um, es gibt nur Befehle und Zurechtweisung und das in einem Befehlston oder gar in lautstarkem Brüllen. Man kann es nicht überhören. Es gab auch schon ein Fall, in dem ein Nachbar lautstark Hilferufe gehört hat – leider habe ich es selber damals nicht mitbekommen. Die Fürsorgepflicht der Eltern lässt sich insofern beschreiben, versorgen und zur Schule bringen, Hausaufgaben machen und nix wie raus aus dem Haus. Mit dem Ergebnis, dass die Kinder draußen völlig außer Rand und Band sind, natürlich auch mit entsprechender Lautstärke ständig schreien – auch da sieht man kein Elternteil, die die Kinder zu einem normalen Spielen anmahnen. Die Geschwister sind untereinander gewalttätig, z. B. die Schwester ist hingefallen und lag mit dem Rücken auf dem Boden, der Bruder hat dann mit einem Rollschuh ihr in die Seite nachgetreten. Die Kinder streiten sich ständig und weinen dann, die Mutter greift nicht ein, im Gegenteil, sie ignoriert die Kinder, dreht sich um und lässt die Kinder völlig mit der Situation allein. Dann passiert es wieder, dass sich die Geschwister schlagen. Ich persönlich habe gesehen, wie die Mutter einen ihrer Kinder mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen hat. Eine Tochter hatte an ihrem Arm schon Fingerabdrücke. Wir haben vor einiger Zeit die Mutter stark angegriffen – weil es mittlerweile uns zu viel wird auch von der Lautstärke her. Mein Mann hat ihr vorgeworfen, dass sie sich nicht um ihre Kinder kümmert und dass wir auch denken, dass es Gewalt in der Familie gibt. Sie war natürlich empört außer bei der Aussage der Gewalt, da hat sie nichts darauf gesagt. Die Mutter arbeitet abends als Altenpflegerin, der Vater handelt genau wie sie – Kinder raus, Essen gibt es in Form von Chips/Cola oder mal ein Brot, welches man draußen isst. Die Mutter ist einfach überfordert, der Vater hat nicht wirklich großes Interesse – beide handeln nicht als liebende Eltern und ich denke, dieser Familie sollte geholfen werden. Sie hat einmal zu mir gesagt, sie hält die Situation im Haus nicht mehr aus und hatte dann einen Termin bei den Malteser. Aber da kam wohl nichts bei raus. Die Kinder haben meiner Meinung zwei Möglichkeiten – entweder sie bleiben in ihrem Zimmer oder sie müssen nach draußen – egal was für ein Wetter. Selbst jetzt in der Dunkelheit sind die jetzt 8 jährigen teilweise bis 19:30 / 20:00 draußen – Hauptsache nicht nach Hause – weil da gibt es nur Ärger. Diesen Eindruck haben wir mittlerweile. Einmal hatte ich die ältere Schwester mit der Jüngsten draußen bei Regen gesehen und gefragt, warum sie den um Gottes willen bei diesem Wetter draußen ist – Antwort: wir dürfen nicht rein, Mama guckt Fernsehen. Es gibt hier noch viele Vorfälle, die ich aufführen könnte aber die eigentliche Message ist, in dieser Familie läuft es nicht gut. Soll ich das Jugendamt einschalten oder einfach wegziehen (Mai 2016)? Ich möchte nicht, dass man die Kinder wegnimmt – ich würde einfach auf Hilfe für die Familie hoffen. Ich bitte um ehrlichen Rat.

    #2 RE: Nachbarhilfe für vier Kinder – ja oder nein? in Entwicklung, Gesundheit, Erziehung der Kinder 22.11.2015 16:22
    von Fiete2

    Hallo Mim,woher seid Ihr so umfassend informiert, bspw. über das Essen der Kinder?Und was habt Ihr an nachbarschaftlicher Hilfe bis jetzt versucht? Ich hoffe, es war nicht nur dieses eine, scheinbar eher aggressiv geführte, Gespräch?
    Weißt Du zufällig, was für eine Beratungsstelle o.ä. „der Malteser“ ( das ist ja nur die Trägerschaft ), die Eltern ( oder nur die Mutter? ) aufgesucht hat und was dabei tatsächlich besprochen wurde?
    Und hast Du ( wiederum zufällig ) Informationen, wie Schule u./o. Kindergarten sich bis jetzt in der Sache verhalten?
    „Das JA einschalten“ kannst Du natürlich nicht, sondern höchstens dort auf eine, von Dir subjektiv wahrgenomene, mögliche Gefährdungssituation hinweisen. Ob das sinnvoll ist, wäre sehr gründlich zu überlegen.
    Kinder brauchen ihre Eltern, auch wenn das manchmal für Außenstehende nicht leicht nachzuvollziehen ist.
    Gibt es ernst zu nehmende Defizite, sollte man Hilfe anbieten. Soweit ist Dein Wunsch – natürlich auch auf Ruhe im eigenen Haushalt – durchaus nachvollziehbar.
    Die Frage ist, welche Hilfe angemessen wäre.
    Hast Du Dich schon mal erkundigt, ob es in Eurer Gegend entsprechende Beratungsstellen gibt, die den Eltern ( oder im akuten Notfall auch den Kindern ) hilfreich sein könnten? Wobei zu bedenken wäre, daß es sich möglichst um Stellen handeln sollte, die gerade nicht im unmittelbaren Geschäftsverhältnis ( Kooperationsverträge o.ä. ) mit dem örtlichen JA stehen. Denn diese arbeiten i.d.R. profitorientiert und sind mit weiteren „Kindeswohlprofiteuren“ ( u.a. über das JA ) vernetzt. Das bedeutet, daß deren Interesse eher auf dem Geschäft als den besten Interessen der Kinder beruht.
    Kurz gesagt: einfach eine Familie beim JA zu denunzieren ( oder eben bei dessen Geschäftspartnern ) führt sehr oft dazu, daß – evtl. unter Zwischenschaltung einer SPFH ( sog. „Sozialpädagogische Familienhilfe“, die sehr oft aber gar kein Interesse hat der Famiilie zu helfen ) – den Kindern die Eltern weggenommen werden.
    Das ist, außer in ganz wenigen Ausnahmefällen, aber so ziemlich das schlimmmste, was man den Kindern antun kann.
    Einen Wegzug Eurerseits halte ich zwar für durchaus verständlich, allerdings bestenfalls für Euch, wie Du sicherlich nachvollziehen kannst.

    Gruß……Fiete
    Respekt immer!
    Angst nie!

    #3 RE: Nachbarhilfe für vier Kinder – ja oder nein? in Entwicklung, Gesundheit, Erziehung der Kinder 23.11.2015 15:03
    von Mim22

    Hallo Fiete, vielen Dank für Deinen Post, der mich nachdenklich stimmt. Es geht mir nicht darum, Eltern beim JA zu denuzieren aber soll ich wegsehen, weghören und jetzt dann auch bald wegziehen? Warum wir alles mit bekommen? Weil genau 2 m von deren Eingangstür unsere Küche und Esszimmer liegt. Und das Brüllen des Vaters/Mutter und das lautstarke Weinen der Kinder bekommen wir natürlich mit. Tja, wo fängt seelische Grausamkeit an? Klar, brauchen Kinder ihre Eltern und klar, hat kein Kind ein Anrecht auf eine sorgenfreie Jugend. Wir hatten viele nette und normale Gespräche bevor es eskalierte, aber die Eltern sind einfach nicht in der Lage, diese Ratschläge aufzunehmen oder ganz deutlich, es fehlt ihnen an sozialer Intelligenz. Es geht mir darum, dass die Familie vor allem die Mutter Unterstützung bekommt um nichts anderes. Und dann geht es den Kindern auch besser. Vielleicht gibst Du mir einen Rat, an wenn ich mich wenden soll – wenn ich es überhaupt noch mache. Ich hatte halt mal gehört, dass das Jugenamt nicht nur Kinder wegnimmt sondern auch proaktiv Familien unterstützt – gibt ja genügend Geldtöpfe dafür.

    Danke + Gruß
    Mim 22

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