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Jugendamt will uns zu tagesstationärem Klinikaufenthalt zwingen


  • Redaktion
    Moderator
    Redaktion

    #1 Jugendamt will uns zu tagesstationärem Klinikaufenthalt zwingen in Jugendamt
    25.05.2015 12:38
    von Hottie

    Hallo Fietje,

    du wurdest mir empfohlen, da du über fast alles so gut Bescheid weißt.

    Nun zu unserem Problem, das ich versuche, so detailiert wie möglich darzustellen.

    Unser Sohn wurde Anfang 2008 geboren. Er war von Anfang an ein schwieriges Kind mit dem wir überfordert waren.
    Gott sei Dank hatten wir damals eine wirklich tolle Kinderärztin, die mittlerweils in Ruhestand ist.

    Unser Sohn war stundenlang am schreien, hat kaum getrunken, ließ sich kaum zum schlafen bewegen, so dass wir kurz davor waren, dem ein Ende zu bereiten. Woran es lag wußten wir damals noch nicht. Hier hatten wir bereits den ersten Kontakt zum Jugendamt, da uns ein Nachbar die Polizei an den Hals geschickt hat, unser Kind würde so viel schreien, dass wir es ganz sicher schlagen. Wir haben damals für 4 Wochen eine Familienhilfe bekommen, die unserem Sohn schon damals mehr Schaden als Nutzen zufügte. Es war eine Kinderpflegerin, die unseren Sohn mit 3 Monaten !!! versuchte auf Beikost zu bringen, er kotzte und die ganze Wohnung voll. Die Maßnahme haben wir abgebrochen.

    Auf Anraten unserer Kinderärztin ließen wir unseren Sohn in einer Kinderklinik untersuchen, bei der Magenpförtner und Darmverschlingungen ausgeschlossen wurden, die ein Grund für seine exzessiven Schreianfälle hätten sein können. Gesundheitlich war er also vollkommen in Ordnung.

    Wir sind dann als Notfall in die Schreibaby-Ambulanz stationär eingewiesen worden. Das war unsere Rettung. Wir waren echt am Ende, keiner konnte verstehen wie es an die psychischen Grenzen geht, wenn er Kind 36 Stunden mit kurzen Schlafunterbrechungen (aus Erschöpfung) durchbrüllt. Endlich bekammen wir Hilfe. Mit Videoschulung und Schlaf- und Trinktraining kamen wir mit einem vollkommen gesunden Kind wieder nach Hause. Mit Unterstützung der SPZ bekammen wir dann mit 6 Monaten eine Tagesmutter, die uns entlasten sollte. Jugendamt war hier erstmal vom Tisch für die nächsten Jahre – dachten wir zumindest.

    Das lief 2 Jahre gut, bis die „erste Tagesmutter“ behauptete unser 2 jähriger Sohn hätte ADHS. Daraufhin kündigten wir den Vertrag und suchten eine ganz tolle neue Tagesmutter mit der wir auch heute 4 Jahre später noch im Kontakt sind.

    Im Alter von 2 Jahren merkten wir, dass sich die Sprache unseres Sohnes nicht in der Norm entwickelt, also haben wir Frühförderung beantragt. Diese bekam unser Sohn von 2,5 Jahren bis 3,5 Jahren, danach kam er als Integrationskind in einen Integrationskindergarten.
    Im Kindergarten bekam er weiterhin Förderung in Form von Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie und Spiel- und Musiktherapie.

    Im September 2014 wurde er in einer Sprachförderschule eingeschult und bekommt dort weiterhin Logopädie und Ergotherapie, außerdem hat er einen Platz in einer heilpädagogischen Tagesstätte.

    Unser Sohn hat eine massive Sprachstörung und kann sich verbal nicht so äußern, wie es andere Kinder seines Alters tun. Deswegen neigt er dazu körperlich (hier ist er weit überlegen) auf ander loszugehen. Er war zuhause nie einfach, die Trotzphasen waren immer extrem und haben nie wirklich aufgehört. Türenknallen und Anbrüllen von beiden Seiten standen an der Tagesordnung. Die Nachbarn beschwerten sich.

    So und nun zu den Vorfällen, die dazu führen dass wir das Jugendamt wieder am Hals haben und diese nicht mehr los werden. Im Moment steht im Raum „Das Kindeswohl ist gefährdet“. Das Jugendamt beantragt eine Anhörung vor dem Familiengericht und möchte unseren Sohn in eine psychiatrische Klinik einweisen.

    Wie es dazu kam:

    Auslöser waren einige Vorfälle im Kindergarten, dessen Höhepunkt war, dass unser Sohn mit zwei weiteren Kindern bei sog. „Doktorspielchen“ erwischt wurden. Er hätte angeblich andere Kinder gezwungen, seine Geschlechtsteile in den Mund zu nehmen, den Poppes zu lecken usw.
    Das ist aber lt. einer der beiden mitbetroffenen Kinder nicht der Fall, die hätten das alle freiwillig gemacht und wollten nur mal sehen wie die Körper des anderen aussehen.
    Hier haben wir das erste mal erfahren, dass es solche Vorfälle schon öfters gegeben haben soll. Wir waren wie vor den Kopf geschlagen.
    Die Erzieherin unseres Sohnes wollte das Jugendamt einschalten, wir waren erst mal dagegen. Leider hatte diese das Talent und solange zu bearbeiten bis wir einem gemeinsamen Gespräch im Kindergarten zustimmten – der größte Fehler unseres Lebens. Man meinte es halt gut.

    Folglich bekamen wir dann eine Familienhilfe, die uns ausgequetscht hat bis in die Untiefen unserer Vergangenheit und uns daraus vermutlich einen Strick drehen wird. Wir sind als Kinder viel geschlagen worden und wehe wir haben aufgemuckt. Wir haben beide immer versucht unser Kind ohne Gewalt großzuziehen, ohne körperliche Gewalt ist uns das gut gelungen, aber scheinbar nicht ganz ohne psychisches unter Druck setzen.

    Die Familienhilfe sollte eigentlich nur den Überganz vom Kindergarten in den heilpädagogischen Hort begleiten, also von Mai bis September 2014. Leider ging das bis letzte Woche – also Mai 2015. An dem Punkt im Abschlussgespräche haben wir jede weiter Zusammenarbeit verweigert, weil sie uns mehr Schaden als Nutzen zugefügt haben.

    Nun ist es so, unser anfangs schüchterner Sohn kam recht gut im Hort an, nach einigen Wochen wurde er dann agressiv, pinkelte angeblich in den Spielkeller des Hortes und machte sich auch an schwächere Kinder ran und hätte versucht diese zu sexuellen Handlungen zu zwingen. Bei uns zuhause, auf dem Spielplatz und Freunden haben wir solche Anwandlungen nie wahrgenommen. Aufgrund seiner weiteren Hibbeligkeit wurde uns geraten eine Untersuchung in einer psychiatrischen Klinik auf ADHS und psychische Störung zu machen, dem stimmten wir nach langenm Zögern zu. Wir wollten ja im Endeffekt auf Klarheit und nur das beste für unser Kind.

    Die Familienhilft brachte dort immer wieder das sexuelle in der Vordergrund. Unser Sohn sei nicht normal, auch Mißbrauch stand im Raum. Wir fragten uns spinnen die, wer soll ihn den mißbraucht haben? Definitiv nicht. Wir wissen bis heute nicht woher diese sexuellen Handlungen bei einem 6 bis 7 jährigen herkommen.

    In der Klinik wurden diverse Untersuchungen und psychiologische Testungen gemacht auf Empfehlung von Jugendamt und Familienhilfe. Das Gutachten hierzu ist einfach nur katastrophal.

    Auszüge daraus:
    – emotionale Störung mit änglichlichen und depressiven Anteilen
    – expressive Sprachstörungen (diese behandeln wir seit Jahren)
    – knapp durchschnittliche Intelligenz (IQ = 87 nach SON 6-40)
    – psychische Störung eines Elternteils (der Papa ist in Verhaltenstherapie, weil der Rententräger uns kaputt gemacht hat)
    – inadäquate intrafamiliäre Kommunikation
    – ernsthafte soziale Beeinträchtigung

    Vorstellungsanlass in der Klinik unsererseits war:
    – vermehrte Wutanfälle mit häufigem Quietschen und Kreischen
    – werfen von Dingen in Wutphasen (einmal sogar ein Messer nach mir)
    – Regeln und Grenzen werden nicht aktzeptiert
    – Annahme unsererseits dass er uns nicht versteht oder verstehen will
    – Schwierigkeiten in Konzentration und Aufmerksamkeit

    Vorstellungsanlass seitens Tagesstätte und Familienhilfe:
    – sexualisiertes Verhalten
    – er spiele Szenen eines sexuellen Aktes mit Puppen nach (machte er bei uns niemals)
    – benutze Wörter mit sexuellem Inhalt (unserer Meinung nach ein Nachplappern von gehörtem)

    Testpsychiologischer Befund:
    – zunächst zurückhalten, gleichzeitig neugierig und interessiert
    – der Untersucherin gegenüber aufgeschlossen und kooperativ
    – bei den Untersuchungen offen und Zugewandt
    – bei der Aufmerksamkeitstestung motivierte und konzentrierte Mitarbeit
    – keine motorischen Unruhe
    – deutlich reduziertes sprachliches Ausdrucksvermögen
    – Hinweise auf soziale Ängstlichkeit, insbesondere Trennungsangst von den Eltern
    – Ängste vor dem Alleinsein

    Ergebnis:
    Wegen der deutlichen Verhaltensauffälligkeiten sieht die Klinik das gesunde Entwicklung als gefährdet und empfiehlt eine teilstationäre Behandlung

    Er sei der Personengruppe §35A KJHG (SGBVIII) zuzuordnen. Da die Probleme länger als 6 Monate bestehen, ist mit einer Beeinträchtigung der Teilhabe an der Gesellschaft zu erwarten. (dick und fett im Bericht geschrieben).

    Aufgrund dieses Berichtes veranlasst nun das Jugendamt eine Anhörung gem. §157 FamG vor dem Familiengericht, das das Kindeswohl gefährdet sei.

    Wir sind nun an dem Punkt an dem wir:

    1. gerne die Medien mit einsetzen würden
    2. dringend einen guten Familienanwalt benötigen (leisten können wir uns diesen nicht, ggf. Prozesskostenbeihilfe)
    3. die Schweigepflichtsentbindungen zurücknehmen möchten (wenn wir nur wüssten wer alles eine bekommen hat?)

    Wir sind absolut gegen eine Aufnahme in die tagesstationäre Klinik. Wir sehen die ambulanten Möglichkeiten noch nicht erschöpft (z.B. Therapie fürs Kind bzw. ggf. sogar eine Familientherapie)

    Unsere Befürchtung ist, dass sie ihm noch mehr psychischen Schaden zufügen als schon vorhanden.

    Wir planen gerade ihn aus der heilpädagogischen Einrichtung zu nehmen, in der Förderschule bleibt er wie gehabt (da gibt es die wenigsten Probleme).

    Vielleicht sollte ich noch anmerken, dass wir regelmäßig seine Hoden abtasten mussten, ob eine OP zwecks Pendelhoden notwendig werden würde. Ist jetzt nämlich im Juni der Fall. Eine Phimose OP hat er bereits hinter sich mit knapp 3 Jahren.

    #2 RE: Jugendamt will uns zu tagesstationärem Klinikaufenthalt zwingen in Jugendamt
    27.05.2015 03:37
    von Fiete2

    Hallo Hottie,
    Tja, was soll man dazu sagen, ohne einerseits seitenlang zu beschreiben, was alles schief gelaufen sein könnte, was aber andererseits wiederum kaum hilfreich wäre, da es sich auf längst gelaufene Vorgänge bezieht und nicht mehr geändert werden kann?
    Ich greife einfach mal das was mir wesentlich erscheint heraus und versuche ein paar brauchbare Anmerkungen dazu zu machen.

    Zitatdu wurdest mir empfohlen, da du über fast alles so gut Bescheid weißt.

    Zuviel der Ehre, es wäre zwar schön, wenn ich so schlau wäre, dem ist aber nicht so. Konkret: ich bin selbst ehemaliger Hilfsarbeiter, radikal entsorgter ( insofern ehemaliger ) Vater und mein bescheidenes Wissen beschränkt sich darauf, daß ich aufgrund der ultraextremen Entwicklung im eigenen Fall nach dessen Abschluss versucht habe, mir einen ganz groben Überblick über die Rechts- u. Gesetzeslage, sowie die dazu oft in konträrem Gegensatz stehenden Gepflogenheiten im Spruchrecht und den möglw. involvierten Institutionen zu verschaffen.
    Kurz gesagt: Ich bin kein Experte, sondern lediglich Laie, der sich ein wenig umgehört, resp. belesen hat.
    Um Euren Fall einigermaßen vollständig einzuschätzen, müßte man m.E. eine Art Wolfgang Bergmann, Jesper Juul, Gerald Hüther, Jürgen Rudolph, Rolf Bossi u.w. in einer Person sein und am besten noch die lokalen Gegebenheiten vor Ort kennen. Eine wirklich äußerst knifflige Geschichte.

    Euer Sohn war Schreikind. Das kann schon einige Probleme mit sich bringen, die u.U. auch später noch Auswirkungen zeigen können. Die genauen Ursachen werden aus der Beschreibungen nicht klar, aber das tut vermutlich jetzt auch nichts mehr zur Sache. Die Tatsache, daß dem so war, sollte man jedoch im Hinterkopf behalten.
    Und es wurde sehr früh eine SPFH eingesetzt. Ob das in dem Alter bei der Problematik sinnvoll war, wage ich ernsthaft anzuzweifeln. Aber es gibt schon eine gewisse Richtung vor, nämlich, daß möglw. pädagogische Defizite bei Euch als Eltern vermutet wurden, anders macht die Sache kaum Sinn.
    Daß diese SPFH sich dann auch noch als „Ernährungsspezalistin mit der Brechstange“ aufgespielt hat, bestätigt nur den in Betroffenenkreisen schlechten Ruf dieser Einrichtung.
    ( Wenn ihr mal die Suchfunktion dieses Forum nutzt und den Begriff SPFH eingebt, sollten ein paar möglw. interessante weitere Beiträge dazu auftauchen )

    Ähnlich von sich überzeugt scheint die erste Tagesmutter gewesen zu sein ( warum auch immer, aber seit sich Kindergartentanten offiziell „Erzieher“ nennen, wundert mich desbez. kaum noch etwas ).

    Gut war sicherlich, daß Ihr daraufhin selbst initiativ geworden seid und eine kompetentere ( und möglw. auch unabhängigere ) Tagesmutter als Ersatz gesucht und gefunden habt.

    Damit kommen wir auch schon zu einem wichtigen Punkt, der sich durch die ganze Beschreibung zieht. Ich kürze hier einfach mal ein wenig ab, um nicht doch ellenlang nicht mehr zu ändernde Unterpunkte zu bearbeiten.
    Ihr versucht das beste für den Sohn zu tun ( mal scheinbar auch reichlich viel, ob das gut ist, oder nicht, kann ich aus der Distanz natürlich nicht erkennen ) und geratet dabei immer wieder in die Fänge von Kooperationspartnern des örtlichen JA, die scheinbar ihr eigenes Geschäftsinteresse über die besten Interessen des Kindes stellen. Das ist leider üblich in D., der Job, die Karriere, das Einkommen wird nunmal höher bewertet, als die Aufgabe dem Kunden zu helfen und seinen sozialen, gesetzichen, medizinischen, oder sonstigen Auftrag zu erfüllen.

    Das scheint bei Euch akut geradezu in einer existentiell bedrohlichen Eskalationsphase zu stecken, was vermutlich für mehr oder weniger panikartige Ängste bei Euch sorgt.
    Einerseits natürlich zu Recht und absolut verständlich. Andererseits aber eine brandgefährliche Sache. Denn die meisten an derartigen Vorgängen beruflich beteiligten, o. mitwirkenden Profis kennen das recht genau und viele nutzen es schamlos aus, manche treiben diese eskalative Entwicklung sogar gezielt voran, da sie wissen, daß um ihr Kind besorgte Eltern dann leicht über-, o. jedenfalls ungeschickt reagieren, was den Entzug des Kindes nur erleichtert, bzw. verfestigt.

    Das Kind hat offenbar tatsächlich das eine oder andere Problem und ob es nun wirklich soweit außerhalb der üblichen Norm ist, daß man sich ernsthaft sorgen müßte oder nicht, ist wahrscheinlich gar nicht der wichtigste Aspekt. Eher kann man wohl vermuten, daß sich manche „Einschätzungen“ über Jahre und weil es gerade gut passte, mittels „ergebnisorientierter Zielforschung“ und dem weiterentwickeln von subjektiven Eindrücken und Gerüchten immer weiter aufgeschaukelt haben.

    Desweiteren halte ich es für nicht unwahrscheinlich, daß die zuletzt involvierte Klinik u./o. das dort beschäftigte Personal enge Kooperationspartner des JA sind.
    Da der Sohn sicherlich nicht allzu „pflegeleicht“ ist, geht es also eher nicht um eine Weitervermittlung in ein Heim o. eine Pflegestelle, sondern wahrscheinlich um Auslastung der Plätze in eben dieser Klinik, oder damit verbundener Einrichtungen. Möglw. ist/ sind der/die untersuchende(n) Doktor(es) dort auch „Stammgutachter“ Eures JA. o. Familiengerichtes. Manche der Einrichtungen und Mitarbeiter der Vitos-Klinik-Kette stehen z.B. in dem unrühmlichen Ruf sich so Kundschaft und Geld aus der Hand des Steuerzahlers zu verschaffen, indem sie erst Gefälligkeitsatteste und -gutachten für JÄ und Gerichte erstellen und infolge praktischerweise gleich den Patienten frei Haus und auf Dauer geliefert bekommen.

    An ungefähr spätestens dem Punkt reagieren dann viele Angehörige ziemlich sauer und stellen die Kooperation ein. Auch verständlich, aber ein taktischer Fehler, da „Kooperationsunwilligkeit“ von JÄ und Gerichten als Punkt gegen die Sorge und den Umgang der Eltern gewertet wird.
    Suchergebnis hier im Forum:
    search.php?q=Kooperationsunwilligkeit&type=all&matchtype=or&im_feld=text&orderdirection=DESC&orderby=date

    Die Medien sind i.d.R. keine Hilfe, zumindest die großen Mainstreammedien nicht, da sie eng quotiert arbeiten, w.h. von den hunderten oder tausenden Fällen die sich geliefert bekommen, greifen sie nur mal den einen oder anderen auf und auch das nur, wenn sie entsprechend mehr Beiträge pro JÄ und gegen Eltern zu veröffentlichen haben.

    Ein „guter Familienrechtsanwalt“ ist eine Nadel im Heuhaufen, höflich formuliert. Der größte Teil sind unfähige, oft spitzbübische Deppen ( fällt mir keine nettere Formulierung zu ein ), was verschiedene Gründe hat, z.B. die per se schlechte Ausbildung, die viel zu große Anzahl an FamRAen und nicht zuletzt deren Abhängigkeiten von JÄ und Gerichten, bis hin zur direkten Erpressbarkeit.
    Kurz gesagt: da habt Ihr grundsätzlich schlechte Karten, zumal Ihr ja auch noch psychiatrierechtliche Aspekte im Spiel habt.
    Anders gesagt: Wenn man Geld hat, kann man versuchen, einen renommierten RA zu finden, der gerde FamRecht NICHT als Hauptstandbein hat und möglichst in einem anderen Gerichtsbezirk ansässig ist, ansonsten gilt bei Sorge- u. Umgangsfragen: ohne RA ist meist eher besser als mit.
    Klingt sicherlich mies, ist aber aller Erfahrung nach so.

    Eine Rücknahme von Schweigepflichtsentbindungen ist grundsätzlich empfehlenswert, allerdings oft gar nicht so einfach, wobei es zu bedenken gilt: Papier ist geduldig und alle Beteiligten und Mitwirkenden haben Telefon, E-Mail etc.
    Vieles was intern gekungelt wird, werdet Ihr nie erfahren, resp. es taucht unvermittelt z.B. in irgendwelchen Beschlüssen als Anspielung auf, ohne daß erklärbar wäre, wie der verfassende Richter darauf überhaupt kommt. ( ich wurde bspw. in einem Gerichtsbeschluss als angebl. psychiatrisch Kranker und somit gar nicht antragsberechtigt kaum verhohlen verhöhnt, ohne je untersucht worden zu sein. Da heißt es sich ein dickes Fell zuzulegen und sehr ruhig und besonnen zu reagieren, sonst wird die logische Reaktion noch als Bestätigung so einer amtsanmaßenden Verdachtsdiagnose – eines Richters – keines Arztes , wohlgemerkt – gewertet )

    Was könnt Ihr also ganz direkt unternehmen?
    Sehr gute Frage, sehr schwierige Antwort.
    Vordergründig und immer gut ist das übliche: schlau machen und mit anderen zusammenschließen!
    Also eine Gruppe entsorgter und von Entsorgung bedrohter Eltern in möglichst direkt erreichbarer Nähe zu suchen und dort beitreten.
    Desweiteren niemals am Telefon oder unter vier Augen mit anderen Beteiligten und Mitwirkenden kommunizieren!
    Immer den Beistand nach §13 SGB X hinzuziehen ( bei Gericht und wenn man keinen Anwalt hat, den Beistand nach §12 FamFG ) und für ein im wesentlichen wortgenaues „Gedächtnis“-Protokoll sorgen, daß mindestens zweimal glaubhaft gemacht wird ( vom Betroffenen, vom Beistand und gern von jedem weiteren, der dabei war und dazu bereit ist ) !
    Siehe auch:
    Beistand, Zeugen, Bevollmächtigte u.ä.
    Eidestattliche Versicherungen/Glaubhaftmachung

    Nichts unter Druck unterschreiben, alles erstmal gründlich und in Ruhe prüfen.

    In Eurem Fall ist es aber sicherlich auch unbedingt vonnöten, sich eine gute Verfahrenstaktik zurechtzulegen. Da sehe ich das größte Problem. Wie oben schon angedeutet, ist Kooperationsverweigerung ein Eigentor. Andersherum darf man sich aber auch nicht gängeln lassen. Am besten wäre es, wenn Ihr zu erwartenden Zwangsmaßnahmen schon vorab den Wind aus den Segeln nehmen könntet.
    Also z.B. Euch Fachkräfte Eures Vertrauens, zumindest aber einigermaßen vom JA unabhängige, sucht und diese möglichst umfassend in den Fall involviert. So kann man zu Stellungnahmen, Attesten etc. kommen, die andere überflüssig machen, oder wenigstens entkräften. Das zeigt auch ein deutliches Engagement pro Kind und gibt Euch die Möglichkeit zum Ausdruck zu bringen, daß Ihr sehr wohl kooperationsbereit seid, die Gegenseite aber möglw. nicht.
    Anders gesagt: lasst Euch nicht in die Rolle desjenigen drängen, der wütend zurückdrischt, sondern dreht dieses Bild nach Möglichkeit um.
    Das ist sehr leicht gesagt und sehr, sehr schwer getan, gar keine Frage. Man muß es dazu schaffen, eine gewisse Distanz herzustellen, noch dazu unter heftigem Beschuss von Profis.
    Wie Ihr das schafft, da kann es kein Patentrezept geben, das müßt ihr selbst herausfinden, aber anders sehe ich kaum realistische Chancen.

    Soviel für’s erste, Hottie. Frage gern gezielt weiter nach und nutze google und die Suchfunktion hier im Forum!

    Gruß………Fiete
    Respekt immer!
    Angst nie!

    #3 RE: Jugendamt will uns zu tagesstationärem Klinikaufenthalt zwingen in Jugendamt
    28.05.2015 07:37
    von Tigress

    Guten Morgen Hottie,

    wie kommt Ihr jetzt aus der Patsche? Die Richtung hat Fiete Euch schon grob genannt, und viel über die Hintergundmechanismen geschrieben. Insbesonders seine Ratschläge über da Hinzuziehen eines Beistandes zu wichtigen Gesprächen und seine Anmerkungen zum Umgang mit SPFHs sind sehr ernst zu nehmen. Bitte lest Euch hierzu im Forum gut bei den älteren Beträgen ein.

    Aktuell wäre es signifikant wichtig zu wissen, was das Jugendamt mit dem tagesstationären Klinikaufenthalt bezwecken möchte. Angesichts Eurer Vorgeschichte und meinen Erfahrungen vermute ich, dass die ‚Behandlung‘ auf eine medikamentöse Einstellung hinaus laufen wird. MPH, Risperidon, usw. Die Handelsnamen der üblichen Verdächtigen kennt Ihr gewiss längst. Im Hinterkopf behalten solltet Ihr dabei stets, dass in Deutschland immernoch eine freie Arztwahl besteht, und wenn ein niedergelassener Kinder- und Jugendpsychologe das ebenfalls leisten kann bzw. könnte, besteht kein Grund mehr, auf einen tagesstationären Klinikaufenthalt (in einer wahrscheinlich tatsächlich eng mit dem Jugendamt kooperierenden Klinik) zu pochen. §35a SGB VIII ist gar nicht so schlecht, wie er sich zunächst anhört, er kann Euch den Weg zu Hilfen ebnen, die Euer Kind tatsächlich weiter bringen können, z. B. wäre ein Sozialkompetenztraining möglich, oder später ein Schulbegleiter. Damit fährst Du meist besser als mit dem § 27, Hilfen zur Erziehung, über den wahrscheinlich Eure SPFH läuft.

    Die SPFH einfach vor die Tur zu setzen war eine menschlich verständliche, aber aus Behördensicht höchst problematische Entscheidúng: Das Amt sieht darin eine Verweigerungshaltung und hat Euch prompt an das Familiengericht weiter gereicht. Dabei wäre die Hilfe Euch sehr willkommen gewesen, wenn sie eine Hilfe und keine zusätzliche Belastung gewesen wäre, oder? Hier lohnt es sich, nachzudenken, und auch in den Zielvereinbarungen der HPGs nachzulesen. Hat sich die SPFH strikt daran gehalten? Wohl kaum, denn sonst wäre das Vertrauensverhältnis zu ihr nicht so zerrüttet, wie es ist. Das sollte der Richter auch erfahren.

    Der Entzug von Schweigepflichtsenbtbindungen wird wenig bewirken wenn das Amt mit dem Argument Kindwohlgefährdung kommt. Diese jetzt dennoch durchzuziehen, ist jedoch im Hinblick auf eine längerfristige Wirkung anzuraten. Wenn Du Dir Deiner Sache nicht sicher bist, schreibst Du nicht nur die Stellem an, denen Du eine Schweigepflichtsentbindung gegeben hast, sondern weist auch alle Ärzte, Therapeuten und andere Stellen schriftlich auf ihre Schweigepflicht dem Amt gegenuber hin.

    Zum weiteren Erfahrungsautausch ist natürlich eine Vernetzung wichtig, so wie Fiete es beschrieben hat. Hier kommen nicht nur die Selbsthilfegruppen für Jugendamtsopfer in Betracht, sondern auch Gruppen von Eltern mit beeinträchtigten Kindern. Die haben häufig ein beachtliches Wissem uber lokale Gepflogenheiten und sinnvolle Therapieangebote gesammelt.

    lg

    Tigress
    Verstanden werden ist schön, so es denn gelingen sollte.
    (Hans-Werner Henze)

    #4 RE: Jugendamt will uns zu tagesstationärem Klinikaufenthalt zwingen in Jugendamt
    08.06.2015 19:22
    von Hottie

    Erst mal ganz lieben Dank an euch beide.

    Ich hätte da noch eine Frage.

    Wie denkt ihr wirkt sich das aus, wenn wir einen Kinder- und Jugendpsychiater über die Schule einbinden?

    Ich muss diesen Kinderpsychiater nicht von der Schweigepflicht entbinden bzw, ich weiß nicht ob es möglich ist, dass dieser nur dem Jugendamt gegenüber bestätigt das eine Therapie stattfindet und am Ende, dass diese mit Erfolg beendet wurde ohne tiefergehende Details. Das Jugendamt soll nur wissen dass was passiert mehr nicht.

    #5 RE: Jugendamt will uns zu tagesstationärem Klinikaufenthalt zwingen in Jugendamt
    08.06.2015 23:08
    von Fiete2

    Hallo Hottie.
    die Idee scheint doch gar nicht schlecht zu sein. Ob diese Fachkraft speziell dem JA ggü. etwas bestätigen müßte, wage ich aber anzuzweifeln. Ihr als Eltern seid doch die Ansprechpartner. Also sollte dieselbe Euch schriftlich bestätigen, daß der Sohn dort in Therapie ist und ( später ) was dabei herauskommt. Dadurch könnt Ihr das JA benachrichtigen, daß weitere Maßnahmen zunächst mindestens überflüssig, wahrscheinlich gar nicht ratsam sind ( schon weil man das Kind nicht durch übertriebenen Aktionismus noch mehr belasten sollte ).
    Eigentlich müßt Ihr dazu die Bestätigung noch nicht mal an das JA weitergeben, da Name und Adresse der Fachkraft es erstmal gar nichts angehen.
    Sollten die Vertreter des JA vor Gericht Wahrheitsgehalt u./o. Sinn der Angabe anzweifeln, kann man diese Unterlagen in dem Moment als Beweismittel zu den Akten zu Protokoll reichen, wodurch die Glaubwürdigkeit der JA-MA fragwürdig würde.

    Übrigens:

    Zitat“Eine Phimose OP hat er bereits hinter sich mit knapp 3 Jahren.“

    Sicher, daß die notwendig war? Eine dermaßen frühe Phimose gilt als extrem selten. Üblicherweise läßt sich, sofern nicht eben schon länger verstärkt schmerzhafte Unregelmäßigkeiten unzweifelhaft sind, Phimose erst im Alter von etwa 10 Jahren diagnostizieren. Bis dahin sind Verengungen/ Verklebungen der Vorhaut völlig normal. Und in den meisten Fällen ohne OP zu beheben.
    Erwähne ich deshalb, weil es offenbar einige Mediziner gibt, die auch damit Profit mittels unsinniger OPs zu erwirtschaften versuchen.

    Gruß……….Fiete

    Respekt immer!
    Angst nie!

    zuletzt bearbeitet 08.06.2015 23:09

    #6 RE: Jugendamt will uns zu tagesstationärem Klinikaufenthalt zwingen in Jugendamt
    18.06.2015 13:10
    von Hottie

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für die Tipps.

    Kindeswohlgefährdung ist vom Tisch, einzige Auflage vom Richter, eine Therapie, die wir bereitwillig machen werden.
    Jugendamt wollte Mitspracherecht, wurde abgelehnt, sie bekommen nur Info über Start und Ende, aber nicht über Inhalt.

    Hottie.

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