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Dieses Thema enthält 0 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Redaktion vor 4 Jahre, 9 Monate.

Allgemeine Fragen zu Pflegekind/Adoption


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    #1 Allgemeine Fragen zu Pflegekind/Adoption in Einfach alles 27.05.2013 22:05
    von Robert Guisgard

    Schönen guten Abend;

    ich habe da ein paar recht banale Fragen im Vergleich zu dem, was ich hier nun schon alles gelesen habe. Und zwar geht es doch mehr um den Pflegekindstatus. Die Adoption ist ja eine eindeutige Sache im Vergleich dazu.

    Wenn das Jugendamt ein Kind dauerhaft zur Pflege in eine andere Familie gibt, was bedeutet dann zum ersten das „dauerhaft“? Ich habe bereits gelesen, daß es verschiedene Staffelungen gibt, daß z.B. auch Erwachsene bis 27 Jahren noch in Pflege gegeben werden können. (War auf Wikipedia, muß also nicht stimmen.) Heißt das dann, daß das Kind (wenn es meinetwegen mit sieben Jahren „umzieht“) bis zum 27. Lebensjahr in Obhut bleibt? Kann es mit 18 Jahren sagen, ich ziehe jetzt wieder aus, mache, was ich will und ihr könnt mich alle mal gern haben?
    Wenn in der Pflegefamilie schon leibliche Kinder sind, werden die dann von Amts wegen auch nach ihrer Meinung/Einverständnis gefragt, bezüglich eines Neuzugangs? Gute Eltern werden’s wohl tun, aber sie müssen nicht, oder?
    Welchen Status haben die Kinder untereinander vor dem Gesetz/gibt es überhaupt einen? Soll heißen, sind sie offiziell so etwas wie Halbgeschwister? Und wenn der Pflegezeitraum abgelaufen ist, wären sie alle nur noch Bekannte aus alten Tagen?

    Hm, das war’s erstmal.
    Danke im voraus und gute Nacht

    #2 RE: Allgemeine Fragen zu Pflegekind/Adoption in Einfach alles 28.05.2013 00:43
    von Fiete2

    So banal sind Deine Fragen nicht, Robert,
    immerhin sind sich selbst Richter in manchen davon keineswegs einig.
    Grundsätzlich ist eine Pflege kein Verwandschaftsverhältnis, weder der Pfleger noch derer Kinder, wärend bei einer Adoption zumindest von einem verwandschaftartigen Rechtsverhältnis ausgegangen wird.

    Das Wort „dauerhaft“ ist richtig haarig, da es Grenzen des Grundrechts tangiert. Es müßte ja zunächst festgestellt sein, daß beide Eltern mit Sicherheit bis mindestens zum 18. Lebensjahr nicht in die Lage versetzt werden können ein Kind zu erziehen. Ansonsten gilt das Recht des Kindes und die Pflicht der Eltern, zuvörderst Pflege und Erziehung zu leisten. Was bedeuten würde, daß die außerhäusliche Unterbringung, so minimal und kurzfristig wie überhaupt nur möglich gehandhabt werden müßte ( theoretisch müßte das auch noch alle paar Monate überprüft werden ).

    In der Praxis sieht es allerdings komplett anders aus.
    Ist das Kind erstmal seiner Wohnung und Familie entzogen wird i.d.R. versucht, es möglichst langfristig als Einnahmequelle zu sichern und die Rückführung, resp. Wiederherausgabe, notfalls mit der Brechstange, zu verhindern.

    Die Inobhutnahme hat damit zunächst mal nichts zu tun, das ist eine reine Maßnahme zur direkten Gefahrenabwehr, also insofern höchstens Vorstufe der Pflege. Ist das Kind erstmal aus seiner Familie heraus, kommt es in direkten Verfahren lediglich darauf an, ob es sich um eine Zwangsmaßnahme handelt, oder eine sog. „freiwillige“ Maßnahme ( die meistens auch nicht freiwillig, sondern unter erpresserischer Nötigung erfolgt ). Eine „freiwillige“ Inobhutnahme ist wesentlich schwerer angreifbar, da in dem Fall von einem Hilfeantrag der Eltern, resp. des Kindes ausgegangen wird. Das hat aber mit dem Status ggü. dem Pflegepersonal nichts zu tun.

    Das Kinder bis zum 27 Lebensjahr in Pflege bleiben, ist sicherlich eine seltene Ausnahme, z.B. bei Unmündigkeit.
    M.a.W.: das Kind kann i.d.R. selbstverständlich mit 18J. die Pflegestelle verlassen.
    Wobei zu klären wäre, wer es unterbringt, wenn es sich z.B. in einer Ausbildung befindet.

    Die Kinder der Pflegepersonen haben, wie alle Kinder, zu allen familiären Angelegenheiten, altersgemäß einbezogen zu werden, ab 14J. haben sie auch ein gewisses Mitspracherecht. Und insofern kann die (neben-)berufliche Tätigkeit der Eltern ( die Pflege eben ), schon Aspekte enthalten, die mit den Kindern zu klären wären.
    Zitat
    „Gute Eltern werden’s wohl tun, aber sie müssen nicht, oder?“

    Insofern müssen sie, aber normalerweise wird das niemand überprüfen.

    Und v.dh. ist logisch, daß die Kinder der Pfleger und die Pflegekinder, rechtlich betrachtet lediglich Bekannte sind.
    Im Zweifel können natürlich auch das Bezugspersonen sein ( also u.U. Umgangsberechtigte ).

    Gruß……….Fiete
    Respekt immer!
    Angst nie!

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