Verzichten oder das Kind zerreißen
Der Mann ist immer das Monster. Er hat sie geschwängert, verlassen. Er war gemein und gewalttätig. Jetzt hat er auch kein Recht, seine Kinder zu sehen – ein Schluss, den viele Mütter nach der Trennung ziehen. Um ihre Kinder zu schonen, können Väter am Ende nur verzichten.
Manchmal sieht es aus, als sei der größte Fehler der Väter, dass sie keine Mütter sind. Zum Beispiel, wenn man die Rechtslage in Deutschland anschaut. Welcher Kindergarten ihr Kind prägen soll, ob Regel-, Waldorf- oder Kreativschule, Homöopathie oder Mandeln raus – dabei haben Väter nur dann mitzureden, wenn die Mutter es billigt: Wenn sie den Vater entweder geheiratet hat oder mit ihm gemeinsam auf dem Amt das Sorgerecht einträgt.
«Sonst wird der Vater auf reines Alimente zahlen reduziert. Das ist am Ende der Sieg der Mütter», sagt Andreas (Name von der Redaktion geändert). Aus seinem Mund klingt der Satz nicht wie ein Machospruch. Andreas ist 40, hat zwei Kinder und versucht seit zwei Jahren, ihr Vater zu sein. Viele Worte sind geflossen, mit der Anwältin, mit Beratungsstellen, mit dem Jugendamt. Die große Tochter hat er seit Monaten nicht gesprochen, den Kleinen sporadisch – wenn und wie die Mutter es zulässt.
Dabei ist er mit der Mutter sogar verheiratet, sie teilen rein rechtlich das Sorgerecht. «Das größere Problem ist nicht das Sorge-, sondern das Umgangsrecht», ist Andreas’ Erfahrung. Denn dass er formell über sein Kind mitbestimmen darf, sei zwar eine gute Sache – «aber es ist nur die Theorie».
Umgang, das sagt das Wort, setzt Bereitschaft zur Zusammenarbeit voraus. Doch wenn Menschen sich trennen, wenn sie sich angeschrieen haben, dem einen vielleicht die Hand ausgerutscht ist, wenn das Innerste nach außen und das Äußerste nach innen gekehrt wurde, dann fehlt der Wille. Rache braucht Macht, und ein Machthebel sind die Kinder. «Die Aggressionen der Frauen sind schwerer nachweisbar als die der Männer. Subtiler», sagt Andreas.
Normalerweise sähe er seine Kinder 14-täglich am Wochenende und einmal in der Woche, die Ferienzeit würde geteilt und regelmäßig Telefonkontakt gehalten. «Das ist die optimale Lösung, denn für das Kind ist ja weiterhin eine stabile Beziehung zum Vater wichtig. Doch das wird in Streitfällen von der Mutter übersehen», beschreibt Andreas nüchtern seine Situation. Er hat längst begriffen, dass er sich nur schwächer macht, wenn er ausrastet, dass er damit nur täte, was die Mutter letztlich von ihm erwartet. «Um zu zeigen, der kann das Kind nicht betreuen. Aber das blicken viele Männer nicht.» Deshalb ist er analytisch und geht Schritt für Schritt vor. Es brodelt nur innerlich.
Weil sein kleiner Sohn, den er eigentlich am Wochenende sieht, ständig spontan «krank» wird. Termine verlegt werden, er Auflagen zu erfüllen hat, was mit dem Kleinen unternommen werden soll. Kino statt zusammen spielen, möglichst wenig Persönliches. «Es werden Regeln definiert, die für den Mann demütigend sind – zum Teil auch schwer verletztend.» Wenn ihm untersagt wird, seinen Kindern die neue Partnerin vorzustellen, er ihnen seine neue Wohnung nicht zeigen darf – das Druckmittel Totalentzug steht immer im Raum. «Ich habe keine Handhabe. Die Beweislage ist schwierig.»
Schritt eins ist zwei Jahre her. Das Gespräch mit der Mutter gesucht, im Guten. Auch Schritt zwei verlief im Sande: Freunde der Mutter sollten als Mittler wirken. Der dritte Schritt führte Andreas zum Jugendamt. Das möchte sich am liebsten raushalten, denn den Umgang müssen die Eltern selbst gestalten. Wenn es doch zu einem Gespräch komme, stehe dann eben Aussage gegen Aussage, erzählt Andreas. «Als Vater bist du immer in der Beweispflicht, es ist immer ‹die arme Mutter›».
Das Jugendamt verweist dann auf eine Beratungsstelle, und die Zeit verrinnt. Zeit, in der Andreas seine Kinder fehlen. Noch immer wird darauf gesetzt, dass auch die Mutter zu einer Einigung bereit ist. «Sie sagt nicht, sie wolle nicht. Sondern verzögert und verschleiert.»
De facto habe man als Vater keine Chance. Es sei denn, man weist der Mutter Kindswohlgefährdung nach, da geht es dann schon ums Sorgerecht. «Dazu müsste sie aber asozial und alkoholabhängig sein, und das sind die meisten Mütter nicht. Sie vermengen den Partnerkonflikt mit dem Kindesthema», sagt Andreas. «Aber es ist nichts anderes als Rechtsbeugung zu Lasten der Kinder. Die Frau kann durchaus Opfer in der Beziehung sein. Sie wird aber dann zur Täterin. Das durchschauen die wenigsten Gerichte. Auch das Jugendamt nicht.»
Andreas steht jetzt kurz vor seiner zweiten Gerichtsverhandlung. Eine Verfahrenspflegerin ist bestimmt worden, die sich ein objektives Bild machen soll, von den Eltern, von den Kindern, von der Situation. Sie soll auch vor Gericht für die Kinder sprechen. «Aber selbst, wenn Verfahrenspflege, Beratungsstelle und Gericht positive Entscheidungen treffen, bedeutet das für den Mann keine Verbesserung: Denn der Frau stehen dieselben Mittel zur Verfügung wie vorher.»
An diesem Punkt denkt Andreas an Brechts Kaukasischen Kreidekreis. Jetzt kann er seine Frau vor den Kadi zerren und ums Sorgerecht kämpfen. Jede schmutzige Socke umkrempeln. An den Kindern zerren. Oder sich zurückziehen – und sich später den Vorwurf der Kinder gefallen lassen, er habe nicht für sie gekämpft. «Egal, was du machst, es ist sowieso falsch. Letztlich muss man sich der Frage stellen, zum Wohle des Kindes zu verzichten – in der Hoffnung, dass sie es später mal hinterfragen. Ich hab das für mich schon durch», sagt er. Dass seine Kinder zerrissen aufwachsen und später vermutlich beziehungsgestört sind, hat er verinnerlicht.
Aber auch über Lösungen hat sich Andreas Gedanken gemacht. Er will sich engagieren, wenn es an der Zeit ist. Vom Gericht sollte beiden Eltern eine Intensivberatung auferlegt und den Beratungsstellen mehr Gewicht gegeben werden, um für die Kinder zu bewerkstelligen, wozu die Eltern nicht fähig sind. Um niedere Motive zu beschneiden und Objektivität möglich zu machen. «Die neue Familienministerin könnte so ein Thema mal anfassen. Das ist eine heiße Kartoffel», sagt er. Nicht nur leidgeprüfte Väter, sondern auch Frauen wünscht er sich bei solchen Beratungsstellen. Frauen, die selbst Trennungskinder sind. Öffentlichkeit für beide Seiten erzeugen.
Er hat schon einen dicken Leitz-Ordner für seine große Tochter voll mit Briefen, Dokumenten, Aufzeichnungen – damit sie weiß, dass er doch eine Geburtstagskarte geschrieben hatte, auch, wenn sie nie ankam. Dass er sie angerufen hat, auch wenn das Telefon ausgestöpselt war. Dass er Vater war, obwohl er nicht durfte.
Quelle: news.de – 03.12.2009 – Von Isabelle Wiedemeier
Link zum Pressebericht: www. news.de/gesellschaft/855035144/verzichten-oder-das-kind-zerreissen/2/
























März 12th, 2010 um 15:52
Ich finde es eine Unverschämtheit, daß dieser Mann, die Frechheit besitzt alle Mütter über einen Kamm zu scheren. Aber auch Gerichte und Ämter sind alle unfähig in seinen Augen( “Das durchschauen die wenigsten Gerichte. Auch das Jugendamt nicht”.).». Für mich einer dieser Männer, der “immer und grundsätzlich unschuldig ist”. Mir platzt der Kragen, daß hier so ein Schwachsinn verzapft wird. Ich würde gerne die Mutter zu Wort kommen lassen. Wenn ich richtig verstehe, handelt es sich hier, um körperliche und psychische Gewalt in der Ehe. Das die Mutter ihre Kinder vor weiteren Übergriffen schützen möchte, finde ich sehr verständlich. Das hier Leitz-Ordner gefüllt werden und die Mutter genötigt ist, das Telefon auszustöpseln macht mich sehr nachdenklich. Herr Andreas ich denke bei Ihnen stimmt hier irgendetwas nicht. Mit freundlichen Grüßen
August 24th, 2010 um 01:19
Hoffentlich platzt so was wie dir nicht nur der Kragen, damit ein undifferenziertes ignorantes Wesen weniger für die Schwoinereien der Futti’s Partei ergreift!
Lese mal die Beiträge auf http://www.kindesraub.de, oder http://www.schlaegerinnen-stop.de, oder http://www.pappa.com, und finde heraus, ob teilweise jahrelang dauernder weiblicher Psychoterror noch mit Unterhaltsleistungen belohnt werden sollte!
Die Emanzipation erlaubt deinesgleichen durchaus, auch für deinen eigenen Unterhalt selbst aufzukommen, und nicht nur die Hand aufzuhalten….
August 25th, 2010 um 15:15
@tralala
Wer fi**** konnte muss auch seinen Teil für das Ergebnis tragen.
Wenn das bedeutet das Die Kinder bei der Mutter leben dann hat der Vater seinen Teil dazu beizutragen.
Wenn die Kinder beim Vater leben dann hat es die Mutter zu tun.
Egal welchen Stress die Eltern miteinander haben, die Kinder haben das Recht davon ausgeschlossen zu werden.
Wenn die Mutter in der Ehe zum Vater ein Biest war, mit den Kindern aber top umging dann ist das Problem der Eltern und nicht der Kinder.
Warum sollen die Kinder darunter leiden in dem zB weniger Geld für den Lebensunterhalt da ist weil die Mutter nicht arbeiten kann zwecks Betreuung, (für Horte usw fällt auch wieder Kosten an) und der Vater sich seiner Verantwortung entzieht und nicht einmal seinen Teil zum Lebensunterhalt der Kinder beiträgt.
Sollen die Kinder ärmer sein als die Eltern nur weil diese keinen Bock auf Verantwortung haben? Wie sollen Sportvereine, evtl. Musikunterricht oder Hobbys der Kinder finanziert werden?
Hat das Kind nicht das Recht beide WEltern als Ansprechpartner zu haben?
Auch wenn die Mütter (oder Papas) den Umgang nicht verweigern bedeutet das nicht das die Kinder nicht negativ beeinflusst werden.
Die Eltern sind nicht ohne Grund getrennt und in den wenigsten Fällen sind sie nach einem so einschneidendem Erlebnis auch traumatisiert, wie die Kinder.
Das wird dann über die Kinder aufgearbeitet in dem man sie missbraucht um sich auszukotzen.
Papa jammert über Mama bei den Kids, Mama über Papa.
Kein Wunder das die Kinder auch teilweise von sich aus sich zurückziehen und den Umgang mit zumindest einem Elternteil meiden, es ist ja kein Müllplatz für seelische Sorgen.
Das die Eltern ihre eigene Konflikte nicht miteinander geklärt haben zeigt sich doch an den Fallbeschreibungen.
Wäre man fähig wie erwachsene Menschen miteinander zu reden bräuchte es keinen Kadi und keine verkorkste Kindheit für die Kinder.
August 26th, 2010 um 09:44
Hallo Feria,
Daß sie im größten Teil Ihres Postings dafür argumentieren, daß Kindern beide Eltern zugestanden werden sollen, freut mich, auch wenn das sprachliche Niveau des ersten Satzes doch etwas zu wünschen übrig lässt.
Manche Eltern haben sich ja wohl auch geliebt, nicht wahr?
Daß viele Mütter den Vater lediglich als “Erzeuger” oder “Samenspnder” benutzt haben, ist allerdings auch nicht von der Hand zu weisen, wie man in vielen Mütterforen und ähnlichem, allein schon aus deren Ausdrucksweise schließen kann.
Ein Satz von Ihnen erscheint mir jedoch etwas unvollständig:
Zitat: “Warum sollen die Kinder darunter leiden in dem zB weniger Geld für den Lebensunterhalt da ist weil die Mutter nicht arbeiten kann zwecks Betreuung, (für Horte usw fällt auch wieder Kosten an) und der Vater sich seiner Verantwortung entzieht und nicht einmal seinen Teil zum Lebensunterhalt der Kinder beiträgt.”
Ich denke, da haben Sie in der Eile etwas vergessen.
Warum sollen denn die Kinder darunter leiden, daß die Mutter sie als Besitztum betrachtet und lieber mit der Betreuung so überlastet ist, daß sie nichtmal arbeiten gehen kann, sich ihrer Verantwortung, den Kindern den Vater zu lassen, entzieht und so nicht mal ihren Teil zum Lebensunterhalt der Kinder beiträgt.
Wären die Kinder die Hälfte ihrer Zeit beim Vater, wie es sich für eine anständige Familie gehört und würden somit beide Eltern ihren Teil für den Lebensunterhalt der Kinder tragen, wäre dieser Disput über angeblich sich nicht ausreichend beteiligende Väter ein für alle mal beendet.
Wobei die Schuld an diesem Streit allerdings nicht immer nur auf Seiten der Mütter zu suchen ist, sondern auch und oft besonders bei jenen, die sie, scheinbar wohlmeinend dazu provozieren, den Kindern den Vater zu entziehen und für diese Straftat auch noch Sponsorengelder in Form von sog. Barunterhalt ausgerechnet von dem zu verlangen, der verantwortungsbereit ist und sich um die Kinder in adäquater Form kümmern will.
Also bei den Mitarbeitern vieler Jugendämter, Beratungsstellen, Frauenhäuser, Rechtsanwaltskanzleien, Amtsgerichte u.s.w., bei denen es sich vermutlich auch oft selbst um im Kindesalter gewaltsam entfremdete Personen handelt. Anders ist deren kinderfeindliche Agitationsweise wohl kaum nachvollziehbar zu erklären.
Daß das nicht im Sinne der Kinder ist, die ihre Eltern ja üblicherweise lieben, und durch den so einseitig provozierten Streit in schwere Loyalitätskonflikte getrieben werden, ist wohl logisch.
Wußten sie übrigens, daß Kinder, denen ein Elternteil fehlt ( in den allermeisten Fälen der Vater ) mit signifikant erhöhter Wahrscheinlichkeit, schon in jugendlichem Alter drogensüchtig, kriminell werden oder Suizid begehen?
Von den hunderttausenden, die ihr Erwachsenenleben lang, aufgrund schwerer Störungen, in psychologischer/ psychiatrischer Behandlung sind und oft selbst ihre Kinder durch Elternteilentzug mißhandeln, ganz zu schweigen.
Gruß…….F. Mahler
August 26th, 2010 um 11:02
Hallo F. Mahler,
Mich hat tralala´s Post sehr wütend gemacht deswegen bin ich leider etwas in meinem ersten Satz daneben gegangen.
Natürlich ist das Verhalten der Frauen in ihrem Post nicht zu loben, geschweige denn ist es richtig dies zu akzeptieren.
Ich musste bei der Trennung meiner Eltern erleben das sie lieber eine extrem entfernte räumliche Trennung auf sich nahmen und es dadurch schon nicht mehr möglich war das andere Elternteil regelmässig zu sehen, als ich dann fremduntergebracht wurde haben beide Elternteile versucht mich zu erpressen in dem ich mit dem anderen Elternteil keinen Kontakt mehr haben dürfe wenn ich zu ihnen Kontakt habe.
Überraschenderweise war es gerade meine Mutter die schneller verstand das ich darunter leide und lies mir die freie Wahl den Kontakt zu ihr zu suchen auch wenn ich Kontakt mit meinem Vater habe (als Kind war ich immer ein Vaterkind und hab auch heute wieder einen besseren Draht zu ihm als zu ihr)
Ich hab aber auch bei meiner Tochter erlebt das ihr Vater zwar bereit war das Sorgerecht mit mir zu teilen, in keinster Weise aber bereit war sich am Alltag zu beteiligen.
Es ging dabei nicht einmal um Unterhalt sondern einfach darum ein Teil des Lebens vom Kind zu sein.
Präsent wurde er nur immer dann wenn er gegen die Arbeit vom Jugendamt und mir gehen konnte.
Seit 3 Jahren hat sie keinerlei Kontakt zu ihm, nicht weil ich das Unterbinde sondern weil er sich dem Kontakt entzieht.
Neue Adressen werden nicht mitgeteilt, so kann er keine aktuellen Fotos bekommen, Telefonnummern werden verschleiert so hab ich keine Chance das sie ihn anrufen kann oder er für Alltagsfragen oder allgemein erreichbar ist.
Bei dem Jugendamt ging aber immer wieder ein Brief von ihm ein wie man ihm sein Kind vorenthalte.
Letztes Jahr entschlossen das Jugendamt und ich das es so meienr Tochter mehr schadet als nützt und ich bekam vom Gericht wieder die alleinige elterliche Sorge übertragen.
Er erschien nicht mal zum Termin.
Sie hat meinen Mann der für sie Vater ist.
Ich hab auch bei meinem Vater erlebt das viele Männer leider lieber vor ihren Kindern schimpfen als wirklich aktiv zu werden und für diese Kinder da zu sein.
Mein Vater hat nie einen ct Unterhalt bezahlt, mit 18 musste ich ihm das Geld zahlen das er den Ämtern schuldete weil er sonst in den Knast hätte müssen.
Auch die Mitarbeiter vieler Einrichtungen haben da tatsächlich nen Schaden weg, aber den bekommen nicht nur die Männer zu spüren.
Ich bin der Meinung das viele Probleme die auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden vermeidbar wären wenn beide Elternteile ihre Trennung aufarbeiten und nicht ein Elternteil das arme verlassene Opfer spielt.
Immerhin hat man sich geliebt und nur an einer Person scheitert eine Beziehung nicht.
Gruß Feria
August 29th, 2010 um 17:14
Tja, auch die von Ihnen beschriebene Konstellation kommmt logischerweise vor. Soweit mir bekannt ist ist, allerdings wesentlich seltener als es von verschiedenen Interessengruppen in die öffentliche Meinung lanciert wird.
Ein paar kritische, nicht im geringsten persönlich gemeinte Anmerkungen dazu.
Zitat:”Es ging dabei nicht einmal um Unterhalt sondern einfach darum ein Teil des Lebens vom Kind zu sein.”
Das ist für mich so nicht nachvollziehbar, da er doch dadurch, daß er ein Teil des Lebens Ihres Kindes sein wollte, den wesentlichsten Teil des Unterhalts geleistet hat.
Ist es nicht Alltag des Kindes, Umgang mit seinen Eltern zu haben?
M.E. sogar der das Wichtigste daran.
Wobei man übrigens das Sorgerecht als Eltern nicht teilt, sondern gemeinsam ausübt. Zumindest ist das vom Gesetz her so vorgesehen.
Wie ich meine aus gutem Grund.
Daß offensichtlich ein elterlicher Zwist auf der Paarebene dies in Ihrem Fall verhindert, ist sehr Schade ( besonders für das Kind, welches am meisten darunter leidet ).
Daß Sie die eilterliche Sorge letztes wieder übertragen bekommen haben wie sie schreiben, verstehe ich nicht so ganz. War sie Ihnen vorher entzogen worden?
Falls nicht, gehe ich davon aus, daß vorher beide Eltern das Sorgerecht gemensam hatten und daß entweder das JA oder Sie Antrag auf alleinige Sorge gestellt haben, also dem Vater das Sorgerecht entziehen ließen.
Die Erfahrung, daß viele Männer vor ihren Kindern schimpfen ( worüber? ) teile ich nicht, allerdings weiß ich von vielen Müttern, die das Kind in Paarkonflikte hineinziehen und dabei auch noch von Ämtern, Frauenhäusern, Beratungsstellen u.s.w. aktiv unterstützt werden. Defakto wie dejure illegal, aber allgemein leider üblich.
Zur Weigerung Ihres Vaters sog. Barunterhalt zu leisten, kann ich natürlich nichts sagen, dazu wäre seine Stellungsnahme interessant, ich jedoch weigere mich auch, eine Art Schadensersatz ( eben den sog. Barunterhalt )zu zahlen, da nicht ich das Unterhaltsrecht meines Kindes verletzt habe, sondern jene ( allen voran die Mutter ), die meinem Kind verbieten von mit unterhalten zu werden. Also sind die Barunterhaltspflichtig, nicht ich.
Zitat:”Ich bin der Meinung das viele Probleme die auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden vermeidbar wären wenn beide Elternteile ihre Trennung aufarbeiten und nicht ein Elternteil das arme verlassene Opfer spielt.”
Ich denke, da sind wir uns einig, ebenso wie es nicht dem Kinde dient, wenn einer das verlassende Opfer, bzw. den verlassenden Täter spielt ( laut Statistik wiederum meist die Mutter ).
Nur Ihren letzten Satz kann ich leider nicht unterschreiben.
Zitat:”Immerhin hat man sich geliebt und nur an einer Person scheitert eine Beziehung nicht.”
Oftmals leider doch Feria, zum Frieden gehören mindestens Zwei, für den Krieg, reicht leider Einer vollkommen aus.
Gruß…….F. Mahler
März 11th, 2011 um 11:56
“Verzichten oder das Kind zerreißen” heißt das Thema und es geht mir sehr nahe, weil ich genau das, was Andreas schreibt, selber erleben muss. Er hat Recht, dass man sich in seiner Verzweiflung an das Jugendamt, Beratungsstellen und das Gericht wendet und nirgendwo richtig ernst genommen wird, weil der andere Elternteil einfach so überzeugend in seiner Dramatik ist und über die letzten acht Jahre hinweg die gemeinsamen Kinder so heftig manipuliert hat, dass alle außenstehenden – angeblichen Fachkräfte – den Druck und die Manipulation nicht mehr erkennen und als eigenen Willen der Kinder ansehen.
Meine Kinder sind schon seit Jahren zerrissen worden und egal was man macht – es ist falsch. Genau so wie Andreas es beschrieb. Ich werde ebenfalls gebockt, habe meine Kinder weder zu Weihnachten noch zu Sylvester gesehen oder gehört, obwohl zwischen uns alles in Ordnung war. Er hetzt sie gegen mich auf. Jawohl, “er”. Ich bin eine Mutter von drei Kindern, die durch die Attacken des Vaters in den letzten zwei Jahren die Aufenthaltsbestimmungsrechte verloren hat und nun sogar um die einzelnen Wochenenden kämpfen muss. Ich hatte dem Gericht all diese Befürchtungen mitgeteilt, die sich nun bewahrheiten, aber mir hat keiner geglaubt. Sobald man sich traut, auch nur ein Fitzelchen der Hässlichkeiten des anderen, die für den Prozess relevant sind, auszusprechen, werden sie gegen einen verwendet, weil man offensichtlich keine Bindungstoleranz besäße. Es gab nichts, was gegen mich als erziehende Mutter sprach und trotzdem habe ich verloren, weil er so ein toller Schauspieler ist.
Nun hetzt er meine Kinder weiter gegen mich auf und bewirkt, dass sie nicht mehr kommen möchten (zur Zeit zwei, das Dritte ist noch sehr stark, aber zerbricht wahrscheinlich dann auch am meisten daran). Nun stehe ich ganz aktuell, genau heute, bei derselben Frage, die Andreas oben stellte: Was soll man tun? Weiter kämpfen und sie dabei weiter zerreißen oder Ruhe geben und hoffen, dass sie es eines Tages sehen?
Ich habe übrigens genau so wie Andreas in den letzten Jahren sämtliches Beweismaterial gesammelt, dass meinen Kindern eines Tages aufzeigen kann, dass es sich nicht so verhielt, wie der Vater es ihnen verkauft (hat).
Ich würde mich über Erfahrungswerte diesbezüglich freuen.
Gruß, A.Mazur
P.S.: Danke F. Mahler. Endlich ein Mensch, der das ausspricht, was mich seit vielen Jahren wurmt. Für einen Krieg bedarf es wirklich nur einen. Wenn einer nicht gewillt ist, Frieden zu geben, hat der andere keine Chance, selbst wenn er bis zur Selbstaufgabe nachgibt.
März 14th, 2011 um 23:26
Die Frage ist ja, inwieweit die Eingangsfrage überhaupt sinnvoll ist.
“Verzichten oder das Kind zerreißen”?
Wer sollte worauf verzichten und wer zerreißt denn was?
Sollte derjenige ( oder diejenige ), der sich für das Kind einsetzt und ihm beide Eltern garantiert, genau darauf verzichten?
Warum?
Oder sollte derjenige ( oder diejenige ) der sich gegen das Kind einsetzt und ihm den anderen Elternteil nicht gönnen will, das Kind möglw. zu seinem Privatspielzeug macht und es so instrumentalisiert ( möglw. auch, um sich am Baruntehalt zu bereichern ) auf dieses, den besten Interessen des Kindes enrgegenstehende, Verhalten verzichten?
Wer zerreißt denn das Kind? der ( oder die ), der dem Kind 50% seiner Familie vorenthält, oder der, der ihm die ganze Familie erhält und garantiert?
Der, der dem Kind wohlmäglich einredet, der andere wäre, tot, faul, desinteressiert, bedrohlich, gewalttätig oder was auch immer?
Oder der, der die ganze Familie des Kindes als solche akzeptiert, fördert, erhält u.s.w. und das in seiner Haltung dem Kind gegenüber auch klar zum Ausdruck bringt?
Ich denke, die Frage müßte also heißen:
sollte man darauf verzichten für sein Kind einzutreten um es zerreißen zu lassen?
Und die Antwort kennt jeder liebevolle Elternteil auf diesem Planeten:
Nein! Niemals!