Väter wehren sich

Vielen Vätern geht es ähnlich: Sie dürfen keinen mit ihrem Kind haben, weil die erziehungsberechtigte Mutter es nicht zulässt. Kommenden Mittwoch ist in Ehingen der Film “entsorgte Väter” zu sehen.

Peter Stökler führt seit viereinhalb Jahren einen Kampf. Damals ist er Vater eines Sohnes geworden, den die Mutter aber von ihm fern hält. Vor hat Stökler bei vier Verhandlungen schließlich erstritten, dass er mit dem Jungen jedes zweite Wochenende “Umgang” haben darf. Doch bis es so weit war – ein Drama. Es habe viel Substanz, Nerven und Geld gekostet, erzählt Stökler. Auch emotional sei es sehr belastend, getrennt zu sein von seinem Kind und nicht zu wissen, wie es ihm im Moment geht.

Die Mutter des Jungen wollte er heiraten, er hatte bereits begonnen, die Wohnung zu renovieren. Doch nach der Geburt des Kindes, bei der Peter Stökler dabei war, wandte sich die Frau von ihm ab und lebt in einer anderen Stadt. “Sie spricht nicht mit mir, nur per SMS ist Kontakt möglich”, berichtet der Vater. Er will nicht nur mit Geld für sein Kind sorgen, sondern es um sich haben, mit ihm spielen und lernen, einfach erleben, wie es aufwächst.

Doch er habe schlechte Karten, weiß Stökler. Der Europäische Gerichtshof habe zwar ein Urteil gesprochen, wonach es auch für unverheiratete Paare ein gibt, in Deutschland werde dieses Urteil nicht umgesetzt. Dies sei vor allem für Väter nachteilig, denn überwiegend werde das der Mutter zugesprochen. “Ein lediger Vater hat kein Recht, außer, dass er Alimente bezahlen darf”, bringt es Stökler auf einen kurzen Nenner. Er weiß, dass es auch Väter gibt, die bewusst nichts von ihren Kindern wissen wollen. Und auch Mütter seien in der misslichen Lage, dass der sorgeberechtigte Vater ihnen das gemeinsame Kind vorenthält. “Ich führe keinen Krieg gegen Frauen”, stellt Stökler klar. Ihm geht es allein um die Fürsorge für sein Kind. In seiner verzweifelten Lage und bei der Suche nach Hilfe, die ihm rechtlich nicht zusteht, fand Stökler im Internet den Verein “Väteraufbruch für Kinder e.V”, der bundesweit 3000 Mitglieder hat und dessen Ansprechpartner Stökler für den Bereich Donau-Oberschwaben ist. Dass es viele Väter gibt, die in derselben Situation sind, zeigt die rege Nachfrage bei Beratungen. Betroffen seien zunehmend auch Großeltern.

Dieses brisante Thema greift der Dokumentarfilm “Der entsorgte Vater” von Douglas Wolfsperger auf, der mit seinem Film über den Blutritt von Weingarten bekannt geworden ist. Wolfsperger ist selbst ein “entsorgter Vater”, sein Film zeigt die vielschichtige Problematik anschaulich auf. Gezeigt wird er am Mittwoch, 14. Juli, um 20.20 Uhr im Central-Kinocenter in Ehingen. Dazu eingeladen hat der Verein auch und weitere Institutionen, die mit dem Thema befasst sind. Stökler: “Wir möchten erreichen, dass sich nachhaltig etwas ändert bei den Rechten der Väter.”

Info: www.väteraufbruch.de

Quelle: swp.de – 09.07.2010 – DORIS MOSER
Link zum Pressebericht: www .swp.de/ulm/lokales/alb_donau/art4299,551321

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2 Kommentare zu “Väter wehren sich”

  1. Eva schrieb:

    Da hilft dann eben nur noch die rechtzeitige unterbrechung der schwangerschaft

  2. Fiete2 schrieb:

    etwas dilletantisch der Artikel. Sorge-und Umgangsrecht haben direkt kaum etwas miteinander zu tun. Daß der Vater das Kind nicht sehen konnte, liegt mithin nicht am fehlenden Sorgerecht, sondern an der mangelnden Umsetzung des Umgangsrechtes durch JA u. vor allem die Gerichte.
    @ Eva: was bitte soll uns Dein Kommentar sagen? Kann es sein, daß es sich dabei um ein Mißverständnis oder eine Verwechselung handelt?

    Gruß………F. Mahler

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