Archiv für die ‘Eltern’ Kategorie

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Kinder wollen geliebt werden – egal von wem

Dienstag, Juli 28th, 2009

Die erste belastbare deutsche Studie über Kinder in gleichgeschlechtlichen Beziehungen widerlegt viele Vorurteile

“Die machen die Jungs weibisch und die Mädchen zu Männerhassern.” Solche Sprüche müssen sich gleichgeschlechtliche Paare nicht selten gefallen lassen, wenn es um die Frage geht, ob sie Kinder erziehen sollen. Doch an solchen Vorurteilen ist offenbar nichts dran. Das zeigt zumindest die erste belastbare Studie in Deutschland, die sich mit dem Leben von Kindern in sogenannten Regenbogenfamilien beschäftigt hat. Sie wurde von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) gestern vorgestellt. Jungen und Mädchen, die bei zwei Männern oder Frauen leben, finden ihre herkömmlichen Geschlechterrollen sehr wohl. “Im Vergleich zu anderen Kindern verhalten sie sich sogar jungen- und mädchenhafter”, sagt Marina Rupp vom Institut für Familienforschung der Universität Bamberg, wo die Studie in dreijähriger Arbeit erstellt wurde. Darüber hinaus zeichnet diese Kinder ein signifikant höheres Selbstwertgefühl aus als Kinder in normalen Ehen.

Der Grund für diese Ergebnisse sei nicht, so Rupp, dass die Kinder gestählt würden, weil sie sich ständig für ihre verteidigen müssten. Die meisten werden nie diskriminiert. Zumindest sagen dies 63 Prozent der und 53 Prozent der Kinder. Wenn, dann handelt es sich um Hänseleien. Krasse Außenseiter-Erfahrungen gibt es in der Regel nicht. Freilich führe die durchaus als solche wahrgenommene Sonderrolle in der Gesellschaft dazu, dass in Regenbogenfamilien früh Fragen der Identität thematisiert würden, weiß Rupp zu berichten. Daraus erwächst offenbar ein starkes Bewusstsein für die eigene Geschlechtsidentität als Junge oder Mädchen. Dass Jungen, die bei Männern aufwachsen und Mädchen, die bei Frauen aufwachsen, ihrerseits automatisch homosexuell würden, verweist die Studie in den Bereich der Mythen.

“Die Ergebnisse der Untersuchung sind ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur vollen gesellschaftlichen und rechtlichen Anerkennung homosexueller Paare”, sagt Brigitte Zypries. Die SPD-Politikerin geht von rund 16 000 Kindern in gleichgeschlechtlichen Beziehungen aus. 2200 von ihnen leben in eingetragenen Lebenspartnerschaften, die gerne als Homo-Ehen bezeichnet werden. Für die Untersuchung standen 693 dieser Familien Rede und Antwort.

Meist sind es lesbische Paare, die Kinder großziehen – oft leibliche. Männerpaare, die mit Kindern leben, bilden nach wie vor die Ausnahme; was auch mit der Rechtslage zu tun hat. Das Adoptionsrecht bevorzugt die klassische Vater-Mutter-Beziehung, und es gewährt zwei Männern oder Frauen in einer Homo-Ehe kein gemeinsames für ein fremdes Kind. Während sich viele Lesben durch künstliche Befruchtung – für die sie meist ins Ausland fahren müssen – den Kinderwunsch erfüllen, können Schwule einzig den schwierigen Adoptionsweg gehen. Wenn das Paar hingegen mit einem leiblichen Kind lebt, können Stiefvater oder -mutter ohne große Probleme bereits jetzt das “kleine ” erhalten.

Ein allgemeines Adoptionsrecht gibt es für gleichgeschlechtliche Paare nicht. Brigitte Zypries will es seit Langem und wiederholte ihre Forderung vor dem Hintergrund der Ergebnisse der Studie abermals. Gegen dieses Recht ist die Union. SPD, Grüne und FDP würden eine Gesetzesänderung mittragen. Die Grünen werfen der Justizministerin nun vor, die Studie zu lange unter Verschluss gehalten zu haben – ein grüner Gesetzesvorstoß zum Adoptionsrecht wurde von Union und SPD zuletzt abgelehnt. “Wenn die Veröffentlichungspolitik des Bundesjustizministeriums es nicht verhindert hätte, hätten die Parlamentarier auch in Kenntnis der Studie abstimmen können”, heißt es bei den Grünen. Das Justizministerium verweist darauf, dass sich die Prüfung der Ergebnisse hingezogen habe. Das sei ganz normal.

Quelle: welt.de – 24. Juli 2009 – Von Thomas Vitzthum
Link zum Pressebericht: www .welt.de/die-welt/politik/article4181457/Kinder-wollen-geliebt-werden-egal-von-wem.html

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Neue Rechtslage in Familiensachen

Freitag, Juli 24th, 2009

Das Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) tritt zum 1. September 2009 in Kraft. Es ersetzt das bisherige FGG sowie die für Familiensachen geltenden Vorschriften in der ZPO, die vollständig aufgehoben sind. Daraus ergibt sich eine völlig neue Rechtslage für alle, die mit Familiensachen zu tun haben.

Rechtzeitig vor dem Inkrafttreten erscheint im Rudolf Haufe Verlag in der Reihe Haufe aktuell “Das neue FamFG”. Rechtsanwälte, Richter, Notare und Rechtspfleger finden hier alle notwendigen Informationen zum neuen Recht. Ausführlich dargestellt und kommentiert werden das neue Verfahren in Familiensachen mit den Neuregelungen zum einstweiligen Rechtsschutz, das Beschwerdeverfahren und der Instanzenzug. Beispiele und Musterschriftsätze erleichtern den Zugang zur neuen Materie, Checklisten und Übersichten runden das Angebot ab.

Damit dient das Buch nicht nur dem Einstieg in das neue FamFG, es vermittelt vielmehr sicheres Grundlagenwissen für die zukünftige Bearbeitung familienrechtlicher Fälle.

Der Autor Dieter Bäumel ist erfolgreicher Fachautor im . Er war 13 Jahre lang als Familienrichter sowohl am als auch am Oberlandesgericht tätig. Jetzt arbeitet er als in Koblenz. Er kennt daher die unterschiedlichen Sichtweisen auf familienrechtliche Streitigkeiten aus der Praxis.

“Das neue FamFG”
Dieter Bäumel
1. Auflage 2009, Buch, 200 Seiten, 39,80 Euro
Rudolf Haufe Verlag, Niederlassung Planegg bei München
ISBN 978-3-448-08076-6

Diese und andere & finden Sie unter unserer Rubrik: Bücher & Lektüren. Einfach und sicher online bestellen!

Quelle: hwelt.de – 23.07.2009
Link zum Pressebericht: www. hwelt.de/c/content/view/4270/1/

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Familienpolitik und Familienrecht soll gerechter werden

Freitag, Juli 24th, 2009

Die SPD in NRW fordert grundlegende Korrekturen in der Familienpolitik und im . So müsse dringend dafür gesorgt werden, dass jedes Kind dem Staat gleich viel wert sei, erklärte die Parteivorsitzende. Der Kinderfreibetrag bei der Steuer sorge dafür, dass die Entlastung bei Spitzenverdienern höher sei als bei Normal- oder Geringverdienern. Das sei nicht gerecht. Die NRW SPD Vorsitzende fordert deshalb, die bisherige Regelung in einen Kindergrundfreibetrag umzuwandeln, so dass jedes Kind bei der Steuer gleich zähle. Auch das Ehegattensplitting müsse verändert werden. Der Staat förder ohne Kinder im Vergleich zu Familien mit Kindern zu sehr. Der Splittingvorteil müsse bei hohen Einkommen zudem gekappt werden. Ein Vorwurf ging an die Bundesfamilienministerin, die Steuerentlastungen verspräche und all die aufgzeigten Problem nicht angehe.

Quelle: sozialhilfe24.de – 22. Juli 2009
Link zum Pressebericht: www .sozialhilfe24.de/news/744/familienpolitik-und-familienrecht-soll-gerechter-werden/

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“Kleine Lebenskreise stärken”

Freitag, Juli 24th, 2009

Eine Studie fordert von Politik mehr Hilfe zur Selbsthilfe. In der Krise setzen die Menschen mehr auf die Familie als auf den Staat.
Der frühere sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) hat die Politik aufgefordert, ihre Regelungswut zu zügeln und stattdessen den Menschen Raum und Unterstützung für neue Formen solidarischer Selbsthilfe zu gewähren. Es gebe „dramatische Probleme, wenn man alles so laufen lässt wie bisher“, warnte Biedenkopf am Freitag in Berlin bei der Vorstellung des zweiten Berichts der von ihm geleiteten Kommission „Familie und demographischer Wandel“ der Robert-Bosch-Stiftung.

Nach Meinung der Experten, zu denen neben Biedenkopf der Soziologe Hans Bertram und die Journalistin Elisabeth Niejahr gehören, entwickeln sich in Deutschland neben der klassischen Familie auch freiwillige Zusammenschlüsse auf Dauer und persönliche Netzwerke, die die Funktion „kleiner Lebenskreise“ übernehmen. Weil die Lebensverhältnisse in den Regionen höchst unterschiedlich seien, würden zentrale Regelungen aus der Bundespolitik häufig den Bedürfnissen der Menschen nicht gerecht. Es sei deshalb nötig, an der Basis zu entscheiden und etwa die „kommunale Familienpolitik“ zu stärken. Zudem solle sich Familienpolitik stärker am und dem Wohl der Älteren orientieren, meinte Bertram.

Nach Angaben der Autoren ist die Studie nicht als Angriff auf den Sozialstaat gemeint. Der Staat müsse aber „der Phantasie der Menschen, Alternativen zu entwickeln“, Raum lassen, forderte Biedenkopf. Der Staat dürfe aber keine Funktionen übernehmen, die der Familie und den „kleinen Lebenskreisen“ zukomme. „Ab einem gewissen Übermaß an staatlicher Fürsorge gewohnen sich die Menschen daran, dass sie sich in ihrer Gemeinschaft nicht mehr selbst helfen und auch um andere kümmern müssen“, warnte der Kommissionschef. Die Experten fordern unter anderem, die rechtlichen Vorteile, die Lebenspartnerschaften homosexuellen Paaren bieten, auch auf andere Gruppen von Menschen auszudehnen, die sich binden und Verantwortung für einander übernehmen.

www.bosch-stiftung.de

Quelle: tagesspiegel.de – 18.07.2009 – hmt
Link zum Pressebericht: www .tagesspiegel.de/politik/deutschland/Familie;art122,2850513

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Das Wesentliche steckt hinter der Statistik

Freitag, Juli 24th, 2009

„Adoptionsvermittlung ist sehr viel mehr als das, was in der Statistik erscheint”, betont Erika Zupan. Sie ist seit 20 Jahren Leiterin der Adoptionsvermittlungsstelle bei der Stadt Hagen.

Rein statistisch ist die Zahl der erfolgreich abgeschlossenen Adoptionsverfahren zurückgegangen. Neun waren es im vergangenen Jahr in Hagen laut Landesstatistik. Aber: „Was hinter einer Statistik steht, das ist das Wesentliche”, sagt die Adoptionsfachfrau, „Fallzahlen sagen nichts aus über die tatsächlich geleistete Arbeit. Die Adoptions-Vermittlungsstelle hat in erster Linie die Aufgabe zu prüfen und darüber zu beraten, ob und dass ein Kind in seiner Herkunftsfamilie bleiben kann.” Wenn die Kindeseltern, meistens allein die Mutter, dann nicht willens oder in der Lage sind, den Nachwuchs zu behalten, wird er in eine (geprüfte) Adoptionsfamilie vermittelt nach dem Grundsatz: Das ist ausschlaggebend. „Der Vorgang bis dahin kann wochen- oder monatelang dauern, muss aber nicht zur Vermittlung führen”, berichtet Erika Zupan über ihren Arbeitsalltag. Und sie ergänzt: „In der Landesstatistik zählen nur abgeschlossene Adoptionen von Minderjährigen.” Nachdenklich meint sie: „Ich arbeite paradox. Habe ich den Erfolg, dass die Mutter ihr Kind, behält, dann ist der statistische Erfolg gleich null.”

Beratung und Begleitung der Schwangeren und Übergabe des Kindes – darf alles auch anonym geschehen – ist eine langwierige Arbeit. Später steht dann die ebenfalls aufwändige, meist jahrelange Betreuung von offenen und halboffenen Adoptionen mit Besuchskontakten an – 58 gab es im vorigen Jahr. Und der Kontakt mit Elternkreisen, oft in den Abendstunden oder am Wochenende, ist ein weiteres Arbeitsfeld – neben der ständigen Rufbereitschaft.

Dann gibt es noch die begleitende Suche nach den Wurzeln von Adoptivkindern, zum Beispiel aus Zeiten, wo diese Herkunft nicht einfach mit einem griff aus einem Archiv oder Computer zu fischen ist. Diese Arbeit der Adoptionsvermittlungsstelle ist eine Spezialität von Mitarbeiter Helmut Wohlfahrth, der auch schwerpunktmäßig Verwandten-, Stiefeltern und Erwachsenen-Adoptionen betreut. In 2008 gab es es in der Adoptionsvermittlungsstelle 61 schwebende Verfahren, die bearbeitet wurden. Dabei geht es nicht einfach um „Schreibtisch-Fälle”, sondern um tiefgehende Einzelgespräche. 15 Schwangerenberatungen ohne spätere Vermittlung gab es in 2008.

Adoptionszahlen wie vor Jahren – um die 20 – wird es wohl nicht mehr geben, meint Jugendamts- und Fachbereichsleiter Gerd Steuber. Der demografische Wandel, mehr medizinische Möglichkeiten für kinderlose Paare und die materiellen und immateriellen Hilfen für Schwangere hinterließen ihre Spuren. Aber um „Erfolgszahlen” gehe es ja nicht. „Ausschlaggebend ist die Qualität der Arbeit, und die ist bei uns vorhanden.”

Quelle: derwesten.de – 23.07.2009 – Von Dagmar Sticht
Link zum Pressebericht: www .derwesten.de/nachrichten/staedte/hagen/2009/7/23/news-126873450/detail.html

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