Archiv für die ‘Jugendämter in DE’ Kategorie

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Überregional (05.05.2010): Täter mit Umgangsrecht

Donnerstag, Mai 6th, 2010

Stellen Sie sich vor, Sie müssten Ihr Kind in die Hände eines Menschen geben, von dem Sie glauben, dass er zu töten in der Lage ist. Diese Erfahrung musste Anna Peters* (34) machen.

Als sie 2000 aus einer fast zehn Jahre währenden Beziehung voller Gewalt und Demütigung den Absprung schaffte, konnte sie dennoch nicht abschließen. Das räumte ihrem ehemaligen Partner das mit dem damals sieben Jahre alten gemeinsamen Sohn Leo* ein. Dem Jungen gegenüber war der Vater nie gewalttätig geworden. Und das deutsche Gewaltschutzgesetz sieht nicht vor, dass ein Kontaktverbot in solchen Fällen auf die Kinder ausgeweitet wird.

Also musste Anna einmal wöchentlich ihrem Peiniger begegnen und ihm das Kostbarste überlassen, was sie im Leben hatte. Einem Mann, der die Trennung nicht akzeptieren wollte und der seine Tyrannei in Form von Stalking und Angriffen auf der Straße fortsetzte.

Mehr als 400 Fälle
“Das Umgangsrecht besagt, dass ein Elternteil nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht hat, sich um sein Kind zu kümmern. In Fällen von Stalking hat das unzumutbare Folgen für die Mutter und gefährdet oft auch das ”, sagt Susanne Schumacher. Die 45 Jahre alte Journalistin saß im Rechtsausschuss, der beratend für das Gesetz wirkte, das Stalking seit 2007 mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft. Sie hat ein Buch zu dem Thema geschrieben, schult Polizisten und ist Mitbegründerin der “Stalking Opferhilfe Berlin”, die Opfern hilft, ihre Angst abzubauen, und sie an Behörden und Institutionen weitervermittelt.

Von den mehr als 400 Fällen, die Schumacher und ihr Team seit der Gründung des Vereins im Februar 2009 betreut hat, hatten rund ein Drittel gemeinsame Kinder mit dem Menschen, der sie nun verfolgte. “Diese Fälle sind nicht einfach zu lösen. Man hat mit einer Gemengelage aus narzisstischer Kränkung, Emotionen, einem nicht aufgearbeiteten Trennungskonflikt, Straf- und Familiengesetzen zu tun”, sagt Schumacher. Deshalb brauche es bessere Kommunikationswege zwischen Behörden und Institutionen.

Engere Koordination der Behörden
Unter dem Titel “Wer denkt an die Kinder?” hat Schumacher jetzt eine Fachtagung im Roten Rathaus organisiert, die Behörden und Institutionen für Stalking-Fälle sensibilisieren und für eine engere Zusammenarbeit sorgen soll. Denn: “Eine Frau mussten wir samt Kind aus der Stadt schaffen, weil das Stalking-Verhalten ihres Ex-Partners so schlimm war. Das hätte verhindert werden können, wenn der Mitarbeiter beim Jugendamt gewusst hätte, was Stalking ist und welche Folgen das haben kann”, sagt sie und fügt hinzu: “Der Mitarbeiter ist heute hier auf der Tagung.”

“Wenn man es ganz konkret nimmt, ist Stalking gegen die Mutter immer auch eine Bedrohung für das Kind, weil es eine Ambivalenz entwickelt”, erklärt Andreas Krüger den etwa 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Amtsgerichten, Jugendämtern, Polizei, Beratungs- und Interventionsstellen sowie den Rechtsanwälten bei der Tagung. Der Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie baute die Hamburger Kinder-Trauma-Ambulanz “Ankerland” auf. Er sagt: “Diese Ambivalenz ist unerträglich, denn diese Kinder wachsen damit auf, dass sie ihren Gefühlen nicht vertrauen können. Sie erleben, dass ein Mensch, der sie liebt, auch schlecht sein kann, und geben sich im Ernstfall selbst die Schuld dafür.” Das sei für diese Kinder einfacher als die Vorstellung, dass Papa kein guter Mensch sein könnte. Die Folgen für ihre Entwicklung seien gravierend.

In der Kindheit lägen oft auch die Ursachen für späteres Stalking-Verhalten, erklärt Wolf Ortiz-Müller, Leiter der Berliner Täterberatungsstelle “Stop-Stalking”. Viele der Täter litten unter einer Persönlichkeitsstörung oder seien bindungsgestört. “Typisch ist, dass sie in ihrer Kindheit viele Trennungen, die oft mit dem Verlust von Vertrauensbeziehungen einhergingen, verkraften mussten”, sagt er. Aus diesen Erfahrungen heraus fühlten sich die Stalker selbst als Opfer. “Wenn sie merken, sie kommen nicht weiter, schlägt das um in Rachegefühle.” Die Mütter können nur wenig tun, um ihren Kindern diese Erfahrung zu ersparen. “Wenn Mitarbeiter des Jugendamts nicht sensibilisiert sind für Stalking, dann sehen sie nur die Mutter, die ihrem Ex das Kind vorenthalten möchte”, sagt Schumacher und fordert, dass Sonderdezernate für Stalking bei der den Staatsanwaltschaften eingerichtet werden. “Manchmal dauert es Jahre, bis Ermittlungen wegen Straftaten gegen die Mutter beendet werden. Und in dieser Zeit hat der Vater Umgangsrecht.”

Angst um das
Stalking-Täter könnten sich zudem oft gut präsentieren, während die Opfer häufig einen unsicheren Eindruck hinterließen. “Man hat wahnsinnige Angst davor, als bekloppt dargestellt zu werden, und davor, dass einem das Sorgerecht aberkannt wird”, sagt Anna Peters. Ihr Glück war, dass ihr Sohn nach etwa eineinhalb Jahren den Vater nicht mehr sehen wollte – und dass ihr Ex eine neue Partnerin hatte und das Interesse an ihr und Leo verlor. Inzwischen hat auch Anna Peters eine neue, glückliche Beziehung und zwei weitere Kinder. Ihren Ex-Partner hat sie seit Jahren nicht gesehen. Nur einmal noch “lebten wir in enormer Angst”, sagt Peters. “Damals hatte ich erfahren, dass er seine spätere Partnerin umgebracht hat.”

*Namen geändert

Quelle: morgenpost.de – 5. Mai 2010 – Von Sonja Vukovic
Link zum Pressebericht: www .morgenpost.de/familie/article1303136/Taeter-mit-Umgangsrecht.html

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Berlin (06.05.2010): Familien sind die besten Experten

Donnerstag, Mai 6th, 2010

Was und Kinder sich wünschen: Mehr Kita-Erzieher, kleinere Klassen und Tempo-30-Zonen – erste Ergebnisse der Online-Aktion des Familienbeirats.

Es wird diskutiert. Und das sehr rege. 14 269 Mal wurde die Seite bereits in den ersten sieben Tagen angeklickt. Viele Besucher haben sich registriert, um aktiv mitzudiskutieren. Es sollen noch viel mehr werden: Bis zum 17. Mai läuft der Online-Dialog www.zusammenleben-in-berlin.de noch. Dort können Berliner berichten, wie sie ihr Leben mit Kindern in Berlin gestalten, wo die Stärken der Stadt liegen und diskutieren, welche Missstände wie behoben werden könnten. Am Ende sollen daraus konkrete Vorschläge entstehen, die dem Senat zur Verbesserung der Familiensituation übergeben werden.

Das Online-Forum fordert zum zweiten Mal zur Diskussion auf, nach einer ersten, kleineren Umfrage im Dezember 2009. Im kommenden Herbst wird der Berliner Familienbeirat – dem Vertreter von Parteien, Wirtschaft und Wissenschaft angehören – dem Senat das Ergebnis in Form des Familienberichts überreichen. Dieser Bericht wird eine Bestandsaufnahme und Empfehlungen enthalten. Auch die Ergebnisse des Online-Dialogs fließen mit ein. „Familien werden als Experten aus der Praxis ernst genommen“, sagt der Vorsitzende des Beirats, Peter Ruhenstroth-Bauer. Die Wünsche und Antworten der Beteiligten sind wichtige Impulse für die Politik, das findet auch Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD): „Der Online-Dialog ist eine sehr attraktive Plattform, auf der die Bürger direkt Kritik und Ideen austauschen können.“

Die zweite Runde des Online-Forums soll nun noch konkreter werden: Die Diskutierenden sind aufgefordert, ihre Wünsche noch konkreter auf die einzelnen Kieze zu richten. Der Tagesspiegel hat zusammengestellt, welches die größten Sorgen und Wünsche der Familien aus der ersten Runde der Befragung sind.

MEHR ERZIEHERINNEN UND ERZIEHER IN KITAS UND HORTEN. „Die Gruppen sind zu groß, Angebote entfallen, wenn eine Erzieherin krank ist; Zeit, sich um einzelne Kinder zu kümmern, ist kaum da“, fasste eine Teilnehmerin des Forums die Probleme in Berliner Kindertagesstätten zusammen. Mit dieser Einschätzung stand sie nicht allein da: Der Wunsch nach mehr Erzieherinnen und Erziehern stand zum Abschluss der Diskussion ganz oben in der vom Familienbeirat erstellten Rangliste (siehe Grafik). Zumindest hier können die Eltern nun Verbesserungen erwarten: Der Landeselternausschuss Kita (Leak) hat mit dem Kita-Volksbegehren erreicht, dass der Betreuungsschlüssel in zwei Stufen um ein Kind pro Erzieher gesenkt wird. Die erste Stufe trat bereits am 1. April in Kraft, die zweite folgt zum 1. Januar 2011. Insgesamt werden 1500 neue Erzieher eingestellt. Nach diesem Erfolg will Leak nun erreichen, dass auch die Hortbetreuung verbessert wird: Ein weiteres Volksbegehren soll im Mai mit der Sammlung von 20 000 Unterschriften beginnen.

KLEINERE SCHULKLASSEN. Schon oft hat Irene Kosok darüber nachgedacht, ihre Kinder von der Schule zu nehmen. „In der Klasse meiner Kleinsten fing es schon mit 26 Schülern an, inzwischen sind es 28. Und das in der zweiten Klasse“, erzählt die Mutter von zwei Töchtern. Die Grundschule in der Köllnischen Heide ist das, was man heute als Brennpunktschule bezeichnet: Der Anteil Schüler nichtdeutscher Herkunft liegt bei 78,8 Prozent, Tendenz steigend. „Die Kinder kommen und müssen erst mal Deutsch lernen“, sagt Kosok. Die Größe der Klassen findet die 39-Jährige gerade in einer solchen Brennpunktschule unhaltbar. „Da bleibt eigentlich alles auf der Strecke.“ Während Irene Kosok in der ersten Runde nur mitlas, diskutiert sie nun aktiv mit und hofft, dass ihre Wünsche irgendwo erhört werden. Die Familie fühlt sich wohl in Neukölln, fordert aber, dass mehr Lehrer eingestellt werden, um besser auf die Schüler eingehen zu können. Vielen anderen Eltern ging es genauso und die Forderung nach kleineren Klassen landete auf Platz zwei.

SCHULESSEN FÜR ALLE. „Keinem Erwachsenen dürfte arbeitsschutzrechtlich ein solcher Arbeitstag zugemutet werden“, schrieb ein Nutzer des Forums. Schüler und Schülerinnen an Gymnasien würden oft bis in den Nachmittag unterrichtet, ohne die Gelegenheit, eine warme Mahlzeit einzunehmen. Dies hielten auch viele andere Diskutierende für unzumutbar. Mit der Einführung der Ganztagsschule wird auch dieses Anliegen im neuen Schuljahr an fast allen Berliner Schulen umgesetzt.

TEMPO-30-ZONEN DURCHSETZEN. Auf rund 75 Prozent der Straßen in Berlin gilt bereits Tempo 30. Eigentlich liegt Berlin damit im Bundesvergleich weit vorne. Nur in wenigen Städten, wie zum Beispiel München, ist der Anteil der Tempo-30-Zonen höher. Warum landete das Thema trotzdem auf Platz fünf der Rangliste? „Weil die Schilder allein nicht reichen“, schrieb eine Teilnehmerin im Forum. Sie forderte nicht nur die Ausweitung verkehrsberuhigter Zonen, sondern vor allem die konsequentere Durchsetzung bestehender Geschwindigkeitsbegrenzungen und eine schärfere Sanktionierung.

FAMILIENFREUNDLICHERE GESTALTUNG DER UMWELT. Das Verbotsschild wurde kürzlich „verschönert“. Auf das beschmierte Schild am Schleidenplatz in Friedrichshain hat jemand neben den Hinweis auf Fahrrad- und Fußballverbot eine durchgestrichene Flasche samt qualmender Zigarette und Spritze geklebt. Wohl ein hilfloser Versuch verzweifelter Eltern, den Spielplatz vor der Verwahrlosung an Wochenenden zu bewahren. „Ich kann hier mit meiner Tochter nicht hergehen“, erzählt eine Mutter, die gleich um die Ecke in der Rigaer Straße wohnt. „Vor allem am Sonntag ist hier alles voller Scherben, Kippen und wer weiß was noch.“ Dreckige Spielplätze, Hundekotbeutel, die entweder nicht da sind oder nicht benutzt werden – viele Mitdiskutierende forderten die familienfreundlichere Gestaltung des öffentlichen Raums. Dazu gehörten auch der Ausbau von Spielmöglichkeiten, breitere Gehwege oder Spielecken in öffentlichen Einrichtungen wie den Bürgerämtern.

GLEICHE CHANCEN FÜR VÄTER. „Haben Sie das alleinige “, fragte die Sachbearbeiterin im Bezirksamt. Franz Knolle (Name geändert) wollte für eine seiner drei Töchter einen Kinderausweis beantragen. Für den Urlaub in Kroatien. Das alleinige hat er nicht. „Dann brauchen wir die Unterschrift der Mutter“, fuhr die Sachbearbeiterin fort. Die Mutter aber lebt 800 Kilometer weit weg und war nicht erreichbar. Was tun? Franz Knolle konnte den Pass nicht beantragen. Als eine Mutter direkt nach ihm das gleiche Anliegen vorbrachte, wurden dieser ohne Probleme die Unterlagen ausgestellt. Nach dem oder dem Vater fragte niemand. „Ich brauche immer einen schriftlichen Nachweis, dass ich die Kinder nicht geklaut habe“, sagt Franz Knolle. Fast täglich wird er als alleinerziehender Vater mit Vorurteilen konfrontiert: Dass er sicher nicht in der Lage ist, für die drei Töchter im Alter von neun, elf und zwölf Jahren zu sorgen und wohl höchstens in der Lage sei, einen Teller Spaghetti zu kochen. Deswegen diskutiert Knolle als „Singledad“ nun rege im Forum mit. Auch in der ersten Runde erzielte der Eingangsbeitrag „mehr gesetzlich garantierte Chancen für Väter“ die mit Abstand höchsten Seitenabrufe aller Forenbeiträge. Viele forderten eine Modernisierung des Sorgerechts und erweiterte, auf die speziellen Bedürfnisse der Väter angepassten Beratungs- und Hilfsangebote. Die Rechte unverheirateter Väter wurden nun jüngst zumindest gestärkt: Der Europäische Gerichtshof entschied im Dezember in einem Grundsatzurteil, dass die Ungleichbehandlung bei Sorgerechtsstreits von unverheirateten Vätern gegenüber verheirateten Vätern und Müttern im Allgemeinen als Verstoß gegen die Menschenrechte zu bewerten sei. Damit liegt nun der Druck auf der deutschen Gesetzgebung, die Bestimmungen des Sorgerechts zu verändern.

Welche Themen bewegen Sie? Bis zum 17. Mai können Sie noch mitdiskutieren unter: www.zusammenleben-in-berlin.de.

Quelle: tagesspiegel.de – 03.05.2010 – Von Anke Myrrhe
Link zum Pressebericht: www .tagesspiegel.de/berlin/familien-sind-die-besten-experten/1812928.html

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Thüringen (17.04.2010): Schlichten statt Richten: Mediation als Alternative

Donnerstag, April 22nd, 2010

Streitigkeiten vor auszutragen und vom Richter ein Urteil dazu zu erwarten, ist ein Weg, mit Konflikten umzugehen. Ein anderer ist die .
Mühlhausen. Sie sind Juristen, Pädagogen, Pfarrer, Psychologen und in anderen Berufen tätig. Der Thüringer Arbeitskreis für Mediation vereint Menschen verschiedener Berufsgruppen, die bei Auseinandersetzungen schlichten. Während es in Familienrechtsverfahren empfohlen werden kann, dass die Prozessbeteiligten beispielsweise beim Streit um das sich an einen Mediator wenden, ist die Mediation in anderen Rechtsbereichen eher Neuland. Doch die außergerichtliche Einigung liegt im Trend, spart sie doch Kosten und verspricht erfolgreichere Wege als ein Urteil, das am Ende widerspruchslos hingenommen werden muss.

ALTERNATIVE
Wer vor Gericht zieht, gibt gewissermaßen die Fäden aus der Hand. Denn: Die Entscheidung fällen andere, für die allein rechtliche Fragen relevant sind. Häufig spielen bei Streitigkeiten jedoch auch Befindlichkeiten oder Sachverhalte eine Rolle, die nicht unmittelbar “rechtshängig” sind, also Richter oder Rechtsanwälte überhaupt nicht interessieren. In solchen Fällen ist es durchaus sinnvoll, statt auf eine Verhandlung auf Mediation zu setzen. Denn dort kommen alle Aspekte eines Streits zur Sprache und es wird solange nach einer Lösung gesucht, bis sich die Beteiligten auf einen Kompromiss einigen können.

LÖSUNG
In mehreren Sitzungen mit den Beteiligten wird das Problem zunächst von allen Seiten betrachtet. Jeder hat Gelegenheit, die Sache aus seiner Sicht zu schildern und vor allem, seine damit verbundenen Gefühle und Bedenken zu erörtern. So erhellen sich meist Situation, die ohne die Mediation und das gezielte Nachfragen der Mediatoren nur aus einem sehr begrenzten dem eigenen Blickwinkel wahrgenommen würden. Statt auf ein Urteil wird auf Verständigung gesetzt. In weit über 90 Prozent gelingt das am Ende auch.

MEDIATOR
Bleibt die Frage: Wie findet man einen geeigneten Mediator? Problematisch ist, dass die Bezeichnung “Mediator” bislang nicht geschützt ist, jeder kann sich also so nennen. Die Grauzone ist groß. Wer sicher gehen möchte, sollte sich nach Zertifikat oder Ausbildungsnachweis erkundigen.

In Thüringen hilft der Arbeitskreis Mediation dabei, Mediatoren mit entsprechender Ausbildung zu finden. Zu erreichen ist der Arbeitskreis per Post über Friedemann Schlede, Am Schloss Wippchen 3 in 99974 Mühlhausen sowie unter 03601 / 81 56 39.

KOSTEN
Eine Schlichtung ist allemal preiswerter als ein Gerichtsverfahren, zumal sie weniger zeitaufwendig ist. Abgerechnet wird auf Stundenbasis und nicht nach Streitwert wie vor Gericht. In der Regel werden die Kosten hälftig zwischen den Streitparteien geteilt.

Quelle: thueringer-allgemeine.de – 17.04.10 – Britta Hinkel
Link zum Pressebericht: www .thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Schlichten-statt-Richten-Mediation-als-Alternative-1561344963

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Berlin/Brandenburg (14.04.2010): Kinder wollen keine Außenseiter sein

Mittwoch, April 14th, 2010

Beratungsstellen und Frauenzentren helfen binationalen Familien
Binationale Ehen gibt es in Berlin genug. Die Palette der Konstellationen ist sehr breit. Allein in der Hauptstadt ist jede vierte Partnerschaft binational, bundesweit jede siebte. Jedes dritte Kind, das geboren wird, hat unterschiedlicher Nationalitäten. Für diese Familien ist die Erziehung der Kinder wie für jede Familie eine Herausforderung. »Dennoch kommen einige Besonderheiten wie zum Beispiel unterschiedliche Sprache, Religion, Kultur, Erziehungskonzepte, Reaktionen der Umgebung hinzu«, erklärt Tatjana Lima Curvello, Geschäftsführerin des Verbandes binationaler Familien und Partnerschaften in Berlin, bei einer Veranstaltung der Reihe »Kindererziehung im interkulturellen Kontext« im Frauenzentrum S.U.S.I.

Die Reihe des Frauenzentrums wurde gemeinsam mit dem Interkulturellen Frauenhaus Berlin konzipiert und fand großen Zuspruch.

Patentrezepte gab es an diesem Abend nicht, dafür aber viele Denkanstöße, Anregungen und Fragen. »Die typischen Probleme von bikulturellen Familien kann ich nicht nennen, weil es die typische bikulturelle Familie nicht gibt«, meint die Soziologin Lima Curvello. Paaren, die einen binationalen Alltag leben, Hilfen zu geben und Partner zu sein, sind Anliegen des Verbandes. Er setzt sich für die soziale und rechtliche Gleichstellung von Menschen ungeachtet der Hautfarbe und kulturellen Herkunft ein.

Der gemeinnützige Verein ist seit 1972 in 25 Städten Deutschlands aktiv und hat sich von einer Interessengemeinschaft der mit Ausländern verheirateten Frauen (iaf) zu einem interkulturellen Familienverband entwickelt, dessen Beratungsangebote sich an deutsch-ausländische Paare ebenso richten wie an eingewanderte Familien mit und ohne deutschen Pass.

»Kinder sind sehr kreativ, wenn sie mit unterschiedlichen Kulturen umgehen müssen«, weiß Lima Curvello aus ihrer eigenen Biografie und ihrer Arbeit. »Schwierigkeiten entstehen erst, wenn die Gesellschaft damit Schwierigkeiten hat.« Für die Soziologin spielen die Eltern eine große Rolle. Die Selbstsicherheit färbt auf den Nachwuchs ab, ebenso aber auch deren Orientierungslosigkeit und Identitätsprobleme. Kinder, Mütter und Väter gehen oft unterschiedlich mit dem Anderssein um. »Kinder wollen keine Außenseiter sein, und in Berlin mit seinen vielen multikulturellen Bezirken hat man Möglichkeiten, sie unterzubringen, damit sie sich nicht als solche fühlen«, meint die Geschäftsführerin des Verbandes.

Die Diskussion am Abend zeigt jedoch, dass nicht allein die Eltern verantwortlich sein können, wenn die Kinder Probleme haben. Von Kitas und Schulen wird erwartet, dass sie erklären, »wie die Welt aussieht und dass es Kinder unterschiedlicher Hautfarbe gibt«. Mehr noch, die interkulturellen Ressourcen, die diese Kinder mitbringen, sollten dort weiter entwickelt werden. Auch dabei brauchen viele Eltern Hilfe, die sie in solchen Beratungsstellen wie der des Verbandes oder auch beim interkulturellen Frauenzentrum S.U.S.I. von Anwälten und Psychologen bekommen.

Neben ganz konkreten Beratungen zum Ausländer- und wird dort auch ihr Selbstbewusstsein gestärkt. Außerdem werden ihnen Chancen gezeigt, die bikulturell erzogene Kinder haben können. »Wichtig ist es, sich auf seine eigenen Kräfte, seine Ressourcen zu besinnen, solange Schule und Gesellschaft sich nicht ändern«, meint Tatjana Lima Curvello.

Informationen: www.verband-binationaler.de; www.susi-frauen-zentrum.com

Quelle: neues-deutschland.de – 12.04.2010 – Von Uta Herrmann
Link zum Pressebericht: www .neues-deutschland.de/artikel/168864.kinder-wollen-keine-aussenseiter-sein.html

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Rheinland-Pfalz (09.04.2010): Kindeswohl im Mittelpunkt

Mittwoch, April 14th, 2010

“Besonders nach einer muss das im Mittelpunkt aller Überlegungen und Handlungen stehen.” Das betonte Justizminister Heinz Georg Bamberger heute vor der zehnten Landeskonferenz und in Mayen.

“Die Trennung der muss für die Kinder so erträglich wie möglich gestaltet werden. Dies kann gemeinsam erreicht werden, in einem optimalen Zusammenwirken aller beteiligten Professionen. Einen solchen Austausch pflegen Sie sowohl in den regionalen Arbeitskreisen Trennung und Scheidung als auch landesweit im Netzwerk dieser Arbeitskreise – nämlich auf den Landeskonferenzen”, sagte der Justizminister weiter.

“Der praktische und psychologische Aspekte berücksichtigende mit Kindern ist leider immer noch nicht Bestandteil der juristischen Ausbildung. Das müssen wir ändern. Ich freue mich sehr darüber, dass es in diesem Jahr gelingen wird, an der Universität in Mainz erstmals gemeinsame Veranstaltungen für Studentinnen und Studenten der Psychologie und der Rechtswissenschaften anzubieten. Auch Referendarinnen und Referendare werden daran teilnehmen können. Ich bin allen engagierten Beteiligten für ihren hohen persönlichen Einsatz sehr dankbar”, hob der Minister hervor.

Bamberger kündigte an, dass das Ministerium der Justiz gemeinsam mit dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen die zweite Bundestagung zur interdisziplinären Zusammenarbeit im Familienkonflikt im Dezember 2010 in Mainz ausrichten wird.

Die Landeskonferenz Trennung und Scheidung wurde in Rheinland-Pfalz 2003 gegründet und findet nun bereits zum zehnten Mal statt. An der Landeskonferenz nahmen Richterinnen und Richter, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Jugendämtern und Beratungsstellen sowie Psychologinnen und Psychologen teil.

Quelle: rlp.de – 09.04.2010
Link zum Pressebericht: www .rlp.de/einzelansicht/archive/2010/april/article/kindeswohl-im-mittelpunkt/

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