Stichwort ‘Cochemer Modell’

Gemeinsam für ein gemeinsames Sorgerecht der Eltern

Samstag, Februar 13th, 2010

Organisation Der Bundesverein Väteraufbruch hat sich im Jahr 1989 gegründet und setzt sich aus mehr als 150 Ortsgruppen und lokalen Kontaktstellen zusammen. Die Kreisgruppe Esslingen-Reutlingen besteht seit dem Jahr 2003 und wird nun wegen ihrer Größe geteilt. Danach sind in der Kreisgruppe Esslingen etwa 30 Mitglieder beteiligt. Überlegt wird, den Verein in Elternaufbruch umzubenennen, weil immer mehr Frauen Interesse an der Initiative bekunden.

Ziele Die rund 3000 Mitglieder des gemeinnützigen Vereins setzen sich bundesweit dafür ein, dass Kinder nach einer zu beiden Elternteilen eine Beziehung haben können. Wichtig ist es dem Verein, dass das Kind regelmäßig Kontakte zu beiden Elternteilen hat und die das gemeinsame haben. Ganz nach dem Motto “Nur mit beiden sind unsere Kinder ganze Kinder” will der Verein eine gleichberechtigte Elternschaft unterstützen.

Cochemer Praxis Der Verein fordert, dass die Arbeitspraxis bundesweit angewandt wird. Bei dem Modell handelt es sich um eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Personen und Institutionen, die an einer beteiligt sind. Das Ziel ist, dass die Eltern in die Lage versetzt werden, wieder miteinander zu sprechen, statt zu streiten. Das Modell wurde 1992 in dem Moselort Cochem initiiert und findet inzwischen bundesweit Anerkennung.

Quelle: stuttgarter-zeitung.de – 07.01.2010 – tan
Link zum Pressebericht: www .stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2339414_sz_hier_artikel_7427_-gemeinsam-fuer-ein-gemeinsames-sorgerecht-der-eltern.html?_suchtag=2010-01-07

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Umgangsrecht, FamFG: Was ändert sich + gemeinsame Sorge als Allheilmittel?

Samstag, Februar 13th, 2010

Das Urteil des Menschenrechtsgerichtshofs zum nicht verheirateter Väter hat ein Schlaglicht auf den Kampf um den Umgang geworfen. Trotz der FamFG-Reform ist die Durchsetzung des Ungangsrechts oft noch ein Problem. Das auch im FamFG verankerte soll für Besserung sorgen, doch der Ansatz eines gemeinsamen Sorgerechts um jeden Preis stößt auch auf Skepsis.

Das Gesetz zur Reform des Verfahrens in Familiensachen trat zum 1.9.2009 in Kraft. Es sollte für , die Probleme haben, das Umgangsrecht mit ihren Kindern gegen Widerstände des anderen Elternteils wahrzunehmen, Verbesserungen bringen. Meist sind Väter betroffen, zugenommen hat auch die Zahl der Großeltern, die um Kontakt zu ihrem Enkelkind kämpfen.

Das Problem: Verweigert der Sorgeberechtigte den Umgang, gibt es zwar rechtliche Möglichkeiten, ihn unter Druck zu setzen und ihm das Sorgerecht im Notfall sogar zu entziehen. Doch wie viel hilft es dem Interesse der Kinder, das Geschehen so weit eskalieren lassen?

Durch die Reform gibt es zwar weitere Sanktionsmöglichkeiten, wie Zwangsgelder, wenn der Umgang verweigert wird, und ein verstärktes Bemühen um Tempo, Richter sind bestrebt, das Verfahren innerhalb von vier Wochen abzuschließen. Oft sind auch diese Mittel nicht unproblematisch.

Wenn auch das reformierte Verfahrensrecht wenig hilft …
Unternimmt der betreuende Elternteil keine Anstrengungen oder verhindert, dass das Kind eine gerichtliche Umgangsregelung befolgt, rechtfertigt dies Vollstreckungsmaßnahmen. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass die Durchsetzung eines Gerichtsbeschlusses mittels Gerichtsvollzieher für das Kind eine extreme Konfliktsituation bedeutet. Daher ist es in der Praxis häufig aus Gründen des Kindeswohls nicht statthaft, einen solchen Umgangsbeschluss im Wege der Zwangsvollstreckung mittels Gerichtsvollziehers durchzusetzen. Häufig wird die Zwangsvollstreckung von Umgangsanordnungen daher verweigert (BVerfG, Beschluss v 01.04.2008, 1 BvR 1620/08).

Auch die vollstreckungsrechtlich mögliche Festsetzung eines Zwangsgeldes gegen den das Umgangsrecht verweigernden Elternteil gefährdet manchmal auch die wirtschaftliche Situation des Kindes und unterbleibt deshalb.

verhindert keine Rosenkriege zu Lasten der Kinder
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat im Dezember verkündete, dass in Deutschland der Weg zu einem gemeinsamen Sorgerecht eröffnet werden muss. Doch auch die gemeinsame Sorge verhindert nicht unbedingt gegenseitige Sabotage der Eltern.

Ausweg aus Scheidungs-Streit durch Cochemer Modell?
Das Cochemer Modell (auch Cochemer Praxis, http://www.ak-cochem.de/) ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Personen und Institutionen, die Eltern, im Interesse der Kinder, trotz in die Lage versetzen soll, wieder miteinander zu sprechen, statt zu streiten, und die Bindung des Kindes zu beiden Eltern zuzulassen.

Der geistige Vater dieses Mediationsverfahrens, Jürgen Rudolph, war über 30 Jahre lang Familienrichter und konnte die “Schlachtfelder, die Gerichte und Gesetze bei Scheidungen hinterlassen” nicht mehr ertragen. “Dadurch wird die Kommunikation zwischen den Eltern noch schlimmer und nichts ist geregelt”.

Das Cochemer Modell orientiert sich stark an einer einvernehmliche Lösung: Die Eltern sollen sich einigen. Weil es den meisten Eltern von selbst nicht gelingt, sich in einer emotional hoch aufgeladenen Situation sachlich auseinanderzusetzen, helfen Mediatoren und Familientherapeuten und es sitzen Anwälte Jugendamt und andere Sachverständige mit im Boot.

Modell macht Karriere
Das Modell wurde von Familiengerichte in Dresden, München, Hannover und Bonn adaptiert und weiterentwickelt. In Berlin wenden es seit 2006 rund ein Drittel der Familienrichter als “Beschleunigtes Familienverfahren” an. Auch ins FamFG wurden Bestandteile der Cochemer Praxis aufgenommen. Grundidee des Modells ist es, ausnahmslos die gemeinsame Sorge zu beantragen. Manche Frauen- und Familienverbände sind nicht völlig überzeugt. Peggi Liebisch, Bundesgeschäftsführerin des Verbandes Alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) meint in einem Interview mit der „TAZ“ vom 3.1.2010 es könne vorkommen, dass schlicht so lange verhandelt werde, “bis eine Seite entnervt aufgibt”. Prinzipiell begrüßt auch der VAMV das Cochemer Modell, wendet sich aber gegen den Ansatz, “dass die gemeinsame Sorge in jedem Fall besser ist”. Auch die Richterin Cornelia Müller-Magdeburg, die in Berlin die Beschleunigten Familienverfahren stark vorantreibt, schränkt ein: Gerade in den besonderen sozialen Verhältnissen in Großstädten gebe es Fälle, die seien nicht zu klären.

Quelle: haufe.de – 11.01.2010
Link zum Pressebericht: www .haufe.de/SID115.C5V1~z9iSoE/newsDetails?newsID=1262957181.95&d_start:int=0&topic=Recht&topicView=Recht

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Um der Kinder willen

Freitag, November 6th, 2009

KREIS ESSLINGEN: Verein Väteraufbruch setzt sich für das Sorge- und beider ein – Verhärtete Fronten entspannen
„Eine Scheidung beendet zwar die Partnerschaft, aber Eltern bleibt man ein Leben lang.“ Diesen Satz liest man auf der Internetseite der Kreisgruppe Esslingen des Vereins Väteraufbruch für Kinder (VafK). Die Mitglieder des Vereins stehen dafür ein, dass Kinder nach einer Kontakt zu beiden Elternteilen halten können und dürfen. Wie schwierig das ist, haben Matthias Mack und Sprecherin Tracey Kronewitter vielfach erlebt.

In der Regel verliert jedes zweite Kind nach der Trennung der Eltern binnen eines Jahres den Kontakt zu dem Elternteil, bei dem es nicht lebt. Meist ist das der Vater, doch immer häufiger ist es auch die Mutter. So sind jedenfalls die Zahlen und Erfahrungen, die die Vertreter von „Väteraufbruch“ haben. Damit es soweit nicht kommt, lautet das Motto des Vereins: „Allen Kindern beide Eltern.“Dass das nicht einfach ist, wissen Mack und Kronewitter. „Man muss Realist sein“, sagt Mack. Im schlimmsten Fall verliere man im Scheidungskrieg alles: Job, Haus, Kinder. „Und das polizeiliche Führungszeugnis ist plötzlich voller Einträge, weil man anonyme Anzeigen bekommt“, erzählt Kronewitter. Das seien keine Einzelfälle, bekräftigt Mack, der mittlerweile schon hunderte Fälle erlebt und auch dokumentiert hat. Meist seien die von einer Trennung betroffenen Männer völlig allein, weil sich nach Misshandlungs- oder gar Missbrauchsvorwürfen Familie und Freunde distanzierten. Die Männer hängen in der Luft. „Wir wollen sie ankern“, sagt Kronewitter. Denn wie Mack erzählt, fühlen sich manche Betroffene regelrecht gejagt. „Dabei geht doch der Schutz der Kinder vor.“ Kronewitter bestätigt: „Immer wird auf die Paarebene geschaut. Die Elternebene wird völlig ausgeblendet.“ Der Kreisgruppensprecherin geht es wie Mack vor allem darum, die Eltern­ebene zu betonen. „Auch wenn man sich als Paar nicht mehr versteht, hat man immer noch gemeinsame Kinder, für die beide Elternteile wichtig sind.“Der Verein Väteraufbruch macht vor allem den Behörden und Institutionen den Vorwurf, dies nicht genug zu berücksichtigen. Dabei gibt es in Deutschland das Recht auf ein geteiltes , wenn auch erst seit 1998. Mack hat außerdem erlebt, dass die Chance, die Kinder zugesprochen zu bekommen, geringer wird, umso emotionaler ein Vater an die Sache rangeht. „Wenn man Wut und Enttäuschung zeigt, sind Jugendamt, Gutachter und Richter kaum davon zu überzeugen, dass dem Kind der Umgang mit diesem ,aggressiven‘ Menschen zugemutet werden kann.“ Dem VafK gelinge es oft, verhärtete Fronten wieder etwas zu entspannen. „Wir wissen mittlerweile, wie es funktioniert“, sagen Mack und Kronewitter.
Im Idealfall wird alles geteilt

Mack berichtet von einem Fall, in dem „das System bedient wurde“. Der betroffene Vater habe letztlich getan und gesagt, was die Behörden von ihm sehen und hören wollten, nicht was er für richtig empfunden habe. „Am Ende kam unser Ideal heraus“, sagt Mack. Das Sorgerecht wird geteilt, das Kind lebt im Wechsel je zur Hälfte bei Vater und Mutter, ohne den Wohnort oder die Schule wechseln zu müssen. Außerdem habe der Vater, der sich schon vorher darum gekümmert hatte, weiterhin die Hoheit über Schule beziehungsweise Kindergarten. „Das wurde mit den Kindern alles besprochen, es gab keinen Loyalitätskonflikt und keine Verlierer“, erzählen die Vertreter. „Die Gewinner sind die Kinder.“

Allerdings sei natürlich kein Fall wie der andere. „Es gibt eine hohe Individualität“, sagt Mack. Besonders über Gespräche will der VafK versuchen, konstruktive Verbesserungen zu erreichen. Ohne Gutachter, die „oft Negatives und immense Kosten mit sich bringen“. Dennoch wollen die Vertreter des „Väteraufbruchs“ nicht sämtliche Institutionen verteufeln. Sie wissen, dass Gerichte heillos überlastet sind. „Und die haben oft gute Leute“, bekräftigt Kronewitter. Anwälte wollen sie aber mehr in die Pflicht nehmen, um „Schlammschlachten zu vermeiden“. Aus Sicht der Initiative ist das sogenannte deshalb ideal.

Cochemer Modell

Die als Cochemer Modell bezeichnete Arbeitspraxis ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit der Personen und Institutionen, die am familiengerichtlichen Verfahren beteiligt sind. Im Interesse der Kinder sollen die Eltern trotz Trennung wieder miteinander sprechen, statt zu streiten. Die Bindung des Kindes zu beiden Eltern soll zugelassen werden. Dieses vernetzte Modell wurde im Moselort Cochem 1992 initiiert und umgesetzt, inzwischen genießt es bundesweit Anerkennung. Ziel ist es, die Sichtweise des Kindes ins Zentrum zu stellen. Streitende Eltern sollen befähigt werden, ihre alleinige und untrennbare elterliche Verantwortung weiter wahrzunehmen, statt diese den begleitenden Professionen zu überlassen. Eltern sollen wenigstens grundlegende Anliegen des Kindes miteinander besprechen.

Väteraufbruch

Väteraufbruch wurde 1989 als gemeinnütziger Verein gegründet und zählt mittlerweile 3000 Mitglieder. Die Kreisgruppe Esslingen-Reutlingen besteht seit 2003 und wird derzeit aufgrund ihrer Größe geteilt. In der Kreisgruppe Esslingen werden dann etwa 30 Mitglieder beteiligt sein. Weil immer mehr Frauen Interesse an der Initiative finden, gibt es Überlegungen, den Verein eines Tages in „Elternaufbruch“ umzubenennen. Ursprünglich war der VafK mit Aktionen wie Demos oder Sitzstreiks provokativ ausgelegt. „Jetzt geht es eher um Strukturen und Netzwerke“, sagen Matthias Mack und Tracey Kronewitter, die immer wieder versuchen, von der Stadt Esslingen einen Raum für ihre Treffen zu bekommen. „Manche Dinge sind so heikel, die will man nicht öffentlich im Restaurant besprechen.“ Für die Zukunft wünschen sie sich, behandelt zu werden wie Frauennetzwerke.

Treffen: Jeden zweiten Dienstag im Monat um 19.30 Uhr im „Brauhaus Waldhorn“ in Plochingen.

kontakt@vafk-es.de
www.vafk-es.de
www.vaeteraufbruch.de

Quelle: ez-online.de – 19.10.2009 – Von Stephanie Danner
Link zum Pressebericht: www .ez-online.de/lokal/esslingen/kreisesslingen/Artikel479697.cfm

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25.000 Betroffene: Wenn Väter entsorgt werden

Freitag, August 28th, 2009

Viele Väter müssen ohne ihre Kinder leben. Weil vor allem die Kinder unter dem Verlust leiden, fordern Selbsthilfegruppen nun neue Standards.
Lüneburg. Wenn er wenigstens wüsste, dass es irgendwann ein Happy End gibt, dann wäre alles leichter, sagt Peter Witkowski. Doch diese Sicherheit gibt es nicht, und so bleibt ihm nur der Kampf um seine Tochter. Hannah (Name von der Redaktion geändert) ist jetzt neuneinhalb Jahre alt. Seit beinahe fünf Jahren hat Peter Witkowski sie nicht mehr gesehen, hat sie nicht mehr in den Arm nehmen, nicht mehr drücken oder mit ihr spielen können.

Witkowski erinnert sich an die Trennung im Jahr 2004 nach der seine Exfreundin einen neuen Mann kennengelernt hatte. Plötzlich eröffnete sie ihm: “Hannah hat jetzt eine neue Familie. Sie will bei uns bleiben und dich nicht mehr sehen.” Die Worte erschüttern den Mann bis ins Mark – auch wenn er sich bis heute sicher ist, dass alles gelogen war. “Hannah hätte garantiert gewollt”, so der 41-Jährige. Witkowski schaltet das Jugendamt ein, zieht vor . Ein erster Beschluss: Alle zwei Wochen darf Hannah für drei Tage und zwei Nächte zu ihm.

Von Beginn an gibt es Probleme. Die Mutter mauert, versucht die Treffen zu verhindern. Es folgt eine zermürbende Prozessarie, eine Umgangsregelung folgt der nächsten. Immer wieder gibt es unschöne Szenen bei der Übergange von Hannah. Von Termin zu Termin bemerkt Witkowski: “Hannah wirkt regelrecht eingeschüchtert.” Zwar sei das Mädchen nach kurzer Zeit bei ihm immer schnell wieder aufgetaut, aber Peter Witkowski ist sich sicher, “dass meine Exfreundin Hannah gegen mich aufgehetzt hat”.

Solange, bis Hannah schließlich äußert, dass sie nicht mehr zu ihrem Vater will. 2006 beantragt die Mutter einen Umgangsausschluss, will dem Vater den Kontakt zu seiner Tochter gerichtlich verbieten lassen. Ein Psychologe wird hinzugezogen. Der urteilt in seinem Gutachten: “Hannah wurde hochgradig instrumentalisiert, indem die Mutter ihr ein radikal negatives, monströses und feindseliges Bild ihres Vaters vermittelte.” Hannah zeige bereits erste Anzeichen von PAS, das steht für Parental-Alienation-Syndrom, ein Fachausdruck für Elternentfremdung. Dabei würden Kinder Partei für den betreuenden Elternteil ergreifen und sich aus Überzeugung von der Richtigkeit seiner Sichtweise deutlich gegen den anderen Elternteil positionieren, erklärt der Psychologe.

Dass der Experte die Verantwortung für die Entfremdung bei der Mutter sieht, ändert nichts an der Entscheidung des Gerichts: Peter Witkowski erhält ein Umgangsverbot. Damit ist er kein Einzelfall. Nach Schätzungen des Vereins “Väteraufbruch für Kinder” – Witkowski ist Vorstandmitglied der Initiative – sind bundesweit etwa 25 000 Mütter und Väter betroffen. Die Initiative hat berechnet, dass jedes vierte Trennungskind vom Verlust eines Elternteils bedroht ist. Bezogen auf die Berechnung des Statistischen Bundesamtes, dass im vergangenen Jahr 150 187 Kinder von der ihrer betroffen waren, sind das rund 37 600 Kinder – unehelicher Nachwuchs ausgenommen.

Dass die Kinder leiden, sei das Schlimmste für sie, erklärt Dorette Kühn aus Soderstorf. Bei ihr sind es die Enkel, die die 55-Jährige schmerzlich vermisst. Wie es zu dem Kontaktabbruch kam, will Dorette Kühn nicht öffentlich erzählen: “Ich möchte meine Enkel schützen.”

Daher habe sie vor dem Gericht auch auf ein verzichtet. Kühn: “Ich wollte nicht, dass die Jungen das Gezerre noch länger aushalten müssen.” Heute bereut sie diesen Schritt. Zwei Jahre darf sie ihre Enkel jetzt nicht mehr sehen. Dabei ist Dorette Kühn sich sicher: “Für die Kinder ist es das Wichtigste, dass sie alle behalten.” Denn jeder Verlust bedeute für die kleinen Seelen Kummer und Schmerz. Gemeinsam mit Peter Witkowski hat Dorette Kühn die Selbsthilfegruppe “Entsorgte Eltern und Großeltern gegründet”, engagiert sich aber darüber hinaus bei Fachtagungen und Expertentreffen.

Kühn kritisiert, dass Jugendamtsmitarbeiter und Richter sich nicht stärker im Interesse der Kinder engagieren. Denn: “Möglich wäre das mit dem .” Das Verfahren zeichne sich durch eine frühzeitige Zusammenarbeit von Anwälten, Richtern, Sozialarbeitern, Psychologen und betroffenen Eltern aus. Bereits in den ersten 14 Tagen, also bevor eine Entfremdung eintreten kann, soll gemeinsam eine Lösung im Sinne der Kinder gefunden werden.

Doch bisher komme das Cochemer Modell nur ansatzweise und selten zur Anwendung, so Kühn. Mit einer Demonstration vor dem Kreisjugendamt Lüneburg, Auf dem Michaeliskloster 4, wollen Witkowski, Kühn und andere Betroffene jetzt am Sonnabend, 12. September, um 11 Uhr auf das Problem aufmerksam machen. Und dann bleibt Peter Witkowski noch eine Hoffnung: Der Gang vor den europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Denn seine Tochter, will er nicht aufgeben.

Quelle: abendblatt.de – 27. August 2009 – Von Sandra Bengsch
Link zum Pressebericht: www .abendblatt.de/region/lueneburg/article1156844/25-000-Betroffene-Wenn-Vaeter-entsorgt-werden.html

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PAPA-YA – Das neue Magazin für mehr Fairness im deutschen Familienrecht

Donnerstag, April 16th, 2009

Im Juni 2009 kommt ein neues Magazin auf den Markt.
Eine Lücke auf dem deutschen Zeitschriftenmarkt wird „PAPA-YA – Das Magazin“ mit seiner ersten Ausgabe Ende Juni schließen. Kompetente Berichte zum aktuellen und zur Familienpolitik, Erfahrungen von minderjährigen und erwachsenen Scheidungskindern und wichtige Urteile zu Unterhalts-, Sorge- und Umgangsstreitigkeiten sind nur einige der vielen Themenschwerpunkte.

Besonders lesenswert dürfte die Rubrik „Kinder – jetzt reden wir…“ sein – hier berichten Kinder wie sie die ihrer verarbeiten. Allgemeine Informationen für alle Betroffene vor, während und nach der Trennung runden das Spektrum von „PAPA-YA – Das Magazin“ ab. Zusätzlich werden in jeder Ausgabe neue Bücher zur Thematik vorgestellt.

Themen in der ersten Ausgabe:
Aktuelle News – Kinder kommen zu Wort – – Unterhaltsrechtsreform 2008 – Das Cochemer Modell u. a.

Das Magazin kostet 2,50 EUR und erscheint zweimonatlich beim PAPA-YA-Verlag. Die Ausgabe Juni/Juli erscheint in der Kalenderwoche 26. Heftbestellungen über redaktion(at)papa-ya.de oder über die Homepage des Magazins www.papa-ya.de. Wir starten mit einer Auflage von 5000 Exemplaren im Eigenvertrieb.

Eine Titelseite des aktuellen PAPA-YA kann unter redaktion(at)papa-ya.de als PDF angefordert werden.
Weitere Informationen finden Sie unter www .papa-ya.de

Quelle: firmenpresse.de – 06.04.2209 – Jörg Mathieu
Link zum Pressebericht: www .firmenpresse.de/pressinfo82455.html

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