Bremen (17.09.2009): Offenbar kaum Fortschritt beim Kinderschutz
Auch drei Jahre nach dem Fall Kevin müssen die Amtsvormünder in Bremen offenbar Verantwortung für zu viele Kinder übernehmen. Das wurde Dienstag bei einer Diskussion von Familienrichtern mit Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) in Bremen deutlich. Zypries will deshalb in der kommenden Legislaturperiode einen neuen Anlauf zu einem Kinderschutzgesetz starten.
Persönlicher Kontakt kaum möglich
Ein gerichtlich bestellter Amtsvormund ist in Bremen aktuell noch immer für 100 Kinder verantwortlich. Ein persönlicher Kontakt sei da oft nicht möglich, sagte eine Bremer Familienrichterin in der Diskussion mit Zypries. Auch das Bremer Jugendamt stand in der Kritik. Viele wichtige Informationen würden mit Verweis auf den Datenschutz von den Sozialarbeitern nicht an die Familienrichter weitergegeben. Aber auch im Gericht selbst arbeiteten zu viele junge unerfahrene Richter und es hapere an Fortbildung.
Hindernis Datenschutz
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries versprach, sich für rechtliche Verbesserungen einzusetzen. Sie rief auch Privatleute auf, sich als ehrenamtlicher Amtsvormund für ein Kind zu melden. Kinderärzte sollen außerdem bei Verdacht auf Kindesmisshandlung das Recht erhalten, die zuständigen Jugendämter zu informieren. Bisher sei auch das oft am Datenschutz gescheitert.
Quelle: radiobremen.de – 15. September 2009
Link zum Pressebericht: www .radiobremen.de/politik/nachrichten/politikbremenkinderschutz100.html























