Torgau-Oschatz Jugendamt
Jugendamt Nordsachsen
Friedrich-Naumann-Promenade 9
04758 Oschatz
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Leitung
Sigrid Moschek
Telefon: 0 34 35/9 84-8 10
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Telefon: 0 34 35/9 84-8 30
E-Mail: ilona.cyron@lra-to.de
Allgemeiner Sozialer Dienst, Adoption, Pflegekinderwesen, Vormundschaften
Schloßstr. 27
04860 Torgau
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Telefon: 0 34 21/7 58-8 50
Fax: 0 34 21/7 58-3 58 61
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Mai 6th, 2010 um 15:19
NEWSFLASH ZUM JUGENDAMT TORGAU-OSCHATZ – 06.05.2010 – 49-mal wurde das Sorgerecht entzogen
Das Landratsamt hat im vergangenen Jahr 585 Anzeigen registriert, in denen es um die Gefährdung von Kindeswohl ging. Das geht aus dem Jahresbericht des Jugendamtes Nordsachsen hervor, der jetzt vorgestellt wurde. Die meisten Anzeigen wurden telefonisch gestellt (275), gefolgt vom persönlichen Vorsprechen im Amt. Auch schriftlichen und anonymen Hinweisen gingen die Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes nach. Dabei registrierten sie vor allem die soziale Entwicklung als Quelle der Gefährdung.
Verwahrlosung und emotionale Misshandlung wurden ebenfalls gehäuft beobachtet. In 87 Fällen mussten körperliche Misshandlungen, in 26 Fällen sexueller Missbrauch von Kindern registriert werden.Die Konsequenzen lesen sich dann so: 82 Kinder wurden zu ihrem Schutz in Obhut, also aus ihren Familien herausgenommen. Nordsachsenweit waren es im Jahr davor 58. 49-mal wurde im vergangenen Jahr Eltern das Sorgerecht entzogen. Auch hier machte sich eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr bemerkbar. 42 Sorgerechtsentzüge mussten dazumal vollzogen werden. Die wachsende Zahl der Interventionen ist laut Bericht auch eine Folge der zu geringen präventiven Arbeit mit den Familien. Aufgrund des bisherigen Personalschlüssels sei hier jedoch keine Steigerung machbar. In ihrem Bericht kritisieren die Mitarbeiter des Jugendamtes zudem den Fakt, „dass die Sozialarbeiter des Allgemeinen sozialen Dienstes (ASD) aufgrund der steigenden Fallzahlen und durch den Druck der damit verbundenen Belastungssituationen…einer psychischen Dauerbelastung ausgesetzt sind.“ Zumal eine Arbeitsanweisung des ASD vorsieht, dass jeder Anzeige auch eine Recherche zu folgen hat.
Entlastung soll im laufenden Jahr der „Präventiv aufsuchende Dienst“ schaffen. Zwei Fachkräfte an den Standorten Delitzsch und Oschatz arbeiten seit Februar daran, besagte Erscheinungen schon vor, zumindest aber im Entstehen abzuwehren. Um der Fläche des Landkreises gerecht zu werden, hält der „Präventiv aufsuchende Dienst“ Sprechstunden in Torgau und Eilenburg ab. Im Mittelpunkt steht jedoch freilich der initiative Kontakt. Zielgruppen sind unter anderem minderjährige Mütter, alleinerziehende Elternteile, kinderreiche Familien. Die gestiegene Anzeigenzahl ist freilich auch ein Ergebnis der gestiegenen Sensibilisierung in allen Bereichen. Erzieher in Kindertageseinrichtungen, Kinderärzte und andere Stellen, die mit Kindern zu tun haben, sind über Präventionsnetzwerke in den letzten Jahren immer wieder zu erhöhter Wachsamkeit animiert worden.
Quelle: torgauerzeitung.com – 04.05.2010 – Von Sebastian Stöber
Link zum Pressebericht: www .torgauerzeitung.com/Default.aspx?t=NewsDetailModus%2849403%29