Friedberg Jugendamt
Jugendamt Wetteraukreis
Europaplatz
61169 Friedberg
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Fax: 0 60 31/83-80 03
Leitung
Margot Bernd
Telefon: 0 60 31/83-30 01
E-Mail: jugend.und.soziales@wetteraukreis.de
Fax: 0 60 31/83-80 03
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April 29th, 2011 um 11:47
NEWSFLASH ZUM JUGENDAMT FRIEDBERG – 29.04.2011 – Kindesmisshandlung oder Irrtum der Behörde? Jugendamt gibt Baby an Pflegefamilie
Plötzlich ist das Kinderzimmer leer: Was im Sozialgesetzbuch als Inobhutnahme bezeichnet wird, kommt für die betroffenen Eltern einem Alptraum gleich. Sie wehren sich gegen »Behördenwillkür«, schimpfen über »legalen Kinderklau«. Das Jugendamt verweist bei solchen Fällen auf die schwindende Erziehungskompetenz überforderter Eltern und zieht die Reißleine, wenn der Verdacht auf Vernachlässigung oder Gewalt vorliegt. So wie im Fall der vier Monate alten Chantalle aus Friedberg.
Vor eineinhalb Wochen brachten die Eltern das Mädchen wegen Hautrötungen in eine Kinderklinik. Vier Tage später wurde ihnen verkündet, das Kind komme in eine Pflegefamilie. Laut Kinderklinik besteht »hochgradiger Verdacht auf Kindesmisshandlung«.
Chantalles Mutter Simone B. (alle Namen von der Redaktion geändert) und ihr Freund Dirk F. verstehen die Welt nicht mehr. Seitenlange E-Mails verschickt die 29-jährige Mutter an Zeitungen, tauscht sich im Internet mit anderen Betroffenen aus, hat einen Anwalt aus der Nähe von Nürnberg und einen Beistand aus Düsseldorf kontaktiert, die sich auf Inobhutnahmen spezialisiert haben. Simone B. ist derzeit nicht berufstätig, hat früher in der Pflege gearbeitet, kennt sich mit medizinischen Fachbegriffen aus, zitiert Paragrafen. Und sie ist sich sicher: Ihr Kind ist krank, aber niemand hat ihm etwas zuleide getan.
Folgendes ist laut ihrer Darstellung geschehen: Chantalle ist eine Frühgeburt, hat sich nach anfänglichen Problemen aber gut entwickelt. Vor zwei Wochen sei das Mädchen sehr weinerlich gewesen. Als sich der Zustand nicht änderte, suchten die Eltern die Kinderärztin auf. Blut- und Urinwerte hätten aber keinen Befund ergeben. Der Urinbeutel habe allerdings auf der Haut im Intimbereich feuerrote Flecken hinterlassen, die am nächsten Morgen blau waren. Nach Rücksprache mit der Familienhebamme, die das Jugendamt dem Paar vermittelt hatte, wurde Chantalle ins Kinderkrankenhaus nach Hanau gebracht. Hier habe die Blutuntersuchung hohe Leberwerte angezeigt.
Vier Tage später wurden Simone B. und Dirk F. zu einem Gespräch ins Krankenhaus gebeten. Als sie dort ankamen, sei es »knüppelhart« gekommen: Die Ärzte und Mitarbeiter der Jugendämter Hanau und Friedberg hätten ihnen eröffnet, dass ihr Kind in eine Pflegefamilie komme, es sei bereits alles geregelt. Grund: die blauen Flecken. Simone B.: »Die sind der Ansicht, sie müssten das Kind vor uns schützen. Das Gespräch war schnell beendet. Das Kind war weg, und wir standen ohne Baby da.« Die Eltern vermuten als Grund für die blauen Flecken einen Gendefekt oder eine andere schwere Krankheit. Sie machen sich Sorgen um ihr Kind.
Sorgen um das Wohl des Kindes macht sich auch das Jugendamt. »Es besteht laut Auskunft der Kinderklinik ein hochgradiger Verdacht auf Kindesmisshandlung«, sagt Michael Elsass, Sprecher des Wetteraukreises. Mehrere Druckstellen seien festgestellt worden, unter anderem im Genitalbereich. »Das Jugendamt ist sich bewusst, dass der Entzug eines Kindes ein massiver Eingriff ist. Aber bei einem solchen Verdacht müssen wir handeln.« Zumal Simone B. für das Jugendamt keine Unbekannte ist. Vor der kleinen Chantalle hat sie zwei weitere Kinder zur Welt gebracht, bei denen ebenfalls eine Inobhutnahme angeordnet wurde. Das Sozialamt hat ein psychologisches Gutachten in Auftrag gegeben, das die Erziehungsfähigkeit der 29-Jährigen feststellen soll. »Wir handeln nicht leichtfertig«, sagt der Kreissprecher. »Das ist immer ein sehr schmaler Grad, auf dem wir wandeln. Das Kindeswohl muss im Vordergrund stehen.«
Fall Kevin macht Schlagzeilen
Die Sozialämter reagieren spätestens seit dem Fall des zweijährigen Kevin aus Bremen sehr wachsam, wenn Verdacht auf Kindeswohlgefährdung besteht. Der Fall machte bundesweit Schlagzeilen. Kevin stand zwar unter Vormundschaft des Jugendamtes, lebte aber bei seinem drogenabhängigen Ziehvater. Als das Jugendamt ihn in eine Pflegefamilie geben wollte, war es zu spät: Kevin war tot; die verweste Leiche lag im Kühlschrank.
150 Inobhutnahmen pro Jahr
Solche Fälle gab es in der Wetterau noch nicht und soll es auch nicht geben. Das mag die erhöhte Zahl der Inobhutnahmen erklären. Die rund 150 Kinder, die 2010 aus ihren Familie genommen wurden, bedeuten eine Steigerung um etwa 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als Jugenddezernent Oswin Veith diese Zahlen im Dezember bekannt gab, nannte er verschiedene Gründe, warum die familiäre Situation eskaliert und die Kinder als Folge dessen in Obhut genommen wurden: die geringe Erziehungskompetenz der Eltern, die in vielen Fällen überfordert mit ihren Kindern sind, aber auch wirtschaftliche Probleme, Armut, Drogen, Alkohol, Arbeitslosigkeit. Veith betonte: »Inobhutnahmen geschehen nicht willkürlich, sondern erfordern ein genaues Abwägen zwischen dem Wohl des Kindes und den Rechten der Eltern.« Der Wetteraukreis verweist darauf, dass die 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes hochqualifiziert sind. Sie suchen die Familien auf, verschaffen sich einen Eindruck vom Kind, von den Eltern, vom persönlichen Umfeld. Allen Entscheidungen liegt ein 80-seitiger »Leitfaden zur Sicherstellung des Kinderschutzes bei Kindeswohlgefährdung und sexueller Gewalt« zugrunde. Oft seien die Eltern uneinsichtig und würden ihre eigene Situation nicht mehr überblicken, sagt ein Mitarbeiter des Kreises.
Eltern protestieren im Internet
In den Internetforen, in denen sich betroffene Eltern austauschen, wird ein anderer Ton angeschlagen. Man liest von »Behördenwillkür«, »Lügen«, »Verleumdung«, »Rufmord« und gar von »grauenhaftem Kinderklau« durch den Staat. »Immer wieder werden Kinder unter fadenscheinigen Gründen von übereifrigen, sich profilieren wollenden Mitarbeitern des Jugendamts aus ihren Familien herausgerissen«, heißt es dort: »Diese fadenscheinigen Gründe werden im Laufe des Entzugs immer wieder umgemodelt und angepasst, um im Nachhinein auch Fehlentscheidungen rechtfertigen zu können.« Kinder und Familien würden systematisch zerstört.
Simone B. und Dirk F. wollen mit allen rechtlichen Mitteln versuchen, ihr Kind zurückzubekommen; im 26-seitigen Schreiben ihres Beistandes an die Kinderklinik wird gar der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte zitiert. »Die blauen Flecken stammen nicht von uns, das hat etwas mit den erhöhten Leberwerten zu tun«, sagt die Mutter. »Wenn das von körperlicher Gewalt stammen würde, hätten wir das doch vertuscht. Wir sind aber ins Krankenhaus mit der Kleinen.« Das Klinikum Hanau wollte aus rechtlichen Gründen keine Stellungnahme zu dem Fall abgeben. Der Wetteraukreis erwägt, dem Vater des Mädchens Hausverbot zu erteilen. Bei einem Gespräch im Sozialamt soll er gedroht haben, das Kreishaus in Brand zu stecken.
Quelle: giessener-allgemeine.de – 14.04.2011 – jw
Link zum Pressebericht: www .giessener-allgemeine.de/Home/Kreis/Staedte-und-Gemeinden/Friedberg/Artikel,-Kindesmisshandlung-oder-Irrtum-der-Behoerde-Jugendamt-gibt-Baby-an-Pflegefamilie-_arid,253646_costart,2_regid,1_puid,1_pageid,80.html
Juli 22nd, 2011 um 16:56
Das Jugendamt im Wetteraukreis zeigt seit Januar 2011 kein Interesse an einem gemeldeten Fall der zweijährigen Felina aus Bad Nauheim.
Das kleine Mädchen lebt teilweise in der Zweitwohnung ihrer Mutter und dessen polizeilich geführten Lebensgefährten in Frankfurt.
Das kleine Mädchen ist den ganzen Tag alleine in einem Zimmer, sich selbst überlassen….
Dem Jugendamt in Butzbach wurde im Januar 2011 dieser Fall der Kindeswohlgefährdung gemeldet und die zuständige Mitarbeiterin des Jugendamtes in Butzbach zeigt bis heute kein Interesse dem kleinen Mädchen zu helfen!
Erst als die Großmutter des kleinen Mädchens dem Amt mit der Presse drohte wurde nach Wochen durch die Mitarbeiterin nur ein kurzer angemeldeter Kontrollbesuch vorgenommen, ohne das Kind genauer anzuschauen. Die Meldung der Kindeswohlgefährdung sowie auch Zeugenaussagen wurden vom Amt bis heute nicht ernst genommen.
Anfang Juni 2011 legte die Großmutter des kleinen Mädchens beim Jugendamt in Friedberg / Wetteraukreis eine Beschwerde bei der Amtsleitung gegen das Jugendamt in Butzbach ein. Leider wird auch diese Beschwerde seit fast 7 Wochen von der Amtsleitung des Jugendamtes in Friedberg nicht ernst genommen. Denn bis heute wurde keine ärztliche Untersuchung des Kindes angeordnet und es wird in keinster Weise irgendetwas von Seiten des Jugendamtes unternommen, um das Kind aus seiner lebensbedrohlichen Situation zu befreien.
Das Jugendamt in Butzbach, das Jugendamt in Friedberg, sowie das Jugendamt in Frankfurt / Main zeigen bis heute kein Interesse dem kleinen Mädchen zu helfen.
Muss erst wieder ein Kind wie “im Falle Kevin” sterben, weil das Jugendamt nicht reagiert?