Dachau Jugendamt
Jugendamt Dachau
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Juli 17th, 2009 um 14:47
NEWSFLASH ZUM JUGENDAMT DACHAU – 17.07.2009 – Vietnamesische Märchenstunde vor Gericht
Über die Trennung nach achtjähriger Ehe ist der 41-jährige Vietnamese aus Dachau nicht hinweggekommen.
Als seine Ex-Frau (40) zur Polizei ging, weil er keinen Unterhalt für das gemeinsame Kind zahlte, soll er seine im Landkreis Freising lebende, frühere Frau und deren Familie mit dem Tode bedroht haben. In dem wegen Bedrohung eingeleiteten Prozess vor dem Amtsgericht Freising wiegelte der Angeklagte ab. So schlimm sei das alles gar nicht gewesen. Weder seiner Frau noch seinen Schwiegereltern würde er jemals etwas zu Leide tun. „Ich hasse diese Leute nicht.“ Außerdem sei längst wieder alles in Ordnung. „Ich zahle wieder für mein Kind.“
Seiner Ex-Frau und dem neuen Lebensgefährten warf der Angeklagte stattdessen vor, ihm Druck gemacht zu haben. „Sie wollte ständig mehr Geld.“ Es sei zudem schwierig gewesen, die 40-Jährige zu erreichen, weil sie mit ihrem neuen Freund häufig den Wohnort gewechselt haben soll. Die Frau fürchtet ihren frühen Ehemann anscheinend noch immer. Seine Drohungen habe sie sehr ernst genommen, sogar ihren Arbeitgeber vor ihm gewarnt, sagte die 40-Jährige: „Er hat mit gedroht, wenn ich die Anzeige nicht zurück ziehe, dann macht er meine Familie tot“, fügte sie an. „Und wenn er behauptet, dass er mir jetzt Unterhalt zahlt, dann ist das nicht wahr.“ Seit der Scheidung habe sie kein Geld mehr gesehen.
Gericht und Staatsanwaltschaft reagierten verschnupft auf die offensichtlich unrichtigen Angaben des Angeklagten, der behauptet hatte, jeden Monat 250 Euro für seinen Sohn zu zahlen. Zusätzlich würde er mit weiteren 50 Euro den vom Landratsamt geleisteten Unterhaltsvorschuss abstottern. „Wie kommen Sie dazu, zu behaupten, Sie würden Unterhalt zahlen?“
Einer Antwort ging der Angeklagte aus dem Weg, wiederholte stattdessen, dass er sich mit seiner Ex-Frau und der Familie ausgesöhnt habe. „Wir haben alle offenen Fragen geregelt.“
Das Gericht freilich tat sich schwer, den Ausführungen zu folgen. Seine Ex-Frau habe sich dem Schutz des Gesetzes anvertraut, sagte der Staatsanwalt. Es könne nicht geduldet werden, dass der Angeklagte sie bedroht.
Das Gericht verurteilte den 41-jährigen Koch zu einer Geldstrafe in Höhe von 825 Euro (55 Tagessätze zu 15 Euro). Der Angeklagte habe die Mutter seines Kindes in Angst versetzt“, rügte die Vorsitzende Richterin, Claudia Saponjic.
Das Gericht hielt ihm lediglich zu Gute, dass ihm Unterhaltszahlungen angesichts seiner finanziellen Situation äußerst schwer gefallen waren. Mit zwei Jobs, allerdings in Teilzeit, verdient der Vietnamese eigenen Angaben zufolge nur 780 Euro. Saponjic wies ihn darauf hin, dass er als Vater verpflichtet sei, für sein Kind zur Not auch Vollzeit zu arbeiten.
Quelle: merkur-online.de – 15.07.2009
Link zum Pressebericht: www .merkur-online.de/lokales/nachrichten/vietnamesische-maerchenstunde-gericht-406557.html