Bocholt Jugendamt
Jugendamt Bocholt
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Adoption, Pflegekinder
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August 27th, 2009 um 20:05
NEWSFLASH ZUM JUGENDAMT BOCHOLT – 27.08.2009 – Jugendamt vermittelt Tagesmütter wieder selbst
Bocholt nimmt an einem Aktionsprogramm des Bundesfamilienministeriums teil und bekommt 100000 Euro an Förderung. Eine Folge: Das Jugendamt übernimmt die Vermittlung der Tagesmütter wieder selbst.
Nach über zehn Jahren hat jetzt das Jugendamt die Vermittlung von Tagesmüttern wieder selbst übernommen. Seit 1998 hatte Gaby Borgers vom Verein Jugend und soziale Arbeit Tagesmütter mit Familien zusammengebracht, die ihre Kinder betreuen lassen wollten. „Inzwischen hat es im Bereich der Tagespflege massive gesetzliche Veränderungen gegeben“, sagt Doris Springer vom Jugendamt. Außerdem sei die Nachfrage deutlich gestiegen. Deshalb habe die Stadt den Vertrag mit dem Träger „einvernehmlich“ gekündigt.
Möglich wurde das auch durch das „Aktionsprogramm Kindertagespflege“ des Bundesfamilienministeriums. Als eine von bundesweit 200 Modellstädten erhält Bocholt 100000 Euro Förderung, verteilt auf zwei Jahre. Bedingung dafür ist, dass die Stadt 66700 Euro selbst aufbringt. So konnten die beiden Diplom-Sozialpädagoginnen Astrid Schupp und Christiane Massing eingestellt werden. Sie sind jetzt Ansprechpartnerinnen sowohl für die Tagesmütter und solche, die es noch werden wollen, als auch für die Eltern.
Um in den Genuss der Förderung zu kommen, musste die Stadt ein Konzept entwickeln, wie vor allem die Plätze für Unter-Dreijährige in der Tagespflege ausgebaut werden können. Kooperationsvereinbarungen mit dem Servicepunkt Arbeit, den Familienzentren und dem August-Vetter-Berufskolleg sollen helfen, neue Tagesmütter zu werben und Eltern die Tagespflege als Alternative nahe zu bringen.
Der Trend ist ohnehin schon seit einigen Jahren erkennbar: Immer mehr Eltern bringen ihre Kleinkinder zur Tagesmutter. Waren 2004 noch durchschnittlich 31 Kinder – davon nur 6 Unter-Dreijährige – bei Tagesmüttern untergebracht, so sind heute 91 (davon 53 unter drei Jahre) bei insgesamt 38 Tagesmüttern. „Die Hemmschwelle, kleine Kinder unterzubringen, hat sich verringert“, meint Doris Springer. Das sei ein gesellschaftlicher Trend. Heute heiße es nicht mehr zwangsläufig, ein Kind habe die ersten drei Jahre bei der Mutter zu sein. „Mütter streben früher in den Beruf zurück.“ Und gerade die ganz kleinen Kinder gäben sie dann lieber zu einer Tagesmutter als in einen Kindergarten, wo sie vielleicht Bedenken hätten, dass sie „untergehen“.
„Die Tagespflege ist aus ihrem Schattendasein als besseres Babysitting getreten und zu einer qualifizierten Betreuungsform geworden“, sagt Springer. Inzwischen haben alle Tagesmütter eine 30-stündige Grundausbildung und bald ist auch die 130-stündige Zusatzqualifikation für alle verpflichtend.
Die Kosten für diese Betreuung richten sich übrigens nach dem Einkommen. Die Überlegung: „Lohnt es sich arbeiten zu gehen, oder muss ich dann alles für die Betreuung ausgeben“, sei hinfällig. Schupp und Massing empfehlen allen Eltern, die mit dem Gedanken einer Tagespflege spielen, sich bei ihnen zu melden. Ebenso wie sie potenzielle neue Tagesmütter animieren, sich unverbindlich im Jugendamt zu informieren. „Unsere Tür ist auf“, sagt Astrid Schupp, „wir freuen uns über jeden.“
Quelle: bbv-net.de – 19.08.2009 – VON CAROLA KORFF
Link zum Pressebericht: www .bbv-net.de/public/article/bocholt/746882/Jugendamt-vermittelt-Tagesmuetter-wieder-selbst.html