Bad Honnef Jugendamt
Jugendamt Bad Honnef
Rathausplatz 1
53604 Bad Honnef
Telefon: 0 22 24/1 84-0
Fax: 0 22 24/1 84-1 15
Leitung
Helga Martini
Telefon: 0 22 24/1 84-2 70
Fax: 0 22 24/1 84-42 70
E-Mail: helga.martini@bad-honnef.de
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August 10th, 2010 um 15:15
NEWSFLASH ZUM JUGENDAMT BAD HONNEF – 10.08.2010 – Jugendämter angezeigt
Im Falle der in Bad Honnef getöteten neunjährigen Anna ermittelt die Staatsanwaltschaft nun auch gegen die Jugendämter. Ein Bürger hat Anzeige erstattet. Die Pflegeeltern hatten einen Vertrag mit der Diakonie Düsseldorf als Vollzeitpflegefamilie.
BAD HONNEF / KÖNIGSWINTER. Im Falle der in Bad Honnef getöteten neunjährigen Anna ermittelt die Staatsanwaltschaft nun auch gegen die Jugendämter in Bad Honnef und Königswinter. Ein Bürger hat Anzeige erstattet wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung. Das bestätigte der ermittelnde Staatsanwalt Robin Faßbender auf Anfrage. Wie die Rundschau weiter erfuhr, haben die inhaftierten 51-jährigen Pflegeeltern, denen der Tod des Kindes zur Last gelegt wird, seit Dezember 2009 einen Vertrag mit der Diakonie Düsseldorf als Vollzeitpflegefamilie. Das bestätigte Diakonie-Sprecher Manuel Falkenberg auf Anfrage. Weitere Einzelheiten zu den Hintergründen und dem Zustandekommen des Vertrags wollte und konnte er mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht sagen.
Wie berichtet, werden den Pflegeeltern mehrfache Misshandlung von Schutzbefohlenen sowie Körperverletzung und Freiheitsberaubung mit Todesfolge vorgeworfen. Die 51-Jährigen sitzen in Haft. Sie sollen die ihnen vom Jugendamt Königswinter anvertraute Anna in den vergangenen drei Monaten mehrfach mit Klebeband an Händen und Füßen gefesselt haben. Der 51-jährige Pflegevater hat ausgesagt, das Kind vergangenen Donnerstag beim Baden unter Wasser gedrückt zu haben. Anna ist ertrunken.
Ob den Jugendämtern in Bad Honnef beziehungsweise Königswinter Versäumnisse vorzuwerfen sind, ist weiter offen. Bei der Stadt Königswinter dauerten die internen Überprüfungen auch gestern noch an. Rechtsamtsleiter Holger Jung sagte zudem, angesichts der Anzeige gegen das Königswinterer Jugendamt und die damit verbundenen Ermittlungen werde die Stadt vorerst keine Details mehr bekannt geben. Vor dem Tode Annas soll es mindestens zweimal Hinweise besorgter Nachbarn gegeben haben. Die Neunjährige soll autoaggressiv gewesen sein und eine Wasserphobie gehabt haben.
Zu Berichten in einem Boulevard-Blatt, die Bad Honnefer Pflegefamilie habe ihren 2003 im Alter von 26 Jahren verstorbenen behinderten Sohn „wie einen Sklaven oder ein Tier gehalten“, äußerte sich Staatsanwalt Robin Faßbender nicht. Die in dem Blatt zitierte Frau sei zwar als Zeugin vernommen worden, über den Inhalt ihrer Aussagen sage er aber nichts. Die Umstände um den verstorbenen Sohn seien Gegenstand späterer Ermittlungen, erstmal kümmere man sich um das aktuelle Geschehen. Laut Faßbender müssen im Fall Anna viele Zeugen – von Mitarbeitern des Jugendamts über Ärzte bis hin zu Eltern früherer Pflegekinder – vernommen werden.
Eine Nachbarin hatte den Pflegevater unmittelbar nach dem Tod Annas als freundlich und „ganz, ganz lieben Menschen“ beschrieben. Uwe Löttgen-Tangermann, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Honnef, hat am Sonntag die Besucher seines Gottesdienstes aufgefordert, nicht alles zu glauben, was in manchen Medien berichtet werde. Man solle genauer hinsehen und die weiteren Ermittlungsergebnisse abwarten. Weitere Aussagen lehnte Löttgen-Tangermann auf Anfrage ab. Er äußere sich über Mitglieder seiner Gemeinde nicht in der Öffentlichkeit.
Nach Rundschau-Informationen sind selbst erfahrene Ermittler der Mordkommission über den Fall erschüttert. Demnach wurde Anna mit so genanntem Panzerklebeband an Händen und Füßen gefesselt – auch an dem Tag, an dem sie starb.
Quelle: rundschau-online.de – 29.07.10 – Von Carsten Schultz
Link zum Pressebericht: www .rundschau-online.de/html/artikel/1280128778324.shtml
August 10th, 2010 um 15:27
NEWSFLASH ZUM JUGENDAMT BAD HONNEF – 10.08.2010 – Bad Honnefer Jugendamt hält sich nach Annas Tod weiter bedeckt
Bad Honnef. “Wenn nur der leiseste Verdacht bestanden hätte, dass Annas Wohl akut bedroht war, wäre jemand hinausgefahren.” Indizien, dass die Neunjährige sich in unmittelbarer Gefahr befand, habe der Anruf einer Bürgerin am Donnerstag im Bad Honnefer Jugendamt aber nicht enthalten, wiederholte Bad Honnefs Erste Beigeordnete Monika Oestreich gestern die Stellungnahme von Bürgermeisterin Wally Feiden.
Am Donnerstagabend war die neunjährige Anna nach Gewalteinwirkung durch ihre Pflegeeltern während des Badens in der Wohnung in Bad Honnef ertrunken. Die festgenommenen Pflegeeltern befinden sich weiter in Haft.
Der Pflegevater wurde am Montag erneut vernommen, nachdem er widersprüchliche Angaben dazu gemacht hatte, wie es zu dem Tod des Kindes gekommen war.
Die Aufarbeitung der Geschehnisse habe bei aller Tragik ergeben, dass die Honnefer Jugendamtsmitarbeiter sich keine Versäumnisse hätten zu schulden kommen lassen, so Oestreich
Man habe nach den im Fall möglicher Kindeswohlgefährdung geltenden “Regeln” gehandelt. “Unsere Betroffenheit ist groß. Wir werden den Fall aufarbeiten und schauen, welche Lehren wir für die künftige Arbeit unseres Jugendamtes ziehen. Die Frage ist: Wie kann unser Netz fester geknüpft werden?”
Laut Oestreich registrierte das Bad Honnefer Jugendamt zwei Anrufe mit Hinweisen auf merkwürdige Vorgänge in der Pflegefamilie von Anna: einen im November und besagten am Donnerstag. Ob die nach Königswinter verwiesene Anruferin sich tatsächlich dorthin wandte, ließ Oestreich am Montag offen. “Das möchte ich nicht an die Presse geben”, es sei Königswinterer Angelegenheit, dazu Stellung zu nehmen.
Aus der Nachbarstadt gab es jedoch keine Auskünfte – bis auf nebenstehende Presseerklärung. Man wolle den “Untersuchungen nicht vorgreifen”, so Rechtsrat Holger Jung. Wandte sich nun besagte Anruferin am Donnerstag wie ihr in Honnef geraten ans Königswinterer Jugendamt? Wenn ja, wie wurde sie dort beschieden?
Das alles sei “Gegenstand der laufenden internen und externen Untersuchungen”, zu denen die Stadt keine Angaben mache, so Jung. Die Staatsanwaltschaft Bonn sah am Montag keine Veranlassung, von Amts wegen gegen Mitarbeiter der Jugendämter zu ermitteln.
“Bislang liegen uns keine Anhaltspunkte für strafwürdiges Verhalten vor”, so Oberstaatsanwalt Robin Faßbender.
Das Honnefer Jugendamt bestätigte, dass Annas Pflegemutter auch als Tagespflegeperson registriert sei und aktuell zwei Tageskinder im Kindergartenalter betreut habe. Sie habe gebeten, ihr einen Platz in einem “Auffrischungskursus” zur Qualifizierung als Tagesmutter zu reservieren.
Diese Betreuung hat aber nichts mit der Tätigkeit als Pflegemutter zu tun. Honnefs Jugendamt arbeite, wie andere Jugendämter auch, “unter Anspannung”, es gebe aber “keine akute Überarbeitung”, sagte Oestreich. Drei Bezirkssozialarbeiter und die Fachdienstleiterin kümmern sich um Beratung und Hilfen.
Die Erklärung der Stadt Königswinter im Wortlaut
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Königswinter sind erschüttert über die Umstände des Todes der Neunjährigen Anna nach dem derzeitigen Stand der staatsanwaltlichen Ermittlungen. Anna war durch das städtische Jugendamt in einer auswärtigen Pflegefamilie untergebracht. Die verwaltungsinternen Prüfungen zur Aufarbeitung des Sachverhaltes in Zusammenhang mit dem Tod der neunjährigen Anna befinden sich derzeit noch in vollem Gange und sind noch nicht abgeschlossen. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Erkenntnisse, die auf ein Fehlverhalten des Jugendamtes schließen lassen. Die Stadt Königswinter hat zudem heute der Staatsanwaltschaft Bonn sämtliche den Fall betreffenden Unterlagen des Jugendamtes zur Verfügung gestellt und wird die Ermittlungen weiterhin nach besten Kräften unterstützen. Die Stadt wird die Öffentlichkeit auch weiterhin im Rahmen der Möglichkeiten informieren.
Quelle: general-anzeiger-bonn.de – 27.07.2010 – Von Uta Effern-Salhoub
Link zum Pressebericht: www .general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10001&detailid=767003
August 10th, 2010 um 17:03
NEWSFLASH ZUM JUGENDAMT BAD HONNEF – 10.08.2010 – Könnte Anna (9) noch leben?
Bad Honnef/Königswinter. Nach dem Tod des neunjährigen Pflegekinds werden die Fragen in Bad Honnef und Königswinter quälend: Haben die beiden Jugendämter versagt? Könnte die kleine Anna noch leben? Am Dienstag gibt es eine Sondersitzung in Königswinter.
Nach dem Tod des neunjährigen Pflegekinds Anna in Bad Honnef gibt es neue Hinweise, denen die Staatsanwaltschaft Bonn nachgeht.
Woran starb ältester Sohn der Pflegemutter?
So hegen Mitbewohner der Wohnanlage im Kurviertel den Verdacht, dass auch der behinderte Sohn der Pflegemutter, der vor fünf Jahren mit Anfang 20 verstarb, einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Der junge Mann war erstickt. Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen nun entsprechend ausgeweitet.
Leben Kinder der Pflegemutter in anderen Familien?
Irritationen gibt es ebenfalls, was die Familienverhältnisse der Pflegefamilie betrifft. Während bislang nur bekannt war, dass die Pflegemutter den verstorbenen und einen 16-jährigen Sohn hat, berichten Anwohner, die 51-Jährige habe noch zwei weitere leibliche Kinder, die ihrerseits in Pflegefamilien untergebracht seien.
Mit ihrem heutigen Ehemann ist die Frau erst seit gut fünf Jahren verheiratet. Das Ehepaar befindet sich nach wie vor in Untersuchungshaft. Wie berichtet, hatte der Pflegevater zugegeben, die kleine Anna mehrfach mit Klebeband gefesselt zu haben, wenn sie bockig gewesen sei. Er will das Kind auch am Todestag unter Wasser gedrückt haben, weil es nicht baden wollte.
Ermittlungen gegen Mitarbeiter beider Jugendämter
Die Ermittlungen richten sich unterdessen auch gegen Mitarbeiter der beiden Jugendämter in Bad Honnef und Königswinter. Dabei spielt vor allem der Anruf einer Bürgerin eine Rolle, die sich am Tag von Annas Tod sorgenvoll ans Honnefer Jugendamt gewandt hatte.
Wie Jugenddezernentin Monika Oestreich unserer Zeitung bestätigte, hat ihre Mitarbeiterin die Anruferin nach Königswinter verwiesen, da das dortige Amt zuständig sei. Grund: Annas Herkunftsfamilie lebt in Königswinter. Ob sich die Frau, die anonym bleiben wollte, tatsächlich in der Nachbarstadt gemeldet hat, ist offen. Ein Sprecher der dortigen Stadtverwaltung erklärte, die internen Prüfungen liefen noch.
er Verdacht, der vielen derzeit zu schaffen macht: Anna könnte noch leben, wenn das Jugendamt nach dem Anruf sofort ausgerückt wäre.
Am Dienstag beschäftigt sich der Jugendhilfeausschuss in Königswinter im Rahmen einer Sondersitzung mit dem Fall Anna. Die Sitzung ist öffentlich und beginnt um 17 Uhr.
Quelle: rhein-zeitung.de – 03.08.2010 – Von Marcelo Peerenboom
Link zum Pressebericht: www .rhein-zeitung.de/regionales_artikel,-Honnef-Koennte-Anna-9-noch-leben-_arid,119453.html#articletop
September 9th, 2010 um 20:49
Sehr geehrte Frau Martini.
Als ich Ihre Stellungnahme zu Annas Tod gelesen habe, ist mir mal wieder klar geworden, dass Sie keine Ahnung haben, was in Ihrem Rathaus/Jugendamt geschieht.
Die Stadt Bad Honnef steht deutschlandweit im Focus der Öffentlichkeit, nicht nur wegen des Todes von Anna. Auch der Fall des Mannes der in Ihrem Rathaus ausgerastet ist, weil Sie einem Vater sein Kind entfremden, war in der Presse nachzulesen. Kind und Elternteil zu trennen ist ebenfalls ein schlimmes Verbrechen, welches bei Ihnen auf der Tagesordnung steht.
Auch Unterlassene Hilfeleistung des Jugendamts Bad Honnef ist kein Einzelfall. Ich erinnere mich gut an den Fall des Kindergartens Orscheid aus dem Jahr 2008. Damals vertuschte das Jugendamt die Tatsache, dass eine Erzieherin über Monate während der Dienstzeit privaten Besuch empfing und so der Betreuung der Kinder nicht nach kam, weshalb z.B. Kinder aus dem Kindergarten weggelaufen sind. Zudem vertuschte das Jugendamt, dass genau dieser Kindergarten sich nicht an vertraglich vereinbarte Betreuungszeiten hielt, so das Eltern die Betreuung für Ihre Kinder fehlte. Trotz Hilferuf der Eltern über das Landesjugendamt und die dort zuständige Mitarbeiterin, blieb das Jugendamt untätig.
Machen wir uns nichts vor. Das Jugendamt Bad Honnef ist verantwortlich für Leid und Ehlend von Kindern in Bad Honnef! Dies liegt unter anderem daran, dass die zuständige Bürgermeisterin gar nicht weiß, was in Ihrem Rathaus los ist. Verbrecher wie Sie gehören ins Gefängnis und ich hoffe, dass Sie dort auch landen werden.
Dezember 28th, 2010 um 15:48
NEWSFLASH ZUM JUGENDAMT BAD HONNEF – 28.12.2010 – Drei Anzeigen gegen die Jugendämter
Nach wie vor sitzen die Pflegeeltern der neun Jahre alten Anna in Untersuchungshaft. Am 22. Juli war die Neunjährige mit Blutflecken übersät und halb ertrunken in der Bad Honnefer Wohnung gefunden worden. Sie starb kurz darauf in einem Krankenhaus. Der 51 Jahre alte Mann hatte eingeräumt, das Kind in der Badewanne unter Wasser gedrückt zu haben. Anna soll schon zuvor misshandelt worden sein, eine Bestätigung dafür gibt es aber nicht. Die Ermittlungen dauern an.
Die Staatsanwaltschaft bearbeitet auch drei Anzeigen, die gegen die Jugendämter Bad Honnef und Königswinter erstattet wurden. Ein Fehlverhalten haben die beiden Kommunen nach eigenen Untersuchungen bislang nicht feststellen können. Mit einer eigenen Traueranzeige auf der städtischen Internetseite von Bad Honnef drückt die Verwaltung ihr Mitgefühl aus. Wer sie anklickt, erfährt zudem, dass es am Todestag einen Anruf einer besorgten Nachbarin beim Jugendamt gegeben hat.
Im Gespräch mit der städtischen Mitarbeiterin sei aber eine akute Gefährdung nicht zu erkennen gewesen. Die Frau wurde an das Jugendamt Königswinter verwiesen, in deren Betreuung Anna stand. Einen weiteren Kontakt habe es aber nicht gegeben, teilte Bürgermeister Peter Wirtz aus Königswinter bei einer Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses mit. Die Pflegeeltern seien erfolgreich tätig gewesen und sorgfältig ausgesucht worden. Zudem habe es regelmäßige Kontakte gegeben. Auch auf den Internetseiten von Königswinter gibt es eine eigene Rubrik zu dem tragischen Geschehen.
Anna wurde in aller Stille und im engsten Familien- und Freundeskreis zur letzten Ruhe geleitet. Die die evangelische und die katholische Kirchengemeinde bieten am Dienstag, 31. August, um 17 Uhr eine ökumenische Trauerfeier in der katholischen Kirche Maria Königin des Friedens am Schulzentrum der CJD-Schule Königswinter statt.
Quelle: ksta.de – 19.11.10 – Von Ralf Rohrmoser-von Glasow
Link zum Pressebericht: www .ksta.de/html/artikel/1281431624299.shtml
Dezember 28th, 2010 um 15:55
NEWSFLASH ZUM JUGENDAMT BAD HONNEF – 28.12.2010 – So versagte das Jugend-Amt – Die kleine Anna (†9). Von den Pflegeeltern Ralf und Petra W. (beide 51) qefoltert, misshandelt und in der Wanne ertränkt.
Warum fiel Niemandem beim Jugendamt etwas auf?! Denn lange vor ihrem qualvollen Tod am 22. Juli 2010 durchlebte das Mädchen die Hölle.
BILD liegen interne Unterlagen vor, die das Versagen des Jugendamts dokumentieren!
Laut Staatsanwalt Robin Faßbender ist das Kind seit August 2009 von seinen Pflegeeltern „aufs Übelste misshandelt“ worden. Aber die zuständige Fachkraft beim Jugendamt Königswinter protokollierte am 17.12.2009 heile Welt: „Anna erklärt, dass sie sich sehr wohl fühlt in der Familie W.“
Vorausgegangen war ein „Hilfeplan-Gespräch“ zwischen Pflegemutter Petra W., Annas leiblicher Mutter und Sachbearbeiterin Sabine K. (Name geändert).
Weiter heißt es: „Aus Sicht der Pflegeeltern erklärt Frau W., dass sie die Entwicklung von Anna als positiv und sehr erfreulich einschätzt.“
Und Sabine K. selbst urteilt: „Anna ist gut in die Familie integriert.“
In Wirklichkeit hat hauptsächlich Petra W., so die Anklage, Anna bereits zu diesem Zeitpunkt unaufhörlich aufs Schlimmste misshandelt. Stiche mit Kugelschreiber/Nagelpfeile in Arme und Beine, regelmäßiges Untertauchen in der Wanne, Aufessen der eigenen Exkremente.
Wie konnte Sozialpädagogin K. übersehen, was wirklich los war? Oder hat sie einfach weggeschaut? Auf BILD-Anfrage legte sie den Hörer auf.
Der Staatsanwalt ermittelt gegen das Amt u.a. wegen unterlassener Hilfeleistung. Sabine K. soll nicht mehr für Pflegefamilien zuständig sein, ihr wurde ein anderer Posten zugewiesen.
Quelle: bild.de – 24.11.2010 – Von Georgios XANTHOPOULOS
Link zum Pressebericht: www .bild.de/BILD/regional/koeln/aktuell/2010/11/24/anna-ertraenkt/jugendamt-versagt-koenigswinter.html
Februar 16th, 2011 um 11:31
NEWSFLASH ZUM JUGENDAMT BAD HONNEF – 16.02.2011 – Zweiter Prozesstag um totes Pflegekind aus Bad Honnef “Wir wollten Anna an sich helfen”
Der Pflegevater hat am zweiten Prozesstag die Vorwürfe um den Tod von Anna voll eingeräumt. Unterdessen wurde das Verfahren gegen das Jugendamt Bad Honnef eingestellt – ein “Justizskandal”, meint der Bund Deutscher Kriminalbeamter.
Insgesamt fast sieben Stunden berichtete der angeklagte Pflegevater Ralf W. vor dem Bonner Landgericht über das Schicksal von Anna. Die Neunjährige war am 22. Juli 2010 in der Badewanne der Pflegeeltern gestorben. Ralf (51) und Petra W. (52) aus Bad Honnef sind wegen fahrlässiger Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. Sie sollen das Mädchen in 55 Fällen misshandelt haben. Ralf W. wiederholte am Donnerstag (27.01.11) sein Geständnis aus dem Ermittlungsverfahren und belastete damit auch seine Ehefrau schwer. Sie soll es gewesen sein, die an jenem Tag Anna so lange unter Wasser gehalten hatte, bis das Mädchen blau angelaufen war. Die 52-Jährige äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Sie hatte eine Beteiligung an den mutmaßlichen Taten schon im Ermittlungsverfahren abgestritten.
Jugendamt wusste um Probleme
Die detaillierten Schilderungen des Pflegevaters warfen auch Fragen nach der Verantwortlichkeit des Jugendamtes Königswinter auf. Anna war seit 2006 nur tageweise bei der Familie untergebracht gewesen, musste in der Zwischenzeit wieder ins Heim. Anna sei schwierig gewesen, habe schon immer Essprobleme gehabt und sei bockig gewesen, so Ralf W. Mit Mitarbeitern des Jugendamtes Königswinter sei darüber gesprochen worden. Schließlich sei Anna dennoch im Juli 2008 ganz in die Familie aufgenommen worden. Warum? “Wir wollten dem Kind an sich helfen”, sagte Ralf W.
Doch je länger Anna in der Pflegefamilie gewesen sei, desto mehr hätten sich die Probleme verschärft. Bis das Ehepaar im Februar 2010 eher zufällig darauf kam, die Neunjährige durch Untertauchen des Kopfes zu maßregeln. An jenem Wintertag habe Anna in der Badewanne gesessen. Der 51-Jährige sollte sie beaufsichtigen. Doch Anna habe sich geweigert, so der Pflegevater, die Haare auszuwaschen. Seine Ehefrau sei eingeschritten, habe kurzerhand den Kopf zum Ausspülen unter das Wasser gedrückt. Anna sei verblüfft gewesen. Danach habe sie still gehalten und sei ohne Probleme ins Bett gegangen. “Wir wussten uns nicht anders zu helfen”, so der 51-Jährige.
Dem Jugendamt Königswinter habe das Paar die Probleme geschildert, die Mitarbeiter hätten aber nicht geholfen. Derzeit wird in einem Ermittlungsverfahren untersucht, ob die Behörde falsch gehandelt habe. Parallel zum Prozess wird außerdem auch gegen eine Nachbarin und den Sohn des Ehepaares ermittelt. Beide sollen das Untertauchen einmal gesehen haben – ohne eingeschritten zu sein.
Geständnis des Pflegevaters
Auch am 22. Juli 2010 sollte Anna gemaßregelt werden. Ralf W. erklärte in seinem Geständnis, dass er mit seiner Frau das Kind gefesselt und dann in die Badewanne gesetzt habe. Seine Frau habe dann Annas Kopf unter Wasser gedrückt. Erst als er gesehen habe, dass die Neunjährige im Gesicht blau angelaufen war, sei er eingeschritten und habe seine Frau weggeschubst. Das Kind habe erbrochen. Dann sei es von beiden aus der Wanne gezogen worden. Weil sie es nicht wiederbeleben konnten, hätten sie den Notarzt gerufen. Doch die Ärzte konnten nicht mehr helfen.
Einstellung der Ermittlungen “handfester Justizskandal”
Gegen das Jugendamt Bad Honnef waren unterdessen am Mittwoch (26.01.11) die Ermittlungen eingestellt worden. Hier hatte eine Bürgerin Missstände im Haus von Annas Pflegeeltern gemeldet. Das Jugendamt hatte damals die Frau jedoch lediglich an das Jugendamt Königswinter verwiesen. “Das Jugendamt Bad Honnef hatte keine Pflicht zum Tätigwerden. Es durfte darauf vertrauen, dass die besorgte Bürgerin in Königswinter anruft. Ein Gesetzesverstoß konnte nicht festgestellt werden”, begründete Angela Wilhelm, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Bonn, Verfahrenseinstellung.
Der Bund Deutscher Kriminalbeamter reagierte darauf am Donnerstag (27.01.11) mit Unverständnis. Die Staatsanwaltschaft hätte bis zum Urteil des Landgerichts Bonn abwarten müssen. Inwiefern die Ämter ihr “Wächteramt” auch gegenüber den Pflegeeltern ausgeübt hätten, bleibe nun im Dunkeln. Die Verfahrenseinstellung sei ein “handfester Justizskandal”. Klaus Jansen, Bundesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter: “Ist es rheinischer Klüngel, Behördensolidarität oder politischer Wille, dass hier nur die Pflegeeltern als Alleinverantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden sollen?” Auch die Deutsche Kinderhilfe meldete sich zu Wort. Kinderhilfe-Vorstandssprecher Rolf Stöckel erklärte: “Diese Einstellung ist ein Rückfall in längst überwunden geglaubte Zeiten, in denen Vertuschung vor Aufklärung stand.” Staatsanwältin Wilhelm sagte auf Nachfrage: “Das Verfahren gegen das Jugendamt Königswinter, das zuständig in diesem Fall war, läuft noch. Und das Verfahren gegen das Jugendamt Bad Honnef wurde nicht einfach eingestellt. Wir haben ganz genau hingeschaut; mit rheinischem Klüngel hat das nichts zu tun.”
Quelle: wdr.de – 27.01.2011 – Von Lars Hering
Link zum Pressebericht: www .wdr.de/themen/panorama/kriminalitaet11/badhonnef_totes_kind/110127.jhtml?rubrikenstyle=panorama
Februar 16th, 2011 um 11:35
NEWSFLASH ZUM JUGENDAMT BAD HONNEF – 16.02.2011 – Fall Anna: Jugendamt hat offenbar Unterlagen vernichtet
Im Fall des bei seinen Pflegeeltern zu Tode gekommenen Pflegekindes Anna wurden im zuständigen Jugendamt Königswinter anschließend offenbar Unterlagen vernichtet. Wie der GA erfuhr, hat die für Anna zuständige Mitarbeiterin das bereits wenige Wochen nach Annas Tod in einem Brief an Königswinters Bürgermeister Peter Wirtz und den damaligen Rechtsrat Holger Jung zugegeben.
Allerdings erklärt die Mitarbeiterin darin auch, dass sie von ihrem Chef zuvor angewiesen worden sei, die Verfahrensakte im Fall Anna “durchzugehen”, was für sie bedeutet habe, die Akte auszudünnen. Die Arbeit des Jugendamtes kam am Freitag im Prozess gegen die Pflegeeltern erneut zur Sprache.
Quelle: general-anzeiger-bonn.de – 11.02.2011 – (rik)
Link zum Pressebericht: www .general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10001&detailid=848550
Februar 16th, 2011 um 12:08
NEWSFLASH ZUM JUGENDAMT BAD HONNEF – 16.02.2011 – Bürgermeister Wirtz will im Amt bleiben
Bürgermeister Peter Wirtz hat Fehler im Umgang mit der Aktenmanipulation im städtischen Jugendamt im “Fall Anna” eingeräumt. Doch einen Rücktritt vom Amt des Bürgermeisters lehnte er an. Dies hatte neben den Freien Linken nun auch die SPD gefordert.
Bürgermeister Peter Wirtz (51) hat Fehler im Umgang mit der Aktenmanipulation im städtischen Jugendamt eingeräumt. „Wenn ich es heute zu entscheiden hätte, würde ich anders mit den Akten und mit der Information der Politik umgehen“, sagte Wirtz am Dienstagnachmittag vor der Presse.
Zugleich lehnte er aber einen Rücktritt vom Amt des Bürgermeisters ab, wie ihn nach der Fraktion Freie Linke nun auch die SPD Königswinter fordert (siehe Bericht unten). „Ich möchte ganz persönlich meinen Teil dazu beitragen, die Angelegenheit sauber abzuarbeiten, damit wir auch in Zukunft eine gut aufgestellte Verwaltung hier in Königswinter haben.“
Als Peter Wirtz gestern um 15 Uhr den Sitzungssaal im Haus Bachem, seinem Dienstsitz in der Altstadt, betrat, wurde der sichtlich mitgenommene Bürgermeister von einem Blitzlichtgewitter empfangen. Wie schon am Samstag, als Wirtz erstmals öffentlich den Fall der Aktenmanipulation durch die für das getötete Pflegekind Anna zuständige Jugendamtsmitarbeiterin einräumen musste (siehe Infotext), war das Medieninteresse an dem Fall groß. Wirtz warb mit Hinweis auf die zeitlichen Entwicklungen nach dem Tod des Kindes am 22. Juli 2010 erneut um Verständnis. Zunächst sei man von einem Unglück ausgegangen, erst später habe sich der Tod Annas als Kapitalverbrechen herausgestellt. „Vielleicht fehlte damals die Erfahrung und Einschätzung, dass Akten in einem solchen Fall sofort, und zwar rigoros, zu sichern sind.“ Diesen Fehler „räume ich freimütig ein“.
Er wiederholte auch die Aussage, dass weder er noch Sozialdezernent Holger Jung Anweisungen gegeben hätten, die Akten zu sichten oder zu verändern. Auf Nachfrage stellte Wirtz erneut klar, dass Jugendamtsleiter Klaus Plate ebenfalls seinen „schriftlichen Einlassungen“ zufolge kein „Durchgehen“ der Akten angeordnet habe. Wirtz: „Es gibt keine solchen Anweisungen bei der Stadt Königswinter. Das ist nicht üblich und wäre im Übrigen rechtswidrig.“
Als „ungeheuerlich“ bezeichnete der Bürgermeister die jüngsten Angaben einer 29-jährigen Zeugin im Prozess gegen Annas Pflegeeltern: Sie hat ausgesagt, die Jugendamtsmitarbeiterin habe das Untertauchen des Kindes in der Badewanne als „erzieherische Maßnahme“ gebilligt (Rundschau von gestern). „Wir werden dazu unsere Mitarbeiter um Stellungnahme bitten, die notwendigen Konsequenzen prüfen, die sich daraus ergeben, und gegebenenfalls weitere Schritte ergreifen.“ Man werde zu diesem Punkt noch mal „ganz penibel die Akten bearbeiten, Seite für Seite, Wort für Wort“. Er sei weiterhin „sehr gespannt“ auf die Aussage seiner Mitarbeiterin im Gerichtsverfahren, wo sie am Montag als Zeugin geladen ist. Wirtz wiederholte die Hoffnung, dass sie dort nicht von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen, sondern aussagen werde. Wie berichtet, erhielt die Frau eine Abmahnung. Sie ist weiterhin im Jugendamt als Sachgebietsleiterin tätig, allerdings nicht mehr für Betreuung von Pflegekindern zuständig.
Zur Kritik, er habe nach dem Todesfall die Arbeit des Jugendamtes stets als korrekt beschrieben, obwohl er schon von der Aktenmanipulation wusste, sagte Wirtz: „Ich habe das immer auf das Verhalten des Jugendamts in der Betreuung des Falles Anna bis zu dem Unglücksfall bezogen.“
Unterdessen hat der Bürgermeister Post von Landrat Frithjof Kühn in seiner Funktion als Kommunalaufsicht bekommen. Darin wird das Stadtoberhaupt um einen Bericht gebeten, was in seiner Verwaltung in Sachen Aktenmanipulation gelaufen ist. Wirtz sagte gestern, er werde die Stellungnahme abgeben. Wie Bernd Carl, beim Kreis für die Kommunalaufsicht zuständig, erläuterte, schalte sich der Landrat ein, wenn es in den Städten und Gemeinden Vorfälle gebe, die möglicherweise nicht korrekt gelaufen seien. Zugleich habe Kühn die Staatsanwaltschaft um eine Stellungnahme gebeten.
Quelle: rundschau-online.de – 15.02.2011 – Von Carsten Schultz
Link zum Pressebericht: www .rundschau-online.de/html/artikel/1296683814852.shtml
Mai 3rd, 2011 um 16:48
NEWSFLASH ZUM JUGENDAMT BAD HONNEF – 03.05.2011 – Annas Pflegevater belastet Jugendamt
Erneut steht die Pflegemutter der misshandelten Anna vor Gericht. Die Neunjährige war in der Badewanen immer unter Wasser gedrückt worden, bis sie starb. Der Pfelgevater beschuldigt indes das Jugendamt. Inzwischen ist eine Verurteilung wegen Mordes möglich.
Mit ihren inzwischen zwei Verteidigern war sie immer wieder in rege Diskussionen vertieft – dem Gericht stand sie hingegen wie gehabt nicht Rede und Antwort. Seit gestern muss sich die 52 Jahre alte Pflegemutter der neunjährigen Anna aus Bad Honnef erneut mit ihrem 51 Jahre alten Ehemann vor der Schwurgerichtskammer für den Tod des kleinen Mädchens verantworten.
Laut Anklage hatte die Pflegemutter das Kind am Abend des 22. Juli 2010 in der Badewanne als „Erziehungsmaßnahme“ wieder einmal unter Wasser gedrückt – diesmal jedoch so lange, dass die Neunjährige ertrank. Der Pflegevater griff offenbar zu spät ein. Der erste Prozess gegen die Eheleute, denen unter anderem Freiheitsberaubung und Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen wird, war Ende Februar geplatzt.
Nachdem ein Gutachter festgestellt hatte, dass die Frau das Kind mindestens drei Minuten unter Wasser gedrückt haben muss, hatten die Richter den Hinweis erteilt, dass auch eine Verurteilung wegen Totschlags in Betracht komme. Inzwischen ist sogar eine Verurteilung wegen Mordes rechtlich möglich. Im Gegensatz zu der deutlich übergewichtigen Angeklagten, die mit einer mit Blumenmotiven bedruckten Bluse und einem schwarzen Haarreif erschienen war, äußerte sich der Verwaltungsangestellte in einem Bonner Bundesministerium wie schon im ersten Prozess umfassend und belastete seine Frau.
Er behauptete, dass sich Anna anfangs in der Pflegefamilie wohlgefühlt habe. Im Jahr 2006 sei das Mädchen – vermittelt vom für Anna zuständigen Jugendamt Königswinter – zweimal für einige Monate in der Tagespflege bei ihnen gewesen. Ab dem Sommer 2008 dann rund um die Uhr. Zu Gewalthandlungen kam es dann, weil das Kind angeblich nicht essen wollte und nicht gerne in die Badewanne ging.
38 Zeugen werden gehört
Der 51-Jährige erneuerte in seiner Aussage Vorwürfe gegen das Jugendamt. So will er im Herbst 2009 gegenüber einer Mitarbeiterin des Jugendamts darauf bestanden haben, dass Anna zum Ende des Jahres anderweitig gepflegt werden müsse. Die Mitarbeiterin habe ihm auch zugesichert, dass sie sich darum kümmere. Doch noch im Frühjahr 2010 habe sie ihn erneut vertröstet. Warum der Pflegevater denn nicht einfach den Pflegevertrag mit dem Jugendamt gekündigt habe, wollte der Vorsitzende Richter wissen. „Leider haben wir Anna nicht zurückgegeben“, antwortete der 51-Jährige daraufhin kleinlaut.
Für die Neuauflage des Verfahrens sind 17 Verhandlungstage angesetzt. 38 Zeugen sollen gehört werden. Mit einem Urteil ist nicht vor Mitte Juli zu rechnen.
Quelle: ksta.de – 02.05.11 – Von Benjamin Jeschor
Link zum Pressebericht: www .ksta.de/html/artikel/1304334271993.shtml
Mai 12th, 2011 um 11:18
NEWSFLASH ZUM JUGENDAMT BAD HONNEF – 12.05.2011 – “Fall Anna”: Honnefer Jugendamt wieder im Visier der Staatsanwaltschaft
Bad Honnef – Die Bonner Staatsanwaltschaft hat im „Fall Anna“ die im Januar eingestellten Ermittlungen gegen das Bad Honnefer Jugendamt wieder aufgenommen. Das hat Oberstaatsanwalt Fred Apostel auf RZ-Anfrage bestätigt.
Das neunjährige Pflegekind Anna war im Juli 2010 in der Badewanne der Pflegeeltern in Bad Honnef gewaltsam zu Tode gekommen. Der Prozess gegen die Pflegeeltern wird seit Montag neu aufgerollt, weil nun auch eine Verurteilung wegen Mordes in Betracht kommt, wie die Schwurgerichtskammer mitteilte. Der Gerichtsmediziner hatte im Februar ausgesagt, dass das Mädchen gewaltsam mehrere Minuten unter Wasser gedrückt worden sein muss. Bis dahin war die Staatsanwaltschaft von einer Körperverletzung mit Todesfolge ausgegangen.
Bei den nun wieder aufgenommenen Ermittlungen gegen das Honnefer Jugendamt geht es um den Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung. Am Todestag Annas hatte sich eine besorgte Nachbarin beim Jugendamt in Bad Honnef gemeldet, weil sie Schreie hörte und sich Sorgen um das Wohl des Kindes machte. Die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung unternahmen nichts, sondern verwies die Anruferin an das Königswinterer Jugendamt, weil dieses für Anna zuständig war. Das Mädchen hatte zuvor bei seiner leiblichen Mutter in Königswinter gelebt und war vom dortigen Jugendamt in die Honnefer Pflegefamilie gegeben worden.
Die besorgte Anruferin, die sich dann tatsächlich auch in Königswinter gemeldet hatte, fand auch dort nicht das entsprechende Gehör. Sie wurde in die Erziehungsberatungsstelle verbunden, wo man ihr auch nicht weiterhelfen konnte. Am selben Abend wurde Anna in der Wanne unter Wasser gedrückt, verlor das Bewusstsein und verstarb in der Kinderklinik.
Gegen das Königswinterer Jugendamt ermittelt die Staatsanwaltschaft nach wie vor, wie Fred Apostel bestätigte. Hier sind mehrere Bedienstete betroffen, unter anderem die Fachkraft, die für das Pflegekind Anna zuständig war. Während des ersten Gerichtsverfahrens, das im Februar gestoppt wurde, sagten mehrere Zeugen und der Pflegevater aus, man habe mehrfach dringend darum gebeten, für Anna eine andere Unterbringung zu finden, weil vor allem die Pflegemutter mit dem Kind nicht mehr zurechtgekommen sei.
Wie Oberstaatsanwalt Apostel mitteilte, ist seine Behörde immer noch damit beschäftigt, das umfangreiche Datenmaterial auszuwerten, das im Rahmen einer Razzia in den Rathäusern der beiden Städte Anfang des Jahres sichergestellt wurde. Das Verfahren werde sich noch einige Zeit hinziehen, sagte der Jurist.
Quelle: rhein-zeitung.de – 04.05.2011 – Marcelo Peerenboom
Link zum Pressebericht: www .rhein-zeitung.de/regionales_artikel,-Fall-Anna-Honnefer-Jugendamt-wieder-im-Visier-der-Staatsanwaltschaft-_arid,243164.html
Mai 12th, 2011 um 11:20
NEWSFLASH ZUM JUGENDAMT BAD HONNEF – 12.05.2011 – Fall Anna: Wollte Honnefer Jugendamt kein Klagen über Pflegemutter hören?
Bad Honnef/Bonn. Der Prozess gegen die Pflegeeltern der getöteten neunjährigen Anna aus Bad Honnef verzögert sich.
Wie das Landgericht Bonn gestern mitteilte, befindet sich die 52-jährige Pflegemutter Petra W. im Krankenhaus und muss sich dort stationär behandeln lassen. Aus diesem Grund hat der Kammervorsitzende die beiden für nächste Woche anberaumten Verhandlungstermine aufgehoben. Voraussichtlich geht der Mordprozess erst am 26. Mai weiter.
Schon der zweite Verhandlungstag musste wegen gesundheitlicher Probleme der stark übergewichtigen Hauptangeklagten, die auch Diabetikerin ist, vorzeitig abgebrochen werden.
Pflegemutter verhindert Aussage von Pfarrer über ihre Person
Die Pflegemutter hatte zudem verhindert, dass der evangelische Pfarrer aus Bad Honnef vor Gericht aussagt. Sie erteilte ihm nicht die gewünschte Befreiung von dessen Verschwiegenheitspflicht. Der Seelsorger sollte auf Anraten des psychiatrischen Gutachters der Angeklagten Aussagen über Person und Charakter machen. Die Angeklagte selbst hat bislang vor Gericht stets geschwiegen und die Aussage verweigert.
WDR: Schon früh Zweifel an Eignung von Petra W.
Unterdessen sind neue Vorwürfe gegen das Bad Honnefer Jugendamt laut geworden. Nach Recherchen des WDR soll es schon früh Zweifel an der Eignung der Pflegeeltern gegeben haben. Der Sender zitiert die pensionierte Lehrerin Annegret Nöldner, die acht Jahre lang bis 2010 ehrenamtlich in der Tagesmüttervermittlung tätig war.
In dieser Zeit habe es teilweise massive Beschwerden vor allem gegen die nun angeklagte Pflegemutter Petra W. gegeben. Die 52-jährige hatte nicht nur das Vollzeitpflegekind Anna in der Betreuung, sondern nahm auch Tageskinder auf.
Tagesmüttervermittlung: Jugendamt gab gravierende Probleme nicht weiter
Das Bad Honnefer Jugendamt allerdings habe Gespräche über die Beschwerden nicht zugelassen. „Die hatten schlicht keine Zeit für uns“, sagte Annegret Nöldner. Und noch einen massiven Vorwurf macht die Pädagogin dem Bad Honnefer Jugendamt, das seit 2008 existiert: Die Mitarbeiter hätten den Mitstreitern der Tagesmüttervermittlung keinerlei Informationen darüber gegeben, dass es bei Petra W. und ihrem mitangeklagten Ehemann im November 2009 einen Polizeieinsatz gab.
Polizeieinsatz, weil Anna nackt schreiend durch Treppenhaus lief
Anna war damals laut schreiend und nackt durchs Treppenhaus gelaufen. Die Vermittlungsstelle für Tagesmütter sei über diesen gravierenden Vorfall nicht informiert worden, kritisiert Nöldner. Mittlerweile hat das Jugendamt die Vermittlungsstelle aufgelöst.
Quelle: rhein-zeitung.de – 08.05.2011 – Marcelo Peerenboom
Link zum Pressebericht: www .rhein-zeitung.de/regionales_artikel,-Fall-Anna-Wollte-Honnefer-Jugendamt-kein-Klagen-ueber-Pflegemutter-hoeren-_arid,244531.html
September 13th, 2011 um 12:44
NEWSFLASH ZUM JUGENDAMT BAD HONNEF – 13.09.2011 – Prozess im Fall Anna wird fortgesetzt – Jugendamt sah zu lange weg
Bad Honnef/Bonn – Sie wurde nur neun Jahre alt und ist seit mehr als einem Jahr auf dem Königswinterer Friedhof beerdigt.
Doch noch immer gibt es kein Urteil im Prozess gegen die Pflegeeltern der kleinen Anna, die nach Auffassung der Staatsanwaltschaft für ihren Tod verantwortlich sein sollen. Die Pflegemutter soll das Kind beim Baden so lange unter Wasser gedrückt haben, bis es bewusstlos war und später in der Wanne ertrank. Am Donnerstag wird das Verfahren fortgesetzt. Inzwischen hat sich ein Bild davon ergeben, wie es zum Tod des Mädchens kommen konnte.
Völlig überforderte Pflegemutter
Als Anna in ihre Pflegefamilie kam, war ihre leibliche Mutter schwer alkoholkrank. Mittlerweile ist für Prozessbeobachter klar: Auch die Pflegemutter war mit der Erziehung völlig überfordert. Nicht weil sie krank war, sondern weil sie sich offenbar mehr zutraute, als sie konnte. Zeugenaussagen belegen: Bei der 52-Jährigen handelt es sich um eine notorische Lügnerin. Selbst ihrem mitangeklagten Ehemann sagte sie nicht die Wahrheit. Entgegen eigenen Behauptungen hatte sie keine Ausbildung im Erziehungsbereich. An einer Fortbildung für Pflegeeltern sollte sie im September 2010 teilnehmen; da war Anna zwei Monate tot.
Jugendamt glaubte der Pflegemutter
Eine merkwürdige Rolle spielt im Fall das Königswinterer Jugendamt, das für Anna zuständig war. Denn es gab Hinweise aus der Nachbarschaft, aus der Schule und von der Polizei, dass etwas in der Honnefer Familie nicht stimmte. Erschütternd fiel im Prozess die Aussage der zuständigen Jugendamtsmitarbeiterin aus. Sie hatte etliche Hinweise zur Kenntnis genommen, am Ende aber immer den Aussagen der Pflegemutter Glauben geschenkt. Einer Frau, die es – wie sich herausstellte – mit der Wahrheit nicht so genau nimmt.
Höhepunkt der Hinweise auf eine ernsthafte Gefährdung war ein Polizeieinsatz am 13. November 2009. Da war Anna, nur mit einer Unterhose bekleidet, schreiend aus der Wohnung geflüchtet und im Treppenhaus gesehen worden. Nachbarn riefen die Polizei, die wiederum einen Vermerk ans Jugendamt schickte mit der Bemerkung, es sei die Frage, ob Anna in der Familie richtig untergebracht sei. Konsequenz des Amts: keine.
Anna war wohl kein einfaches Kind; das hat die Hauptverhandlung angedeutet. Probleme beim Essen sind nach übereinstimmenden Zeugenaussagen jedoch erst in der Pflegefamilie aufgetreten. Anscheinend hatte es sich die Pflegemutter zum Ziel gesetzt, dass Anna an Gewicht zunimmt. Wegen schlechten Essverhaltens begann sie mit abenteuerlichen Bestrafungen, schickte das Kind in die Ecke, traktierte es mit spitzen Gegenständen, und schließlich begann das Schreckensszenario, das am Ende zum Tod des Kindes führte.
Grausame Erziehungsmethode
In der Badewanne gab das Mädchen schlagartig Ruhe, wenn der Kopf unter Wasser gedrückt wurde. Dieses “Rezept” wurde nach Auskunft des Pflegevaters zur Erziehungsmaßnahme. Mit Klebeband fesselten sie Anna an ihrem Todestag, legten sie in die Wanne, und das grausame Ritual nahm seinen Lauf.
Diesmal hatte es die Pflegemutter offenbar satt und tauchte das Kind so lange unter, bis es keine Luft mehr bekam. So sieht es die Staatsanwaltschaft. Das Urteil wird frühestens für Ende November erwartet.
Quelle: rhein-zeitung.de – 09.09.2011 – Marcelo Peerenboom
Link zum Pressebericht: www .rhein-zeitung.de/regionales_artikel,-Jugendamt-sah-im-Fall-Anna-zu-lange-weg-_arid,301965.html
Januar 1st, 2012 um 03:42
Kindergebet an die Märtyrerin Anna (†9) von Königswinter:
Oh Heilige Anna von Königswinter!
Beschütze uns arme Pflegekinder
Vor Rabeneltern, amtlich bestallt.
Du wurdest nur neun und bist schon tot.
Der Staat gab dir karges Heim und Brot
Bei Folter-“Pflege“-Eltern.
Du ranntest fort, spritterfasernackt,
Dafür wurdest Du wieder eingeknackt.
Es grinsten die Sadisten,
Ertränkten Dich in der Badewanne.
Jugendamt meinte: „War nur eine Panne“,
Jetzt fehlen hundert Akten.
Einst killte Siegfried den Drachen hier,
Kleine Kinder fraß das Ungetier
Zum Lunch und zum Dinner.
Ein Drache wütet noch immer hie
Sein Name ist Kinderschutzbürokratie.
Wer wird Drachenkiller?
Als Menschenopfer für den Bürokratius-Götzen,
Als Märtyrerin zu unser aller Entsetzen,
Starbst du für alle Kinder in Not.
Oh Heilige Anna mit der Brille,
Geschehen soll Dein letzter Wille:
Liebe statt Obrigkeit!
Freiheit statt Angst!
Aus „5 Abtreibungen & 2 Adoptionen“
© 2011 Jerry Hoss, Bonn, alkan(ät)hush.com