Gericht urteilt trotz neuer Sorgerechts-Regelung gegen ledigen Vater

Auch nach der Sorgerechts-Entscheidung des BVerfG kann es für ledige Väter im Einzelfall schwierig werden, das für ihre Kinder zu erhalten. In einem Beschluss des OLG Brandenburg wurde der entsprechende Antrag eines Vaters abgelehnt. Soweit bekannt handelt es sich dabei um die erste veröffentlichte Entscheidung nach der des BVerfG.

Der betroffene Vater hatte sich nach der von der Mutter des Kindes intensiv um seinen Sohn gekümmert. Die Mutter war an manischer Depression erkrankt und deshalb für längere Zeit im Krankenhaus. Nach ihrer Entlassung kam es zum Streit über den dauernden Aufenthalt des Kindes.

Der Vater beantragte in der Folge das alleinige Sorgerecht für den Sohn, hilfsweise die Erteilung der gemeinsamen Sorge. Das Oberlandesgericht (OLG) Brandenburg lehnte den Antrag ab. Zwar sei nach den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) ein zu erteilen, soweit dies dem entspreche. Hier hätten jedoch beide Elternteile das alleinige Sorgerecht für sich in Anspruch genommen und sich darauf berufen mit dem jeweils anderen nicht mehr kommunizieren zu können, beziehungsweise zu wollen.

Daher könne nur einer allein die Sorge ausüben, urteilten die Richter, und entschieden zugunsten der Mutter.

Ein Mitglied der Vereinigung “Elterliche Sorge.de” bezeichnete die Entscheidung als “niederschmetternd”. Die Pressesprecherin des OLG hingegen betonte, dass nach denselben Maßstäben wie auch bei ehemals verheirateten Paaren entschieden worden sei. Damit werde der Entscheidung der Verfassungsrichter entsprochen.

Quelle: lto.de – 22.08.2010 – dpa/msa/LTO-Redaktion
Link zum Pressebericht: www .lto.de/de/html/nachrichten/1262/BVerfG-Sorgerecht-Entscheidung-Nicht-fC3BCr-alle-Vaeter-der-Durchbruch/

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Ein Kommentar zu “Gericht urteilt trotz neuer Sorgerechts-Regelung gegen ledigen Vater”

  1. Redaktion schrieb:

    Dieses Urteil wird für das OLG Brandenburg sicherlich noch zu einem Boomerang. Unserer Meinung nach müssen die Hürden einer Nichterteilung der Elterlichen Sorge bei einem unehelichen Vater genau so hoch (genau so niedrig) wie die eines Sorgerechtsentzugs einer alleinsorgeberechtigten Mutter sein. Ansonsten wäre es erneut Diskriminierung unehelicher Väter. Eine Nichterteilung der Gemeinsamen Elterlichen Sorge ist eben immer auch ein Sorgerechtsentzug.

    Wir hoch die Hürden hierfür sind & was immer erst geschehen muss dürfte bekannt sein.

    Eine Verweigerung aufgrund der fehlenden Kommunikation ist ein vorgeschobener Grund.
    Wer heute redet muss nicht unbedingt morgen reden.
    Wer heute nicht redet kann schon morgen reden.

    Was ist wenn die Eltern blind, taub & stumm sind?
    … diese wollen vielleicht aber können nicht kommunizieren.
    Keine Chance auf Elterliche Sorge? ;o)

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