Eltern auf Zeit

Kindern auf Zeit eine neue Heimat zu geben ist eine große Aufgabe. Denn einerseits bringt das Kind meist negative Erfahrungen von seiner Herkunftsfamilie mit und andererseits besteht die Familie nur auf Zeit. Auf was müssen sich einstellen, wenn sie dennoch den Schritt wagen?

Es gibt unterschiedliche Lebensformen, ein nicht leibliches Kind zu betreuen, die eine Möglichkeit ist eine zeitlich befristete Erziehungshilfe, die andereist es, dem Kind auf Dauer eine neue Heimat geben. Doch auch bei einer Vollzeitpflege bleibt die elterliche Sorge immer bei den leiblichen Eltern, d.h. bei der Schulbildung, bei medizinischen Eingriffen oder bei Fragen zur religiösen Erziehung, haben die Pflegeeltern kein Entscheidungsrecht. Die Ersatzfamilie ist für die tägliche Pflege und Betreuung zuständig, ist aber meist nur für eine Zeit zentraler Lebensmittelpunkt für das .
Familie auf Zeit

Eltern, die ihr Kind in Pflege geben, tun dies meist in einer Notsituation, z.B. aufgrund von Krankheit oder Überforderung. Anderseits kann auch das Jugendamt zum Wohle des Kindes eine Pflege anordnen. Ziel wird es dennoch sein, den Kontakt zwischen dem Kind und seinen leiblichen Eltern aufrechtzuerhalten und die familiäre Situation zu verbessern. Gelingt das, wird versucht, das Kind kann auch wieder in seine Herkunftsfamilie zu integrieren. Das ist der große Unterschied zur . Pflegeeltern müssen sich darauf einstellen, sich jederzeit von dem Kind, das vielleicht mehrere Jahre bei ihnen gelebt hat, zu verabschieden.
Vertrauen braucht Geduld und Zeit

Pflegekinder sind oft geprägt von negativen Erlebnissen in ihrer Herkunftsfamilie. Als Reaktion auf die belastenden Lebensumstände ziehen sich manche in sich zurück, andere Kinder wiederum reagieren mit aggressiven Verhalten. Für die Pflegeeltern bedeutet das viel Geduld und Ausdauer, um eine vertrauensvolle Beziehung mit dem Pflegekind aufzubauen. Das jeweilige Jugendamt berät sie dabei. Es ist auch die Vermittlerstelle, die für die Auswahl der Pflegeeltern zuständig ist. Das heißt auch, Eltern, die Kinder in Pflege nehmen möchten, werden vom Jugendamt auf ihre Eignung überprüft. Gemeinsam erstellen alle Beteiligten einen Hilfeplan für die Erziehung: das Jugendamt, die leibliche Eltern, die Pflegeeltern und ab einem gewissen Alter das Kind.
Für die Kinder bietet die Pflegefamilie ein neues Zuhause. Meist sind die Pflegeeltern dann ihre vertrauten Bezugspersonen. Trotzdem bleibt die Bindung zu den leiblichen Eltern bestehen und das Interesse an ihrer Herkunftsfamilie. Offene Gespräche und regelmäßige Kontakte sind deshalb sehr wichtig, um die Kinder nicht zu überfordern.

Weitere Informationen
Links:

* Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien
www.pfad-bv.de
* Familienratgeber des Bayerischen Landesjugendamtes
www.elternimnetz.de

Quelle: br-online.de – 21.07.2009
Link zum Pressebericht: www .br-online.de/br-alpha/elternsprechstunde/pflege-familie-kinder-ID1233705381019.xml

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