Bald neues Sorgerecht für unverheiratete Väter

Interlaken (dpa) – Das für die Kinder unverheirateter Elternpaare in Deutschland soll bis Jahresende neu geregelt werden und die Väter besser stellen.
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Das sagte die deutsche Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) am Freitag in Interlaken der Deutschen Presse-Agentur dpa. Das deutsche Gesetz räumt der Mutter ein Vetorecht bei der Vergabe des Sorgerechts ein. Dies hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) im vergangenen Dezember als Verstoß gegen die Achtung des Familienlebens und das Diskriminierungsverbot bewertet.

Die 47 Mitgliedsländer des Europarates wollen mit einer rascheren Umsetzung von Grundrechtsurteilen die Arbeitsüberlastung des EGMR verringern. Darauf einigten sich die Außen- und Justizminister der Staatenorganisation. «Wir haben den Grundstein gelegt, damit der Reformprozess für den Gerichtshof nun zügig vorangetrieben werden kann», sagte die Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey.

Die Minister verabschiedeten ein Bündel von Reformmaßnahmen: Schwerwiegende Fälle sollen schneller bearbeitet werden. Unzulässige Beschwerden sollen rascher herausgefiltert werden, und für Wiederholungsfälle, die einen Großteil der Arbeit der Richter ausmachen, soll es künftig Piloturteile geben, die wegweisend für ähnliche Fälle sind. Initiiert wurde die Konferenz durch die Schweiz, die zur Zeit im Ministerkomitee den Vorsitz hat.

Die Flut von Beschwerden droht die Wirksamkeit des Gerichtshofes zunichte zu machen. Im vergangenen Jahr waren fast 120 000 Beschwerden in Straßburg anhängig, die meisten aus Russland, der Türkei und der Ukraine.

«Wenn das Leben oder die Gesundheit von Klägern bedroht ist, sollte der Gerichtshof innerhalb weniger Monate zu einer Entscheidung kommen können», sagte Leutheusser-Schnarrenberger. Je nach Komplexität der Beschwerden können in Straßburg zehn Jahre bis zu einem Urteil vergehen. Wenn die Mitgliedsländer die Reform des Gerichtshofes ernsthaft vorantreiben, könnte nach Einschätzung von Juristen die Verfahrensdauer auf unter fünf Jahre reduziert werden. Wunschziel wäre allerdings eine Verfahrensdauer von zwei Jahren.

Jeder der 800 Millionen Bürger aus den 47 Europaratsländern kann den Gerichtshof anrufen, wenn er sich in seinen Grundrechten verletzt glaubt. Allerdings muss er zuvor den nationalen Rechtsweg ausgeschöpft haben. Ein Kläger aus Deutschland muss also bereits vom abgewiesen worden sein, ehe er nach Straßburg ziehen kann.

Die Zeit, 19.02.2010 – http://www.zeit.de/newsticker/2010/2/19/iptc-bdt-20100219-512-23947176xml

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Ein Kommentar zu “Bald neues Sorgerecht für unverheiratete Väter”

  1. Fiete2 schrieb:

    Nicht auf die Verschlimmbesserung durch Leutheusser- Schnarchenberger warten, jetzt das SR beantragen. Das aktuelle Urtel des BVerfG (Az.: 1 BvR 420/09)ist in Kraft. Somit ist das Vetorecht der Mutter gekippt.
    Siehe z.B. hier:http://väter-für-gerechtigkeit.de/component/content/article/1-aktuelle-nachrichten/205-sorgerecht-fuer-unverheiratete-vaeter.html#comments
    Das heisst, daß die Richter, ohne trifftige Gründe keinen Sorgerechtsantrag eines Vaters mehr ablehnen können.
    Je mehr solche Anträge jetzt eingehen, desto besser für die Kinder und das öffentliche Bewußtsein.
    Die wenigen Richter, die sich für das Kind einzusetzen bereit sind haben jetzt die vorläufige Möglichkeit dazu, bis die Politik ein neues Kinder-u. Väterfeindliches Gesetz durchgeboxt hat.
    Gebt ihnen und euren Kindern die Chance, die darin enthalten ist!
    Sorgerechtsantrag jetzt!

    Gruß……..Fiete

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