Ausgeschmierte Männer
Douglas Wolfspergers Dokumentarfilm „Der entsorgte Vater“ klagt an
Organisiert hatte den Abend der „Väteraufbruch“, eine Interessengemeinschaft, die sich für ein gemeinsames Sorgerecht nach Trennung und Scheidung einsetzt. Aber es waren beileibe nicht nur Männer, die am Montag Douglas Wolfspergers Dokumentation „Der entsorgte Vater“ im Waldhorn sehen wollten.
Jetzt erschien das Bild von Wolfspergers Tochter also doch im Film, obwohl derzeit darum gestritten wird vorm Landgericht Düsseldorf, weil das Foto angeblich „eine emotionale Nähe zu mir dokumentiert, die so nicht mehr herüberkommen soll.“ Eine Fußnote eigentlich, wäre sie nicht zugleich auch symptomatisch für die bisweilen erschreckende Energie, mit der zerstrittene Paare um Kinder zanken.
Kein Zweifel: „Der entsorgte Vater“ ergreift einseitig Partei und verschweigt dies von Anfang an nicht. Wolfsperger lässt vier Männer zu Wort kommen, die es teils noch härter getroffen hat als ihn selbst. Einen Ex-Realschullehrer in seinen Sechzigern etwa, der seine Frustration mittlerweile zu politischer Arbeit im „Väteraufbruch“ sublimiert hat. Er erzählt davon, dass seine längst erwachsene Tochter im selben Betrieb wie er Praktikum machte, ihn aber selbst in dieser Situation mied.
Und ein anderer Vater berichtet, dass auf Betreiben seiner ehemaligen Frau wegen sexuellen Missbrauchs gegen ihn ermittelt wurde. Ein Freispruch erster Klasse nützte ihm aber nichts: Obwohl es ihr unter Androhung von Zwangsgeldern auferlegt wurde, betreuten Umgang des Vaters mit der Tochter zuzulassen, weiß die Mutter den ersehnten Kontakt immer wieder zu hintertreiben.
Die Mutter tritt nur auf als Kinderbesitzerin
Einzig in seinem Fall fließen Tränen. Ansonsten befleißigen sich die Männer eines eher abgeklärt resignierten bis verhalten kämpferischen denn offen larmoyanten Tonfalls, und auf allzu suggestive Bilder hat Wolfsperger weise verzichtet. Ihren vorgeblichen Anspruch, die Interessen der Kinder zu artikulieren, löst diese Dokumentation allerdings nicht ein: Sie bietet fast nur Männerbefindlichkeiten ein Forum. Und selbst die einzige auftretende Mutter scheint bloß in den Film aufgenommen, um den Archetyp der „Kinderbesitzerin“ zu verkörpern, für die Partner auf Dauer nicht mehr sind als „Samenspender“.
Erz-Trauma fast aller dieser um ihr Vatersein geprellten Männer aber ist es, dass die Kinder (im Film sind es zufälligerweise durchweg Töchter) irgendwann von sich aus keinen Wert mehr auf Nähe legen. 40 Prozent aller Väter in Deutschland, sagt die Statistik, haben ein Jahr nach der Trennung keinen Kontakt mehr zu ihrem Kind, nicht wenige davon trotz eigener Bemühungen darum.
In einem der leider raren analytischen Momente im Film versucht sich eine Vertreterin des Kinderschutzbundes daran, die psychologischen Mechanismen hinter dieser fast programmierten Entfremdung nachzuvollziehen: „Die Mütter glauben wirklich, es sei für die Kinder das Beste, wenn sie ihren Vater nicht mehr sehen. Und die Kinder haben Angst, nach dem einen auch noch den anderen Elternteil zu verlieren. Deshalb tun sie alles, damit es nicht dazu kommt.“
In welchem juristischen Rahmen sich so ein De-Facto-Kindesentzug vollzieht, leuchtet der Film nicht annähernd aus. Es wird lediglich über eine einseitige Rechtssprechung und „gnadenlos“ den Müttern beistehende Jugendämter geklagt. In der äußerst lebhaften Diskussion mit Douglas Wolfsperger machten Betroffene ihrem Unmut darüber Luft, dass in puncto Väterrechte Deutschland eine „Bananenrepublik“ sei, der „Umgang mit Kindern in dieser Gesellschaft barbarisch.“
Auch Vertreter der angegriffenen Zünfte meldeten sich. „Der helle Wahnsinn“ walte oft zwischen verkrachten Ex-Partnern, bestätigte Christine Bauer, die beim Kreis Tübingen Jugend- und Familienberatung macht. Aber: „Wir versuchen, mit den Eltern einen Vertrag zu schließen, der ein Mindestmaß an Umgang mit den Kindern sichert.“
Blockiert wird oft auf subtile Art
„Mit Zwang geht da wenig“, pflichtete Familienrichter Burghart Heusch bei: „Der Vorwurf an uns geht fehl, denn die Mütter blockieren und verhindern auf subtile Art. Zwangsgelder sind wegen der ökonomischen Situation der Frauen oft nicht vollstreckbar. Sollen wir sie dann ins Gefängnis schicken?“
Es werde zu wenig von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, hartleibigen Müttern einen Teil des Sorgerechts abzunehmen und einen Umgangspfleger einzusetzen, kritisierte der Regisseur. Auch eine zum September in Kraft tretende Gesetzesänderung, die Eltern schneller an einen Tisch zwingt als bisher, beurteilt Wolfsperger skeptisch: „Die Gerichte sind jetzt schon überlastet.“
Info
„Der entsorgte Vater“ läuft von Donnerstag bis Sonntag, 16. bis 19. Juli, jeweils um 18.30 Uhr im Waldhorn. Link zur Website der Initiative „Väteraufbruch“: www.vafk-es.de
Quelle: tagblatt.de – 15.07.2009 – Von willibald ruscheinski
Link zum Pressebericht: tagblatt.de/3262753/Nachrichten/Rottenburg
























April 9th, 2012 um 10:33
ja so ist es bei mir auch, das jugendamt gladbeck boykottiert regelrecht jeden versuch der kontaktanbahnung und die lügen der kindesmutter scheinen dort ganz gut ins programm zu passen.. absprachen werden nie eingehalten, die kindesmutter übergeht sämtliche vereinbahrungen mit nichtbeachtung und das jugendamt kann angeblich nichts machen.. traurig aber wahr.. für mich ist das echt diskriminierend.. aber stellungnahmen bekommt man nicht.. lg andreas